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      <title>Der Gnartz spricht</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         oder: Wir sollten uns was schämen.
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Happy Täterää, zusammen! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Draußen boxte während der letzten zwei Tage der Papst im Kettenhemd und Karneval, Fasching, Fastelovend, you name it, feierte eine triumphale Rückkehr nach Jahren der Corona-Restriktionen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich persönlich finde Karneval zum kotzen, aber das heißt ja nicht, dass ich meinen Mitmenschen nicht gönne, mal Spaß zu haben und über die Stränge zu schlagen. Ganz im Ernst. Ist schon okay. Jeder, wie er will. Wie sie will, natürlich auch. Ich will hier nicht gleich zu Beginn gendermäßig in die Tonne treten. Narren und Närrinnen aller Couleur sei also hier gesagt: Schön, wenn Ihr Spaß hattet. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich hatte keinen. Ich gnartzte. Und zwar hart. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was es bedeutet, zu gnartzen, sei im Folgenden kurz umrissen. Also: Sputum wegwischen, Altglas entsorgen, Aspirin einwerfen, Hefte raus, mitschreiben:  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn man langsam alt wird, wird einem klar, dass die Dinge nie wieder so sein werden, wie damals  im Freibad. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese auf den ersten Blick recht profane Einsicht gewinnt an Gravität, wenn man sich bewusst macht, dass wir in einer Welt leben, die der Jugend zu gehören scheint. Dies jedoch ist einfach drollig, denn die Jugend ist aufgrund mangelnder Erfahrung die wahrscheinlich letzte Altersgruppe, der man etwas so teures wie einen ganzen Planeten anvertrauen sollte, vor allem dann, wenn man nur den einen Planeten hat. Nun ist es aber so, dass offenbar auch wir, die Älteren also, unfähig sind, den Laden vernünftig zu schmeißen, denn was zum Beispiel das Klima angeht, sind es wir Alten, die den momentanen Missstand zu verantworten haben! Und jetzt kommt der Hammer: Wir stehen klimatechnisch am Rande eines kapitalen SMEV (Spontanes Massives Existenzversagen, thanks Mr. Adams) vor allem aufgrund der Dinge, die wir taten, als wir, die Älteren, noch jünger waren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie sehen, es ist knifflig. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich will hier aber gar nicht über das Klima, die „Letzte Generation“ oder den Untergang der Menschheit referieren, sondern darüber, dass der Prozess des Älter-Werdens in meinem Fall ganz offensichtlich zu einer rasch fortschreitenden Vergnartzung führt (Von Vergnartzung spricht man, wenn einem geistig noch immer extrem jungen Menschen auffällt, dass er immer öfter so spricht, so denkt und empfindet, wie weiland in den Achtzigern sein Onkel Herbert). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun bin ich noch nicht ganz so weit, dass ich auf ein Sofakissen gestützt im Feinripp am Fenster sitze und Falschparker beim Verfassungsschutz melde, aber Sorgen in diese Richtung mache ich mir schon irgendwie, denn: Die Jugend ist nicht mehr das, was sie mal war. Lassen Sie mich bitte kurz erklären, worum es mir in diesem Blog geht...
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mann, ich bin – sorry – angepisst. Und zwar nachhaltig.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist ja so, nicht wahr: Auch, wenn früher natürlich nicht alles besser war, gab es ein paar feste Regeln, die auch heute noch durchaus Sinn ergäben, würde man deren Einhaltung gewissen Bevölkerungsschichten nahe legen. Gerne auch nachdrücklich. Eine dieser Regeln lautete zum Beispiel: „Wenn die Bullen kommen, ist die Party vorbei.“ 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das funktionierte immer einwandfrei. Glauben Sie mir. Ich kenne mich da aus. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kurze Info an die Jüngeren unter uns: Zu der Zeit, in der ich mich noch gepflegt durch die Wochenenden eskalierte, trug die Polizei allen Ernstes grüne Krawatten auf senfgelben Hemden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Echt, ehrlich. Im Ernst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dazu gehörten Hosen aus hoch entflammbarem Mischgewebe, deren Farbe entfernt an hellen Milupa-Säuglingsschiss gemahnte. Ich will hier nichts beschönigen. Diese Leute sahen aus, als wären Sie von einem sehbehinderten Verkäufer in einem dunklen Geschäft während eines Live-Mitschnittes von „Verstehen Sie Spaß“ eingekleidet worden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Geschenkt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zu meiner Zeit sah die Bullerei aus, wie die letzten Ottos, doch wenn dann zu vorgerückter Stunde die Staatsmacht in Form einer derart gewandeten Lachnummer auftauchte, aus dem untermotorisierten VW stieg und sich die weiße Kunstlederkappe aufsetzte, waren trotz des lächerlichen Outfits alle Anwesenden plötzlich ganz furchtbar brav und kooperativ. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Natürlich wussten die Cops, dass wir ihnen nur was vormachten, und wir wussten auch, dass sie es wussten, aber das war schon okay, denn im Kern der Sache waren wir uns einig: Die Party endet genau in dem Moment, in dem der Herr Wachtmeister sich am Gürtel die Hose gerade zieht, „N´Abend, Zusammen...“ sagt, und mit hochgezogenen Augenbrauen investigativ und offiziell in die Runde nickt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Heute scheint die Party erst dann richtig los zu gehen. Und das ist ein Problem, dem wir uns annehmen sollten, finde ich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Genau dies ist die Stelle, an der ich losgnartzen muss, weil es einfach aus mir raus will. Ich will und werde heute mal ausdrücklich NICHT darauf achten, nett zu sein und niemanden zu beleidigen, denn die Schwachköpfe, über die ich schreiben will, sind es auch nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kleiner Spoiler: Bringen Sie die Kinder in Sicherheit, und dann können Sie – wenn Sie möchten – weiterlesen. Es werden Schimpfworte fallen. Und ja, sie sind auch so gemeint. Jedes einzelne davon.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn es bei Rettungs- und Hilfseinsätzen – entschuldigen Sie – richtig derb aufs Maul gibt, wenn Polizisten, Notärzte, Feuerwehrmänner (Ja, auch FeuerwehrmännINNEN, okay...) angegriffen und verletzt werden, weil intellektuell zu kurz gekommene Vollidioten meinen, gerade ausgerechnet denen in den Arsch treten zu müssen, deren Ankunft sich jeder in Not geratene Mensch wünscht, dann verlassen die Angreifer den Bereich zivilisierten Zusammenseins und dürfen – wenn Sie mich fragen – auch nicht mehr auf zivilisiertes Verhalten hoffen, wenn es um die Ahndung ihrer holzhirnigen, empathielosen, verachtenswerten und schlicht struntzdoofen Handlungen geht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich weiß, solche Ausnahme-Vorfälle gab es schon immer, aber die Menge macht das Gift. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und die Menge steigt und steigt.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was ist denn eigentlich mit uns los, verdammt noch mal? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich sah vor ein paar Tagen einen Bericht über einen Mann, der bei der Feuerwehr arbeitet, hobbymäßig fernöstliche Kampfsportarten betreibt, und der nun Selbstverteidigungskurse für Hilfskräfte anbietet, weil das scheinbar opportun ist, in einer Welt, in der zu Silvester ganze Notarztwagen-Besatzungen in Hinterhalte gelockt und übel rangenommen werden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Selbstverteidigungskurse für Hilfskräfte?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ehrlich? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wer ist denn so unfassbar dumm, dass er ausgerechnet die Menschen angreift, die es kaum erwarten können, dort hin zu gehen, wo alle anderen weglaufen? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Deine Wohnung steht in Flammen? Sekunde! Ich riskiere meinen Hintern, gehe rein, und ich rette was zu retten ist!“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Du hattest einen wirklich sehr unappetitlichen Autounfall auf der A3 und sitzt vor Schmerzen schreiend eingeklemmt im Wrack deines Wagens? Kein Thema! Ich bin schon unterwegs!“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Du wirst bedroht, zusammengeschlagen oder ausgeraubt? Ich kümmere mich darum. Keine Angst! Du bist nicht alleine! Ich sehe mal, was ich tun kann!“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Helden des Alltags? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Helden des Alltags.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun, für die Menschen, die in eine schlimme Situation geraten und auf professionelle Helfer angewiesen sind, trifft diese (wenn auch etwas blumige) Bezeichnung für diese Menschen zu. Ich weiß das. Ich weiß das sogar genau. Wir reden über Menschen, die helfen, wo es nötig ist, Menschen, die ihre eigene Angst und ihren Ekel bekämpfen, damit sie da hin gehen können, wo es weh tut, Menschen, die unentgeltlich Dinge tun, bei denen sie sich unter Umständen eine langwierige Behandlung bei der örtlichen Traumatherapeutin einhandeln können, Menschen, die einfach nur aus ihrer Überzeugung heraus die Dinge tun, die jeder zivilisierte Mensch gerne tun würde, sich aber nicht traut oder nicht zutraut, den Anforderungen eines solchen Jobs gerecht zu werden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alles, was wir tun müssen, um diese außergewöhnlichen Menschen in ihrem Tun zu bestärken, ist Ihnen mit Respekt und Dankbarkeit gegenüber zu treten. Sie fordern diese Dinge nicht ein, das würden sie niemals tun, also müssen wir ungefragt liefern. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nach einem Starkregenereignis hat unsere lokale freiwillige Feuerwehr unseren Keller ausgepumpt. Ich weiß nicht, ob Sie das nachempfinden können, aber wenn Ihr Zuhause absäuft, dann ist es ein verdammt gutes Gefühl, wenn da plötzlich wildfremde Menschen mit beeindruckendem Equipment auftauchen, professionell die Kontrolle übernehmen und anfangen, der Situation ein zweites Arschloch aufzureißen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese Menschen sind wertvoll, verdammt! Sie gehen genau da hin, wo wir alle fortlaufen! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Polizei, Feuerwehr, Notärzte, THW, egal. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die freiwillige Feuerwehr unseres Ortes hatte auf dem letzten Weihnachtsmarkt einen Glühweinstand, und ich kaufte an diesem Abend den teuersten Glühwein meines Lebens. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bestellte, bekam meine zwei Tassen Glühwein, und zahlte... nun, viel zu viel. Der ehrenamtliche freiwillige Feuerwehrmann hinter dem Tresen schaute mich kurz mit zusammengezogenen Augenbrauen an, kramte leicht genervt das Rückgeld zusammen, und dann erklärte ich ihm, dass er den Rest behalten solle. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Nein! Das ist ja viel zu viel“, lachte er. Scheinbar war er der Meinung, ich hätte schon mehr als genug Glühwein gehabt und hielt mir mit Nachdruck das Wechselgeld entgegen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Letztes Jahr war auch viel zu viel Wasser in meinem Keller. Und Ihr wart da echt super. Vielen Dank, noch mal. Das passt schon. Nehmt´s als Spende, oder so“, sagte ich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es war einfach eine spontane Handlung. Nichts, was ich geplant hätte. Ich habe ehrlich gesagt erst gesehen, dass der Glühweinstand von der örtlichen Feuerwehr unterhalten wurde, als ich schon längst in der Schlange stand.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Feuerwehrtyp bedankte sich überschwänglich, sagte, er fände das total super und erklärte allen Ernstes, so etwas sei seiner Feuerwache – soweit er wusste – noch nie passiert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schlimm, oder? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich meine... Ist das nicht schlimm? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich habe an diesem Abend keine Riesensumme über den Tisch geschoben, es war eher die Geste als der Betrag, worum die es mir ging, aber die Reaktion war schon irgendwie bezeichnend für die Art und Weise, in der wir mit denen umgehen, die uns im Krisenfall mit Gerät, Einsatz und Engagement zur Seite stehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir sollten uns was schämen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wirklich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und was die Schwachköpfe angeht, die Rettungskräfte angreifen: Ich weiß, dass es falsch ist, wenn man den Vollidioten, die zu blöd sind, eine Rettungsgasse zu bilden, einen Unfall an den Hals wünscht, bei dem die Rettungskräfte dann ebenfalls nicht an den Unfallort kommen. Ich weiß auch, dass es der Sache nicht hilft, wenn man solche Zivilisationsbremsen beschimpft, anstatt sie ruhig und gefasst darüber in Kenntnis zu setzen, dass sie scheiße sind, und sie mit ihrer Blödheit dem kompletten Rest der halbwegs zivilisierten Gesellschaft auf den Sack gehen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Randerscheinungen, die bedauernswerten Idioten, die Helfer beim Helfen behindern und Rettern das Retten erschweren, nur um sich selbst zu beweisen, dass sie entgegen ihrer geheimen Befürchtungen doch nicht schwul sind, sondern – im Gegenteil – ganz tolle Männer, die echt maskulin und im Besitz wahnsinnig großer Testikel sind. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In meinen Augen sind das die peinlichen Ausfälle einer ansonsten ganz gut funktionierenden Evolution. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sorry. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nein, nicht sorry. Es tut mir eben nicht leid. Ich bin schon wieder nett, und ich will nicht nett sein. Nicht, bei diesem Thema. Menschen, die Menschen angreifen, die anderen Menschen helfen, sind Vollidioten. Punkt. Schwachköpfe. Dumm. Ich würde sagen, dass diese Menschen in der Entwicklung der Menschheit hunderte von Jahren hinterherhinken, aber das würden sie wahrscheinlich auch nicht kapieren, weil sie eben dumm sind. Einfach nur dumm. Vielleicht können sie nichts dafür. Aber das macht sie nicht besser. Willst du mir Deine Doofheit beweisen? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann greife jemanden an, der im Dienste der Gesellschaft alte Menschen pflegt. Feuer bekämpft. Straftaten verhindert. Unfallopfern Erste Hilfe leistet. In Krisengebieten Zelte, Hilfsgüter und Medikamente liefert.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mensch ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dies ist meine Meinung, und wenn Ihnen meine Meinung nicht gefällt, werden Sie vielleicht feststellen, dass Sie den falschen Blog lesen. Vielleicht, weil Sie auf der anderen Seite des Zaunes stehen, der die Idioten von mir fern hält.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber okay, ich weiß, dass bloßes Anblaffen nichts bringt. Vielleicht sollten wir also von einer anderen Seite an das Problem herangehen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht sollten wir – als Gesellschaft – geschlossen gegen die Zurschaustellung menschlicher Verblödung vorgehen, indem wir zivilcouragiert und lautstark mit dem Finger auf all die zeigen, die uns schaden, damit diese Dummköpfe merken, dass der Rest der Welt sie für Idioten hält. Vielleicht kapieren sie dann zumindest, dass sie ziemlich alleine da stehen. Das wäre ein Anfang.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch wenn sie blöd sind, wie eine Tüte Mücken, das wäre vielleicht ein Anfang. Zumindest für die, bei denen noch ein paar Gramm Resthirn zu vermuten ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber, um positiv zu bleiben, schlage ich vor, die Deppen mit ihren Eselsmützen am Kindertisch sitzen zu lassen, und – unter uns Erwachsenen – all jene zu feiern, die für uns jeden Tag im Früh-, Spät-, und Nachtdienst in den Startlöchern stehen, um uns überall da zu helfen, wo die Kacke dick wird. Deren Bereitschaft und Arbeit sollten wir gebührend abfeiern. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Öffentlich. Lautstark. Mit Applaus und Begeisterung. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Humba, Humba, Täterää, Alaaf, Helau und all das andere Gedöns.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Feiern sie schön. Und denken Sie mal an all die, die nicht feiern können, weil Sie heute – am Veilchendienstag 2023 – Bereitschaftsdienst haben, um Sie, Ihre Töchter und Söhne oder auch  Freunde und Nachbarn schnell genug ins Krankenhaus zu bringen, wenn die Party vielleicht mal zu hart wurde. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht wird es irgendwann wieder ein bisschen so, wie damals im Freibad. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Früher, als der Bademeister mit dem DLRG-Schein als Rettungsschwimmer unser Held war, und wir alle irgendwann mal Feuerwehrmänner/*innen oder Polizisten/*innen werden wollten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Weil es halt unsere Helden waren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und noch immer sein sollten.    
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nix für ungut.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
               
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 21 Feb 2023 20:25:21 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/der-gnartz-muss-was-loserden</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
    </item>
    <item>
      <title>Hier mal "Basherbashing"</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/basherbashing</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         oder: What's so funny 'bout being funny?
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Während Sie noch überlegen, ob Sie diesen Blog lesen oder Ihre kostbare Zeit vielleicht doch lieber darauf verwenden möchten, auf dem Speicher nach alten Yps-Heften zu suchen, hier eine desillusionierende Tatsache, die ich gerne mit Ihnen teilen würde: Ihre Yps-Hefte bringen Ihnen bei Ebay NICHT die erhoffte Altersvorsorge ein. Nein, auch dann nicht, wenn Sie unter der Kiste mit dem Weihnachtsschmuck die Ausgabe mit den „Urzeit-Krebsen“ entdeckt haben.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fragen Sie nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ja, ich habe ewig nichts geschrieben weil ich als international unbekannter Autor ohnehin nur für mich selbst schreibe, und Sie nur die fiktive Ausgeburt meiner völlig überreizten Phantasie sind. Sie (mein Leser, meine Leserin oder mein lesender Mensch anderer sexual-psychologischer Kategorisierung) existieren nicht, aber das nehme ich Ihnen nicht übel. Sie können ja nichts dafür, dass es Sie nicht gibt, und Sie haben noch nicht mal Eltern, die Sie dafür verantwortlich machen könnten, was mich irgendwie traurig für Sie macht, aber gleichzeitig auch froh, dass Sie nicht existieren, denn dann leiden Sie zumindest nicht darunter, keine Eltern zu haben, auch wenn nicht existente Eltern für nicht existente Leser wahrscheinlich ebenso wichtig sind, wie es meine existenten Eltern für mich sind, was mir nun doch wieder irgendwie für Sie leid tut.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
             
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie merken schon: Ich bin verwirrt. Seien Sie froh, dass es Sie nicht gibt, denn tatsächlich zu existieren kann ganz schön komplex sein, vor allem, wenn man Nachrichtensender wie „Welt“ schaut.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist ja so, nicht wahr: Ich wurde im August 1966 als sommersprossig-rheinländischer Durchschittspanz geboren, und als solcher war ich im sogenannten „Deutschen Herbst“ 1977, in dem die RAF sich quer durch die Abendnachrichten ballerte, gerade mal elf Jahre alt. Trotzdem erinnere ich mich daran, dass die Namen Raspe, Baader, Ensslin oder Meinhof in aller Munde waren. Auch die Ziele der Anschläge, Schleyer, Buback, Ponto... Alles „Household-Names“ der späten 70er. Die Älteren werden sich erinnern. Als schließlich der entführte Lufthansa-Jet „Landshut“ in Somalia durch ein Sondereinsatzkommando des BGS gestürmt und die in Stammheim inhaftierten RAF-Terroristen tot in ihren Zellen aufgefunden wurden, gab es zwei Narrative: Erstens der offizielle und in den Nachrichten präsentierte Bericht über den feigen kollektiven Selbstmord der RAFler, und zweitens die Version, die unter den linken Bazillen und langhaarigen Bombenlegern an den Universitäten hinter vorgehaltener Hand getuschelt wurde, und in der die Staatsorgane nicht ganz so menschenfreundlich wegkamen. Wie dem auch sei, die RAF war kriminell und böse, die Jungs von der GSG 9 waren Helden, die braven Menschen in Deutschland konnten wieder ruhig schlafen und alles war wieder gut. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und jetzt – fast fünfundvierzig Jahre nach all den Attentaten und Morden – höre ich plötzlich im Nachrichtensender „Welt“, dass die RAF in heldenhafter Manier das KZ in Auschwitz befreit hat! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich meine: Hallo? Wieso sagt einem das denn keiner, verdammt? In der Schule, in den Nachrichten, nirgendwo wurde das jemals erwähnt! Ich war bislang immer der Meinung, dass es sich bei den Terrortypen und -typ/*Innen der RAF um Durchgeknallte mit einer kapitalen Beule im Helm handeln musste, und jetzt erzählt mir die ansonsten bestimmt sehr nette Frau Lehfeldt im Fernsehen, dass „Heute vor 78 Jahren das Vernichtungslager Auschwitz durch die Rote Armee Fraktion befreit“ wurde. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ja, okay. Das war witzig. Realsatire? Vielleicht. Peinlich? Keine Ahnung. Ja, vielleicht auch das. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Shit happens? Absolut. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und jetzt? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich meine... Na, und? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin kein Freund des allgegenwärtigen Online-Bashing, bei dem sich empathisch Zu-Kurz-Gekommene darüber lustig machen, wenn andere Menschen publikumswirksam einen schwachen Moment haben. Für mich ist der Volkssport des Bashing noch immer ein Gradmesser für die grassierende Holzhirnigkeit der Online-Community und ein Beweis für den Verfall sämtlicher Werte (ja, ich bin alt. Verklagen Sie mich doch). Und auch wenn ich sehr wohl der Meinung bin, dass man als Moderatorin eines renommierten Senders den Unterschied zwischen der sogenannten Roten Armee und der Rote Armee Fraktion kennen sollte, bin ich doch der Meinung, dass der eigentliche Klopper nicht in dem Versprecher von Frau Lehfeldt an sich liegt, sondern eher in der Tatsache, dass der Dame im Scheinwerferlicht ihr Fehler augenscheinlich gar nicht aufgefallen ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ihrer gleich daneben stehenden Kollegin übrigens auch nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Egal. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich verstehe das schon. Man kriegt halt vieles mit, manchmal rutschen die Dinge einfach ineinander, es ist alles furchtbar komplex und dann stimmt irgendwann gar nichts mehr und man quasselt vor laufender Kamera völlig sinnfreien Klabuster vor sich hin, so knifflig ist das alles. Schon gut. Ist ja auch viel Kram, der jeden Tag auf einen einprasselt, und wir sind alle nur Menschen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oder? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wer öffentlich einen Bock schießt, der weiß, dass er gerade im Moment der Horst der Nation ist. Das tut weh und ist Strafe genug, sollte man meinen. Niemand steht gerne als der Depp vom Dienst da, niemand freut sich darüber, mal so richtig dämlich dazustehen, schon gar nicht vor der Kamera, niemand präsentiert sich gerne öffentlich und gut ausgeleuchtet in HD sprichwörtlich mit  heruntergelassenen Hosen und einem Popel an der Backe. Aber weil man ja mit der Zeit gehen muss, folgt nun mein ganz persönlicher Versuch, mittels schaler Schoten auf Kosten von Frau Lehfeldt ein paar Lacher zu ziehen. Scheinbar macht man das ja heute so, und ich wäre auch gerne cool und voll der Basher-Troll-Hater-Supertyp und so...
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
             
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also... Jüngere Deutsche Geschichte nach Frau Lehfeldt: Nach dem Absturz des Zeppelins „Titanic“ in Mogadishu hat Bob Geldof unter dem Motto „Arsch huh, Zäng usenander“ ein Benefiz-Konzert in London veranstaltet, um Geld für die Aktion Mensch zu sammeln. Der damalige Vorsitzende der Aktion Mensch, Rainer Calmund, machte zum Dank den weltberühmten Kniefall im Warschauer Ghetto in Budapest und gab sein Ehrenwort, nie zu verraten, woher das Geld stamme, bevor er wenig später in einer Badewanne im Genfer Hotel Beau Rivage der Ausreise syrischer Flüchtlinge zustimmte, was schließlich die Berliner Mauer zu Fall brachte und später den deutschen Herbst einläutete. Nach der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Oettker durch die Rote Armee befreite die neu formierte GSG 8 schließlich Nelson Mandela aus der Prager Botschaft in Kerpen, der dadurch in letzter Minute der Strafverfolgung und Inhaftierung in Guantanamo entgehen konnte, und am Tag der Deutschen Einheit mit dem Papst eine Herrenboutique in Wuppertal eröffnete (Danke, Herr von Bülow).  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Boah, is die doof, eh. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Leute, macht Euch locker. Ja, das mit Frau Lehfeldt und der RAF war witzig. Und das war es dann auch schon. Entspannt Euch. Menschen machen Fehler, labern Blödsinn, liegen falsch. Für Beispiele hierfür dafür lesen Sie halt am besten einfach mal meinen Blog. Auch, wenn Sie nicht existieren. Er ist voll von halbgarem Blödsinn, aber vielleicht kann man ab und zu zumindest über meine Dämlichkeit kichern. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ist doch schön! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich meine, da hat jemand Bockmist erzählt, hat sich vertan, okay, aber dieser Versprecher ist längst nicht so schlimm, wie viele andere Dinge, die ich in den Nachrichten höre, und von denen ich mir wünschte, es würde sich nur um Versprecher handeln. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Fähigkeit, in den „sozialen“ Medien eben nicht ständig auf weiche Ziele einzuprügeln, ist ein Zeichen gehobener Charakterstärke. Und was Sie angeht, Frau Lehfeldt: Wenn Sie sich jetzt im Gegenzug öffentlich über die Knallköppe aufregen, die der Meinung sind, sie müssten in Ihre Richtung so richtig einen fahren lassen, dann füttern Sie damit nur die Idioten, die sich am meisten darüber ärgern würden, wenn man sie einfach nicht beachtet. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noch nicht mal ignorieren, die Deppen. Das wäre ein kluger Zug. Das gilt übrigens auch für alle Kreativen, Schaffenden, Machenden, Präsentierenden und sonstwie aktiven Menschen, die immerhin was tun, anstatt sich nur billig über die kleinen und größeren Peinlichkeiten aufzuregen, die Menschen widerfahren, die immerhin etwas leisten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nur wer nichts macht, macht auch keine Fehler. So einfach ist das. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sich über die Leistungen anderer Menschen lustig zu machen, wenn denen mal was Doofes passiert  und sich dabei auch noch cool vorzukommen, ist wahrscheinlich der größte Indikator für persönliche Jämmerlichkeit, den man sich nur vorstellen kann. Und dankenswerterweise erbringen all die Hater und die Basher diesen Nachweis völliger Karlheinzhaftigkeit tagtäglich und mit schöner Regelmäßigkeit selbst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Immer daran denken: Drüber zu stehen macht Spaß. Das ist nicht arrogant, nein, das hat Stil. Wie ein alter Freund vor Jahren einmal sagte: Was stört es den Mond, wenn ihn ein Wolf anheult? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn man schon gezwungen ist, täglich an seinem ersten Magengeschwür zu basteln, nur weil man in der Öffentlichkeit steht, und sich diese Öffentlichkeit offenbar zu einem großen Teil aus empathielosen Vollidioten rekrutiert, die in der analen Phase nur Holzspielzeug bekommen haben (Danke, Herr Rether), dann sollte man das Magengeschwür doch lieber den wenigen Dingen verdanken, die es zumindest wert sind, oder nicht?   
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber ein ganz klein wenig beömmelt habe ich mich schon, Frau Lehfeldt. Das müssen Sie mir lassen. Ich meine... das war schon irgendwie witzig. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber ich verrate Ihnen jetzt mal was aus meiner ganz privaten (und immer voller werdenden) Kiste persönlicher Peinlichkeiten: Ich habe in jüngeren Tagen als übermotivierter Sänger einer untermotivierten Rockband auf der Bühne Dinge getan, auf die ich... Egal. Sagen wir einfach nur, dass sich Ihre Moderation gegen meine frühen Heldentaten ausmacht, wie der heißeste Anwärter auf den neugeschaffenen „Preis für ultra-professionelle Sendungsmoderation“ (kurz: PUPS). Ich war schlimmer. Glauben Sie mir. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Viel schlimmer. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einziger Unterschied: Zu meiner Zeit der peinlichen öffentlichen Voll-Aussetzer gab es halt das verdammte Internet und all die hirnvernebelten selbstgerechten Schwachköpfe nicht, die die folgende einfache Regel bis heute noch nicht kennen: „Wenn du nichts Nettes sagen kannst, sag einfach gar nichts.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Okay. Die Schwachköpfe gab es schon. Aber das Internet als Plattform derer, die sich hübsch versteckt hinter Online-Alias-Phantasienamen über Andere lustig machen, nur um sich selbst in dem nasskalt-nebelschwadenverhangenen, morastigen Tal der Enttäuschten, in dem sie scheinbar ihr Dasein fristen, ein wenig cooler zu fühlen, das gab es eben noch nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich war damals Rockstar, nur eben, dass das außer mir keiner wusste. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Drittes Semester Fremdschämen. Mehr will ich dazu nicht sagen. Nur so viel: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wären Aufnahmen mancher meiner Konzerte auf YouTube gelandet, würde ich heute wahrscheinlich bei den „Fünfzig lustigsten Rock-Idioten“ bei  Oliver Geissen in den Top Five landen. Schwein gehabt.   
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also: an all die jungen Menschen von heute, die nicht das Glück hatten, ohne Internet aufzuwachsen: Seid der Mond und nicht der Wolf. Das ist viel zu leicht. Wolf sein, das ist was für Leute, die nur Wolf können, weil es rein kognitiv für mehr als „scheiße finden“ einfach nicht reicht.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber Ihr seid besser als das. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oder?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.   
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 06 Feb 2023 17:47:42 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/basherbashing</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
    </item>
    <item>
      <title>From Genesis to Irritation</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/from-genesis-to-irritation</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Oder: The great Rock'n'Roll swindle
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lesen Sie das bloß nicht!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dies ist der Blog, den ich nicht schreiben werde. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nicht schreiben werde, niemals schreiben wollte, nicht ins Netz stellen, nicht mal darüber reden werde ich, denn ich habe lange darüber nachgedacht, und ich bin der Meinung, ich sollte es lassen. Also respektieren Sie gefälligst mein Verlangen nach ein wenig Privatsphäre und gehen Sie weg. Sie werden mich ohnehin nicht verstehen und wenn doch, dann werden Sie mich falsch verstehen, denn es geht um etwas, das ich liebe und deshalb jetzt hassen muss. Das bedeutet, ich muss darüber schreiben, um klar zu machen, warum ich nicht darüber schreiben möchte und es veröffentlichen, damit Sie verstehen können, warum ich es nicht veröffentlichen kann und will. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie sehen, es ist ein wenig komplex.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich habe lange nichts mehr von mir hören lassen und das hatte auch seinen Grund. Als weltweit unbekannter Autor hat man nur wenige Positivpunkte auf seiner Seite, aber immerhin gehört zu diesen Punkten auch die Tatsache, dass es niemandem auffällt, wenn man mal die Schnauze hält und sich eine Weile als weltweit unbekannter Musiker um seine Musik kümmert, anstatt ständig schlaue Traktate ins Datennetz zu pumpen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich mag Musik, ich mag meine ganz eigene, persönlich hergestellte Musik, und ich mag alles, was ein wenig „proggy“ ist, und damit sind wir auch schon bei dem Punkt, über den ich an dieser Stelle kein Wort verlieren werde: Genesis.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin ein Fan seit dem ich „Prog-Rock“ sagen kann. Ich werde hier nicht erwähnen, dass es sich bei meiner Liebe zu dieser Band lediglich um meine Liebe zu den „alten“ Genesis handelt, denn das geht Sie nichts an und versteht sich ja auch von selbst. Sollten Sie der Meinung sein, „Invisible Touch“ sei ein Genesis-Song, dann werden Sie feststellen, dass Sie den falschen Blog lesen, was Sie nicht tun werden, weil ich nicht über dieses Thema schreiben werde, also vergessen Sie das einfach. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin verwirrt. Entschuldigen Sie. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie man eine Abschiedstournee starten kann, nachdem man seit vierzehn Jahren weg vom Fenster war, verstehe ich nicht. Es gibt Menschen, die heute mit Mopeds durch die Innenstädte knattern, die zum Zeitpunkt der letzten Genesis-LP mit neuem Material noch gar nicht geboren waren (also die Menschen, nicht die Mopeds). Der letzte neue Genesis-Song erschien im Jahr 1997, als selbst Phil Collins keinen Bock mehr auf Genesis hatte, und der über Jahrzehnte mehr oder minder geglückte Versuch, Peter Gabriel durch Phil Collins zu ersetzen, durch den bereits nach einer Platte und einer abgebrochenen Tournee gescheiterten Versuch ersetzt wurde, Phil Collins durch Ray Wilson zu ersetzen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Helmut Kohl war damals Bundeskanzler, in Gorleben wurde gegen Castor-Transporte protestiert, Prinzessin Diana starb in einem Pariser Autotunnel, Mutter Theresa starb ebenfalls, auf der Raumstation MIR brach ein Feuer aus, und Tic Tac Toe landeten einen Hit, wahrscheinlich weil Gott und die Welt mit Mutter Theresa, Lady Diana und dem Feuer auf der MIR beschäftigt war, und deshalb nicht richtig zuhörte.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lange her. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann herrschte Stille bis ins Jahr 2007. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Nachricht war der Wahnsinn! Genesis hauen ein Konzert raus! Wer? Genesis? Ach, ja! Genesis! Das Konzert – ich kann hier nur meinen persönlichen Eindruck schildern – war genau das, was passieren muss, wenn man alten Herren dabei zusieht, wie sie routiniert und vielleicht ein wenig langsamer als früher ihre größten Hits runter dudeln. Große Monitore, viel Licht, wenig echter Funke, keine Spielfreude, keine Gänsehaut. Als es vorbei war, fühlte ich mich betrogen. Ich hatte der Band (selbst als sich die Speerspitze progressiver Rockmusik längst zum Wohlfühl-Konsens-Popkonzern umformatiert hatte) die Treue gehalten, ungeachtet der hochgezogenen Augenbrauen all derer, die Genesis als Phil-Collins Begleitband bezeichneten, und mich (MICH!!!) für einen abwaschbaren und seelenlosen Popkonsumenten ohne jede Ahnung von Musik hielten, wenn ich von Genesis sprach. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nachdem das selbstbetitelte Album von 1983 erschien, fiel es manchmal schwer, ein Genesis-Fan zu sein. Es tat gelegentlich sogar richtig weh, aber wenn ich dann mal wieder „Supper's Ready“, die 1981er Aufnahme von „One for the vine“ in Sheffield, „Stagnation“, die „Lamb“ oder selbst „Blood on the Rooftops“ hörte, war alles wieder gut. Wirklich alles. Forgive and forget. Ihr könnt ja auch anders. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann kam die Zeit, in der Genesis es sich offenbar vornahm, mir ganz persönlich in den Hintern zu treten und mich endgültig los zu werden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Live wurde Neues abgefeiert, Neues, das seinerseits auch schon zwanzig Jahre alt war (Invisible Touch, Land of Confusion, I can't Dance...), und die alten Fans, die die Band dort hin gebracht hatten, wo sie jetzt war, nämlich in einer Welt mit ovalen Swimmingpools, nackten Weibern und gekühltem Mangosaft, wurden pflichtbewusst und leicht peinlich berührt mit einem „Old-Medley“ abgefüttert, was ja wohl schon mal die Höhe ist, oder wie sehe ich das? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann wieder Stille. Ganze vierzehn Jahre lang. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich sage es einfach noch mal, okay?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vierzehn Jahre.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wahrscheinlich war man zuhause, Geld zählen, oder weiß der Geier, was. Es geht mich ja auch nichts an, ich liebe die Musik, nicht die Musiker. Die Leute sind mir persönlich so unbekannt, wie ich ihnen, also bitte, jeder soll machen, was er will, aber nach vierzehn Jahren Stille, vierundzwanzig Jahre nach dem letzten neuen Song (aufgenommen in einer anderen Besetzung) eine Abschiedstournee zu starten, erinnert mich stark an einen Mittfünfziger, der nach dreißig Jahren Funkstille und ohne Ankündigung vor der Tür steht und auf meiner Couch pennen will, weil wir ja schließlich mal zusammen in einer Schülerband gespielt haben. Irgendwie übergriffig.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und heute? Phil hat seinen ebenfalls schlagzeugspielenden Sohn mitgebracht. Und zwei Leute, die die höheren Töne für ihn singen, weil die Gesundheit nicht mehr mitspielt, und er selbst es nicht mehr kann. Chester Thompson, der seit dreißig Jahren bei Genesis den Job als Tourdrummer innehatte, wurde gar nicht erst gefragt, ob er dabei sein möchte, und ich fühle mich durch diese Tatsache persönlich angemacht. Ich mag Chester Thompson. Nick Collins spielt gut, klar, er kann das und warum auch nicht, aber Chester ist für mich der Mann an den Drums. Er spielte mit Zappa, Clapton, Weather Report, Santana und einem ganzen Register weiterer hochklassiger Musiker. Hochklassiger Acts, wie eben auch Genesis mal einer war. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nun spricht die Presse von Nicholas Collins, dem Genesis-Drummer, der rührenden Vater-Sohn Geschichte und von Phil Collins und seiner stark angeschlagenen Gesundheit. Phil sitzt während der Kozerte auf einem Stuhl! Phil kann nicht mehr richtig singen! Phil wurde vor einem Hotel in einem Rollstuhl sitzend abgelichtet! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kann da auch mal jemand ein einziges Wort über die Musik verlieren?  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nein? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum nur?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wieder macht die Band es mir schwer, ein Fan zu sein. Ich weiß, für den Hype um Nebensächlichkeiten ist nicht die Band, sondern die Presse verantwortlich. Aber die Band musste wissen, was passieren würde, und es hat sie nicht davon abgehalten, mit dieser Tournee, die niemand braucht, an den Sockel ihres eigenen Denkmals zu pinkeln. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein alter Freund, ebenfalls ein Fan, versuchte, mir eine andere Perspektive zu eröffnen. Er meinte, es sei vielleicht gar nicht so sehr eine Tour, als viel mehr die Gelegenheit, seinen alten Helden auf Wiedersehen zu sagen, und ihnen sozusagen die Ehre eines letzten Konzertbesuches zu erweisen. Vielleicht ginge es gar nicht so sehr um die Musik, als viel mehr um die Institution, die sich von ihren Fans verabschiedet...
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich verstehe den Ansatz. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ehrenhaft. Irgendwie schwiemelig, aber auch nicht ganz falsch. Warum sollten sie es sonst tun? Am Geld wird es nicht liegen. Aber wenn mich jemand dazu einlädt, dabei zuzuschauen, wie die alten Zirkuspferde von Genesis noch einmal die alten Songs spielen (die „neuen“ alten Songs, wohlgemerkt), Zeuge zu werden, wie diese ehemals großartige Band etwas aufführen möchte, das sie nicht mehr aufführen kann, mir selbst damit weh zu tun, ein letztes Mal dabei zu sein, wie Genesis es mir schwer macht, ein Fan zu bleiben, schwerer denn je, dann möchte ich dafür nicht auch noch zweihundert Pfund Eintritt zahlen müssen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich wünsche Phil Collins von ganzem Herzen Gesundheit und ein langes Leben. Ich wünsche Tony Banks und Michael Rutherford weiterhin Erfolg mit ihren Projekten und ich wünsche Nicholas Collins, dass er es schaffen wird, ein anerkannter Drummer mit seinen eigenen Projekten zu werden, und dass die Entscheidung, bei Papa in der Band zu spielen, nicht dazu führt, dass er bereits als junger Mann in der Branche einen miesen Ruf bekommt. Da könnte er sich ein paar gute Tipps von Jason Bonham holen, der mit der gleichen Thematik cleverer umgegangen ist. Ich wünsche Chester Thompson alles Gute und ich wünsche Daryl Stuermer viel Erfolg auf all seinen Wegen. Er ist ein unglaublicher Gitarrist.     
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und ich bin froh, dass ich diesen Blog nicht geschrieben habe, denn ich fürchte fast, Genesis, die Band die es mir seit Jahrzehnten so schwer macht, ein Fan zu sein, könnte am Ende tatsächlich herausgefunden haben, wie sie es trotz all meiner Gegenwehr schaffen könnte, ihr Ziel zu erreichen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Danke, dass Sie diesen Blog nicht gelesen haben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich habe ihn über Jahre hinweg so sehr nicht schreiben wollen, dass es gut tat, ihn jetzt nicht veröffentlichen zu müssen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sat, 09 Oct 2021 11:02:21 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Matériel de Lecture de Toilette oder so</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/materiel-de-lecture-de-toilette-oder-so</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Oder: Gewusst, wo!
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein guter Freund brachte mich heute auf den folgenden Gedanken: Wenn man einen Menschen kennenlernen will, geht das nicht, ohne einen Besuch auf seinem Klo.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir alle kennen das: Man lernt einen Menschen kennen, sei es nun beruflich oder privat, und irgendwie funkt es. Man versteht sich auf Anhieb gut, man scheint über einen ähnlichen Humor zu verfügen und mag die selben Filme. Vielleicht stößt man im Laufe der Zeit sogar über Schnittmengen in den jeweiligen Lebensläufen. Man hat vielleicht die selbe Schule besucht, hat gemeinsame Bekannte oder man hat – ohne es zu wissen – auf dem selben Konzert nur wenige Reihen voneinander entfernt gesessen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lustig, wie das Leben so spielt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man trifft sich ein paar mal, man verbringt eine nette Zeit miteinander, ein paar Wochen später geht man vielleicht gemeinsam Essen oder man lädt sich gegenseitig zum Essen im jeweiligen Zuhause ein.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dies ist der Moment der Wahrheit. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hier entscheidet sich, ob die frisch geknüpfte Verbindung eine Chance auf eine Zukunft hat. Der Moment in dem sich entscheidet, ob aus der Bekanntschaft eine Freundschaft wird, oder ob die Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität so hoch ist, dass man enttäuscht und leicht desillusioniert den Abstand zueinander langsam aber stetig wieder vergrößert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man betritt das Territorium des Anderen. Sein Zuhause. Seinen ganz persönlichen Bereich. Hier lernt man mehr über die Person, die diese heiligen Hallen bewohnt, als an jedem anderen Ort der Welt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie wohnt dieser Mensch? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gemütliche Küche mit großem Esstisch für lange Abende bei Kerzenschein unter Freunden oder Hochglanzlack-Küchenlandschaft ohne Fingerabdrücke mit zweitausend Euro teurem Kaffeevollautomaten? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kuscheliger Teppich oder praktischer wenn auch kalter Fliesenboden?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vinyl oder CDs? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oder gibt es gar keine Tonträger, sondern lediglich eine externe Festplatte mit einer 400.000 Songs umfassenden unpersönlichen Playlist? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man schaut sich um, man gewinnt Eindrücke, man ist überrascht oder findet seine Einschätzung bestätigt... 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bitte Sie! Das ist alles Quatsch! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nichts als Mummenschanz und Schaulaufen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich sage Ihnen jetzt alles, was Sie wissen müssen: Wenn Sie etwas über einen anderen Menschen erfahren wollen, benutzen Sie sein Klo und schauen Sie sich an, was auf dem kleinen Regal neben der Toilette liegt. Dort, neben der Ersatzrolle Klopapier, finden Sie die Wahrheit über ihren Gastgeber. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Studieren Sie seine Klolektüre. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist egal, wie viel Wert der Mensch, der gerade im durchgestylten Wohnzimmer auf Ihre Rückkehr wartet, auf sein äußeres Erscheinungsbild legt. Es ist auch völlig gleichgültig, ob er oder sie mit Möbeln protzt oder sich beim Sperrmüll mit dem Nötigsten eingedeckt zu haben scheint. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Denken Sie immer daran: Jeder – wirklich jeder – vergisst beim präparieren der Wohnung für den abendlichen Besuch, dass es die Klolektüre ist, die den Menschen in seinem Kern offenbart. Nirgendwo ist der Mensch so ehrlich und ungeschützt, wie in der keramischen Abteilung seiner Wohnung. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hier ist er wirklich er selbst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und hier liest er das, was er wirklich liebt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vergessen Sie den Bücherschrank im Wohnzimmer, in dem die in Leinen gebundene Goethe-Gesamtausgabe neben dem „Universum in der Nussschale“ von Stephen Hawking ihr ungelesenes Dasein fristet. Vergessen Sie auch das bunt bebilderte „Vegane Rezepte des vietnamesischen Streetfood“, das – wie zufällig dort liegengelassen – auf der Anrichte in der Designerküche liegt und Ihnen den hippen Livestyle des Besitzers beweisen soll. Und bitte: Lassen Sie sich in drei Teufels Namen nicht von unterarmdicken Coffee-Table-Books über Architektur oder Joseph Beuys blenden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kürzen Sie den ganzen Quatsch ab. Mit solchem Firlefanz sollten Sie keine Zeit vergeuden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Verlassen Sie den für die Öffentlichkeit bestimmten „So-möchte-ich-gerne-rüberkommen“ Bereich der Wohnung, fragen Sie einfach, ob Sie sich irgendwo die Hände waschen dürfen, gehen Sie ins Badezimmer und schauen Sie sich um.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was sehen Sie? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alte Musikzeitschriften? Disney´s Lustige Taschenbücher von 1987? U-Comix oder Asterix bei den Briten? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alles gute Zeichen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Total zerlesene, eselsohrige Taschenbücher mit Kurzgeschichten von Woody Allen? Ironisch-satirische Betrachtungen Marke Ephraim Kishon? Geben Sie Ihrem Gastgeber eine Chance.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tolkien´s „Herr der Ringe“ inklusive Silmarrillion und Siegmund Freuds Werkausgabe in zwei Bänden? Solche Bücher liest kein Mensch auf dem Klo. Ihr Gastgeber hat sie durchschaut und will für Sie sogar bei der Entsorgung seiner Stoffwechselendprodukte interessant wirken. Gehen Sie ins Wohnzimmer zurück, trinken Sie ihren Wein aus, bedanken Sie sich für den netten Abend, fahren Sie nach Hause und löschen Sie die Nummer dieses selbstverliebten Totalausfalls aus Ihrem Telefon.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der schlimmste vorstellbare Fall jedoch ist der, in dem Sie das Bad betreten, die Türe schließen, sich umdrehen und außer dem Aufdruck auf der Zahnpastatube nichts Lesbares vorfinden. Allein das Schreiben dieser Zeilen jagt mir einen Schauer über den Rücken, denn 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Menschen, die ohne Klolektüre leben, sind innerlich tot. Leere Hüllen ohne Leidenschaft, die wahrscheinlich noch nicht einmal wissen, dass ein Leben ohne Klolektüre vielleicht medizinisch machbar, aber vollkommen sinnlos ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schauen Sie also, dass Sie dort wegkommen. Am besten gleich durch das Toilettenfenster. Was auch immer Sie im Wohnzimmer zurücklassen müssen, können Sie sich neu kaufen. Das sind alles nur Gegenstände. Dinge, auf die man zur Not verzichten kann, glauben Sie mir. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber den Abend in der Gesellschaft eines Menschen zu verbringen, der auf dem Klo nicht liest, bedeutet nicht weniger als eine Verschwendung Ihrer Lebenszeit. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Abschließend: Sollten Sie diese Zeilen zufällig auf der Toilette eines Bekannten lesen, möchte ich Sie dazu beglückwünschen. Sie haben wirklich erlesenen Geschmack bei der Auswahl Ihrer Freunde und Bekannten bewiesen und ganz offensichtlich einen wunderbaren Menschen kennengelernt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einen Menschen, der humorvoll, intelligent und von Grund auf sympathisch ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Halten Sie ihn oder sie fest wie einen Schatz und grüßen Sie schön.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 11 May 2021 13:33:02 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/materiel-de-lecture-de-toilette-oder-so</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
    </item>
    <item>
      <title>Ein verregneter Montag in den faulig stinkenden Sümpfen der Resignation</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/ein-verregneter-montag-in-den-stinkenden-suempfen-der-verzweiflung</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Motivationsblog
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Rechts ist frei, aber beeilen Sie sich!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Leben steht der Kunst im Weg, so sagt man.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In meinem Fall stimmt das auch uneingeschränkt, doch es gibt auch eine Menge Menschen, an denen diese goldene Einsicht abzuperlen scheint. Vielleicht wissen diese Menschen gar nicht, dass das Leben der Kunst im Wege steht, und ihre Unwissenheit ermöglicht es ihnen, Künstler zu sein... 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Möglich, oder? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ja, möglich vielleicht, aber ich glaube nicht, dass es so einfach ist. Wissen Sie, was ich glaube?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich glaube, es gibt einen Trick, eine Art geheimes Herrschaftswissen oder vielleicht auch einen hermetisch von der Außenwelt verborgenen sektenartigen Geheimbund, dessen Mitgliedern Mittel und Wege zur Verfügung stehen, die es ihnen ermöglichen, sich um ihre Kunst – und nur um ihre Kunst – zu kümmern. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Kunst (und das ist der eigentliche perfide Trick in diesem Zusammenhang) übernimmt für all jene, die dieses Herrschaftswissen teilen, sogar die Funktion der Kaufkraftbesorgung, der Arbeit also, eine Tätigkeit, die mich paradoxerweise immer von der Verfolgung meiner künstlerischen Ziele abzuhalten scheint. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Verstehen Sie? Es ist eine geradezu Escher'sche Umkehr der Realitäten: Ich arbeite mir den Buckel eckig, um Geld für meine musikalischen Ambitionen und Aktivitäten zu verdienen, und ein beliebiges Mitglied dieses Geheimbundes, nennen wir ihn von mir aus einfach Mark Forster, bekommt Geld dafür, dass er keinerlei musikalische Ambitionen erkennen lässt. Und er bekommt für diese konsequente Vermeidungshaltung gegenüber jedweder künstlerischer Betätigung auch noch viel mehr Geld, als ich für meine harte Arbeit bekomme! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Er ist Mark Forster. Er ist halt vorhanden, und er ist darüber hinaus zuverlässig jeden Tag dieser Mark Forster-Typ. Und er lässt sich dabei filmen, wie er eine lustige Mütze auf dem Kopf hat und dabei freundlich in die Kamera lächelt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sollten Sie, lieber Leser, liebe Leserin oder lieber lesender Mensch anderweitiger Kategorisierung, mich nicht persönlich kennen und ein eingefleischter Mark-Forster-Fan sein, dann möchte ich Ihnen an dieser Stelle versichern, dass ich keinesfalls etwas gegen Mark Forster persönlich habe. Ich meine, wir sind uns nie begegnet! Und sollten Sie mich persönlich kennen, werden Sie ohnehin wissen, dass der letzte Satz gelogen war. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nein, seien wir ehrlich: Ich hasse den Typen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Frage ist also: Warum ist das so? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum kann ich diese dauergrinsende sympathisch-lockere Erfolgsfresse nicht ertragen? Kenne ich den Kerl? Hat er mir was getan? Hat er schlecht über mich geredet, oder seinen Hund in meine Einfahrt kacken lassen? Nein. Nicht, dass ich wüsste.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum neide ich ihm seinen Erfolg? Seine Jugend? Seine Beliebtheit? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ist es einfach die Tatsache, dass er scheinbar alles richtig gemacht hat, während ich verkackt habe und nun im Tal der Tränen sitze, ganz unten, da, wo der bittere Wein des Versagens den Morast der Verzweiflung durchtränkt, bis daraus die Sümpfe der bleischweren Selbstaufgabe entstanden, in denen ich jetzt bis zum Hals versunken stehe und auf einer verstimmten Billig-Gitarre den erfolglosen Blues der falschen Entscheidungen krächze? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ja, natürlich! Klar! Was meinen Sie denn?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das ist für meine Verhältnisse ein sehr kurzer Blog. Aber man muss ja auch nicht alles aufblasen, bis es nur durch die schiere Masse an Gravitation gewinnt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Selbsteinsicht kann sehr befreiend sein, so sagt man. Ich habe keine Ahnung, ob das stimmt. In meinem Fall hat diese Befreiung immerhin dazu geführt, dass ich nun weiß, warum ich eigentlich alles scheiße finde. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wissen Sie was? Der Mützenmann kann überhaupt nichts dafür. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und das ärgert mich irgendwie am meisten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Andererseits sind solche Anfälle von Neid und Missgunst auch immer ein Zeichen dafür, dass man in die falsche Richtung denkt. Ich glaube, die wahre Kunst ist es, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           mit sich selbst klar zu kommen. Der Vergleich mit Anderen kann nur in die Verzweiflung führen, denn man vergleicht sich immer mit denen, die - zumindest augenscheinlich - das bessere Leben haben, nie mit denen, denen es mieser geht, als einem selbst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der oft zitierte Volksmund sagt, dass das Gras auf der anderen Seite immer grüner zu sein scheint. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Frage, die man sich ab und zu stellen sollte, ist die: »Möchte ich mein Gras eigentlich grüner? Oder finde ich mein Gras in seinem momentanen Grün eigentlich ganz okay?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sehen Sie es doch mal so: Auch Mark Forster sieht Gras auf der anderen Seite. Und auch er findet es bestimmt irgendwie grüner, als das Eigene.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und schon sieht alles wieder ganz okay aus. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Grün, irgendwie. Und grün ist gar nicht schlecht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           PS: Gerade informiert mich mein Nachrichtenfeed, dass Mark Forster auf seiner aktuellen Platte zwei Platinsingles feiern kann. Ich gratuliere. Auch meinem Nachrichtenfeed, der irgendwie immer weiß, wie er mir nach getaner Arbeit noch einmal final in den Hintern treten kann. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 03 May 2021 17:33:29 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/ein-verregneter-montag-in-den-stinkenden-suempfen-der-verzweiflung</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Covid-Impfung (Erfahrungsbericht)</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/covid-impfung-erfahrungsbericht</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Oder: Mein persönlicher "The Day After"
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Heute keine launige Begrüßung. Das hier ist ernst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin kein Querdenker. Absolut nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin aber auch – und das wird Ihnen Jeder, der mich kennt, attestieren – kein leichtgläubiger Vollidiot, der jeden vorgefertigten Mist für bare Münze nimmt. Deshalb möchte ich Ihnen an dieser Stelle einmal einen durch und durch der Wahrheit entsprechenden Erfahrungsbericht an die Hand geben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Natürlich ist er subjektiv. Es ist MEIN Erfahrungsbericht. Ich bin das Subjekt, welches die Erfahrung gemacht hat, also kann er nicht objektiv sein, denn das ist es nicht, was „objektiv“ bedeutet. Sollte Ihnen jemals ein absolut objektiver Erfahrungsbericht angedient werden, wissen Sie also, was Sie von einem solchen Deppen halten sollten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich habe gestern meine erste Impfung erhalten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gab mal Zeiten, da hätte man mich an dieser Stelle gefragt, gegen was ich denn geimpft worden sei, aber dazu kommen wir gegen Ende dieses Blogs noch zu sprechen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hier ist also mein persönlicher Erfahrungsbericht. Machen Sie sich Ihre eigene Meinung über anhängige Verschwörungstheorien, meine Willfährigkeit gegenüber den herrschenden Mächten oder auch darüber, ob ich als Versuchskaninchen für eine Rasse außerirdischer Echsenwesen missbraucht wurde, welche die menschliche Rasse erst unterjochen und dann aufessen möchte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Gestern:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Heute ist mein Impftermin. Ich fahre in die Stadt zu meiner Hausärztin. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Frühstücksfernsehen sprach man heute – wie bereits seit einem guten Jahr – fast ausschließlich über das Coronavirus, und ich werde heute genau dagegen geimpft, und hoffentlich auch gegen das Morgenmagazin. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich parke mein Auto, und auf dem Parkautomaten entdecke ich einen Aufkleber mit einem QR-Code: „Jetzt scannen! Die vertuschte Wahrheit über die Imftoten in Altersheimen!“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bemerke, dass der Verfasser, der sich so intensiv mit Impftoten beschäftigt hat, dass er über geheime Informationen höchster Brisanz verfügt, trotzdem bis zum heutigen Tag noch nicht einmal weiß, wie man „Impftote“ schreibt, und verzichte aufgrund der Faktenlage auf den Scan. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Außerdem bin ich spät dran.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die junge Dame, die mir wenig später mit einer Spritze in der Hand gegenüber sitzt, klärt mich über häufige, weniger häufige und seltene bis extrem seltene Nebenwirkungen auf. Ich nicke, sie lächelt, und dann sinkt die Nadel in meinen Oberarm. Die Kanüle ist so unfassbar dünn, dass ich noch nicht einmal einen Stich verspüre. Dann ist es auch schon vorbei. Man schickt mich für zehn Minuten ins Wartezimmer und dann darf ich wieder fahren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Heute:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Wecker klingelt und ich wache auf. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich liege mit geschlossenen Augen auf dem Rücken und höre tief in mich hinein. Meine Finger fühlen sich geschwollen an. In meinem angewinkelten linken Knie bemerke ich ein hässliches Stechen und ich strecke das Bein aus, was mir nach ein paar Sekunden und nicht ohne ein leises Stöhnen gelingt. Mein Rücken schmerzt und als ich meinen Kopf in Richtung des Weckers drehe, ist es, als knirsche es mein Nacken. Ich bin wirklich nicht in guter Verfassung. Ich verspüre auch eine leichte Übelkeit, die ich aber mit ein paar tiefen Atemzügen in den Griff bekomme. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So weit so gut. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich setze mich seufzend auf, und bringe den verdammten Wecker zum Schweigen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf der Bettkante sitzend mache ich Bestandsaufnahme. Mein ganzer Körper fühlt sich an, als hätte ich am Vortag am Ironman auf Hawaii teilgenommen und mit einem Platz unter den ersten Zehn abgeschnitten. Es ist wie ein starker, ein sehr starker Muskelkater, nur irgendwie anders, irgendwie hinterhältiger, intensiver und auch ein wenig – nun – äußerlicher. Wie ein blauer Fleck, verteilt auf den ganzen Körper. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unter Stöhnen hieve ich mich auf die Beine. Meine Füße quittieren das Gewicht meines Körpers mit einer empörten Meldung an mein Gehirn. Ein wenig so, als würde man Stecknadeln in halb eingeschlafene Fußsohlen stecken. Es sticht, kribbelt, schmerzt leicht, und sendet diese Signale bis hinauf in meine Knie. Ich denke, es wäre wahrscheinlich eine gute Idee gewesen, die heutigen Termine abzusagen. Ich würde gern daheim bleiben. Ich fühle mich elend. Wirklich elend. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann gehe ich ins Bad.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vor dem Spiegel stehend, drücke ich mein Kreuz durch und versuche, endlich in eine aufrechte Stellung zu kommen. Wieder rebelliert mein Körper und meine Hüfte sendet einen Beschwerdebrief über meine Wirbelsäule bis hinauf in meine Schultern. Es ist wirklich brutal. Ich möchte an dieser Stelle nicht übertreiben, denn das Wort „Martyrium“ ist dann vielleicht doch ein wenig zu hoch gegriffen, aber ich fühle mich wirklich schlecht. Sehr schlecht. Mein Kreislauf ist im Keller, mein ganzer Körper schmerzt und ich frage mich, wie ich den heutigen Tag auf der Arbeit überleben soll.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein ganz normaler Morgen für einen ganz normalen Mittfünfziger, also. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich schlurfe zurück ins Schlafzimmer und ziehe mir ein T-Shirt über. Als ich meinen linken Arm hebe, stelle ich eine leicht schmerzende Stelle an meinem Oberarm fest, die mir neu erscheint. Es fühlt sich an, als sei ich am Vortag unvorsichtigerweise mit der Schulter gegen einen Türrahmen gestoßen. Dann fällt mir ein, dass ich gestern die erste Impfung gegen Covid-19 erhalten habe, und schreibe diesen leichten Druckschmerz der Einstichstelle der Spritze zu. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Ernst: Machen Sie einen Termin und lassen Sie sich impfen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kennen Sie den Unterschied zwischen der Covid-Impfung und der Pockenimpfung oder der Schluckimpfung gegen die Kinderlähmung, an die sich die Älteren vielleicht erinnern werden?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Unterschied ist das Internet. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das ist der große und einzige Unterschied. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Früher hat der nette Mann im weißen Kittel gesagt, man solle sich impfen lassen, weil man sonst ganz furchtbar krank werden könne. Man dachte sich also: „Okay, wenn er das sagt... Er hat es studiert, ich nicht, also her mit dem Zeug, wenn´s die Kasse zahlt!“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und heute? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Heute leben in Deutschland 83.000.000 Virologen, und alle wissen es besser, als jeder Hausarzt, jeder Professor, jeder Statistiker und jeder Forscher auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten. Es sind tatsächlich exakt 83.000.000! Genau 83.000.000! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wirklich wahr. Ich habe sie gezählt! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zwei mal!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Glauben Sie nicht? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Doch, hab ich!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ehrlich!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wenn Sie sonst jeden Dreck aus dem Internet glauben, nur weil er geheimnisvoll und verschwörerisch klingt, weil er sensationell ist und Sie sich denken: „Aber was, wenn es wirklich stimmt?“ Nun, dann können Sie mir auch glauben, dass es in Deutschland zur Zeit 83.000.000 Fachleute in Sachen Pandemiebekämpfung gibt, und dass ich sie persönlich zweimal durchgezählt habe. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Tipp: Investieren Sie in weiße Kittel. Denn bald werden wir alle mit weißen Kitteln durch die Fußgängerzonen laufen, denn wir alle sind dann Spezialisten. Die Kittelherstellungsbetriebe werden Aktien auf den Markt werfen, und wir alle werden reicher als wir es uns vorstellen können. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ehrlich!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein zweiter Impftermin ist übrigens in der ersten Juniwoche. Ich freue mich drauf. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und ich werde mich am Tag darauf wieder beschissen fühlen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Allerdings habe ich das auch schon vor drei Wochen, und da war ich noch nicht geimpft. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das läuft sich über den Tag hinweg raus. Erfahrungssache, so was...
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wenn ich nach der zweiten Impfung tatsächlich unter Nebenwirkungen leiden werde, dann werde ich das auch noch überleben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zumindest werden diese Nebenwirkungen nicht aus einem Beatmungsschlauch oder aus der total plausiblen Annahme bestehen, dass ich einer der Vollidioten sein werde, die ein Intensivbett belegen, weil sie glauben, dass Bill Gates ihnen einen Chip implantieren will. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Peace.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nichts für ungut. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          B.   
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 28 Apr 2021 17:30:14 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/covid-impfung-erfahrungsbericht</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
    </item>
    <item>
      <title>Das perfekte Verbrechen</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/das-perfekte-verbrechen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Oder: Wenn der Kern weich wird
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Karsten Dusse hat in seinem Roman „Achtsam Morden“ bildhaft und unterhaltsam beschrieben, welche Auswirkungen es haben kann, wenn man allzu achtsam mit sich selbst und seiner Umgebung umgeht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich möchte Sie an dieser Stelle ausdrücklich nicht dazu aufrufen, die halbe Unterwelt Ihrer Heimatstadt auszurotten, nur um in den Genuss einer KiTa-Stelle für Ihren Nachwuchs zu kommen, aber die Sache mit der Achtsamkeit hat trotzdem durchaus ihre Vorteile. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kurz: Man sollte ab und zu mal einen Schritt zurück machen und sich fragen: „Wie genau stellt sich 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           eigentlich die momentane Situation dar?“, und auch die daran anschließende Frage „Wie finde ich das eigentlich?“ kann nicht schaden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Beispiel: Ein guter Bekannter, nennen wir ihn Iggy, erzählte mir vor einiger Zeit, er habe vor Jahren einmal bei der Vox-Serie „Das perfekte Dinner“ teilgenommen und sogar den Wochensieg abgeräumt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich glaubte ihm sofort, denn – und das sei hier in Granit gemeißelt – der Mann kann kochen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ernsthaft: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Erlauben Sie sich bloß nicht, zu sterben, bevor Sie Iggy´s Pasta Aglio e Olio mit mildem Chili gegessen haben. Es ist Einfachheit in perfekter Form. Sie werden den Teller nicht leeren wollen, Sie werden eine Kerze davor platzieren und ihn anbeten. Ihn, diesen Teller, diesen Teller voller Pasta, diese Augenweide, die von Carl Spitzweg gemalt werden sollte. Lieben werden Sie ihn, diesen Teller, und schon nach der ersten Gabel dieser bissfesten und trotzdem samtig-sämigen Herrlichkeit werden Sie einen Beitritt zur katholischen Kirche erwägen, einfach nur, weil diese ihren Hauptsitz in Italien hat. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was ich damit sagen möchte, ist: Essen Sie die verdammten Nudeln. Dann können Sie lächelnd abkratzen, denn Sie werden es als ein besserer Mensch tun. Als ein Mensch, der zumindest einmal im Leben wahre Perfektion erlebt hat.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Verdammt, jetzt habe ich Hunger bekommen... Wo war ich? Ach ja. „Das Perfekte Dinner“. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Iggy erzählte mir also von der Serie und auch, dass er noch heute regelmäßig rein schaue, und sei es einfach nur aus Gewohnheit und in Erinnerung an seinen eigenen kleinen Triumph. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich dachte mir darauf im Stillen das Folgende: Wenn ein Kerl wie Iggy, d
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           er aus Pasta, Knoblauch, Olivenöl und ein paar Schoten eine Melange aus purer Zufriedenheit zu kreieren weiß, diese Sendung verfolgt, kann ich mir vielleicht ebenfalls die eine oder andere handwerkliche Finesse abschauen, denn auch ich koche viel und gerne. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Als Nicht-Eingeweihter in die Lehren und Fallstricke des Vorabendfernsehens begann also auch ich, von Neugier getrieben, jeden Abend um neunzehn Uhr den Fernseher einzuschalten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es war irgendwie genau so, wie die Sache mit dem Verkehrsunfall: Man weiß, man sollte so was eigentlich nicht anstarren, aber nach einer Weile wird es schwer, nicht hinzuschauen. Für all jene unter Ihnen, die mit der Sendung nicht vertraut sind: Beim Perfekten Dinner handelt es sich um eine Show, in der sich fünf völlig Fremde eine Woche lang gegenseitig bekochen. Jeder richtet einmal ein Abendessen aus, natürlich werden Punkte verteilt, und wer am Freitag die meisten Punkte sein Eigen nennt, ist toll.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So saß ich vor dem flachen Konversationszerstörer im Wohnzimmer und schaute gebannt auf die Entwicklung der Ereignisse. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           War der Kommunikationsdesigner und Webadministrator Heinz-Jürgen aus Gütersloh in der Lage, seinen Gästen zum Dessert ein Schokotörtchen zu präsentieren, welches einen leicht flüssigen Kern hatte? Konnte Samira, die Hühnerpsychologin aus Herne, mit ihrem vegetarischen „Sonnenteller“ auch einen Fleischliebhaber wie Björn, den leicht adipösen Metzgermeister aus Dülmen, überzeugen? Und überhaupt: Hatte Marion, die Sonnenstudiobesitzerin aus Oer-Erkenschwick überhaupt noch eine Chance auf den Wochensieg, nachdem ihr Zanderfilet am Dienstag jegliche Röstaromen vermissen ließ (Ein Fauxpas, der „innerhalb der Gruppe“ durchaus kontrovers diskutiert wurde)?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fragen über Fragen, und die Antworten würden erst bei der finalen Offenlegung der erzielten Punkte das Licht der Welt erblicken. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Spannung, schlaflose Nächte, klamme Hände, Appetitverlust und ein leichter Hang zum Nachschauen existenzieller Fakten in den einschlägigen Mediatheken waren die Folge dieser geistigen Folter, denn man kann sich ja auch nicht alles merken. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es war brutal, glauben Sie mir, aber machen wir es kurz: Es kam der Freitag und die Zeit der Punktevergabe rückte unaufhaltsam näher. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich saß bei Bier und Chips im heimeligen Kerzenschein und mein Atem ging stoßweise und stockend. Es lief auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Samira und Heinz-Jürgen hinaus, wie es schien. Samira konnte Gemüse grillen, verdammt, ja, das konnte sie, aber Heinz-Jürgen (oder Äitsch-Dschäi, wie ich ihn mittlerweile nannte) hatte sich als wahrer König des Rinderfilets entpuppt, und dann war da ja auch noch die Sache mit dem perfekt weichen Kern im Schokokuchen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           War er überhaupt noch zu schlagen? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Andererseits hatte Samira den eindeutigen Vorteil der extrem kurzen Röcke auf ihrer Seite... Außerdem war ihr vegetarischer Ansatz immer für ein oder zwei Underdog-Punkte gut, das war nicht zu unterschätzen. Es würde bis zum bitteren Ende keine klare Tendenz erkennbar werden, das stand fest. Meine Handflächen schwitzten. Ich bemerkte ein nervöses Zucken in meinem linken Augenlid, erhöhter Speichelfluss troff mir aus dem Mundwinkel, und die Spannung drohte, mich zu zerreißen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann war es endlich soweit. Die Umschläge mit den Punkten wurden hereingebracht. In wenigen Sekunden würde der Sieger feststehen. Ich rieb mir kalten Schweiß von der Stirn und beugte mich nach vorn, um bloß nichts zu verpassen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Werbepause.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Natürlich.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Na, gut. Das war ja zu erwarten. Ich beschloss, die Zeit zu nutzen und ging schnellen Schrittes zur keramischen Abteilung meiner Wohnstatt, um dort Gewicht abzubauen. So saß ich dann auf dem Thron des kleinen Mannes und plötzlich war es, als würde ein gleißendes Licht vom Himmel fallen. Ein glühender Strahl reinsten göttlichen Scheins zerschnitt das Halbdunkel meiner durch eine Energiesparlampe spärlich illuminierten Erleichterungskaschemme, ein Donnerknall ertönte, und eine Stimme, klar wie der Morgen und voluminös wie Glockenklang, erschallte in meinem Kopf.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und sie sprach auf mich herab: »Bescheuert, oder wie? Mach sofort die Scheiße aus!«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann erlebte ich einen Moment der Achtsamkeit und Klarheit. Mir wurde klar, dass Mutti mich nicht auf die Schule geschickt hatte, damit ich als Mittfünfziger anderen Leuten beim Kochen zuschaute. Die wohlmeinenden Lehrer meiner Jugend hatten nicht versucht, mir die Klassiker der Literatur, die Musik der großen Meister und die faszinierende Komplexität der Naturwissenschaften näher zu bringen, damit ich nun, als erwachsener Mann, mit leerem Blick und dumpfem Schädel eine Antwort auf die Frage erhielt, ob nun Heinz-Jürgen oder Samira in den Augen von Björn, dem einsamen Dülmener Schweineschlachter, besser darin war, Essig-Öl-Tunke über Salat zu schütten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Moment der Klarheit. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Achtsam. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eindeutig.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich dachte an all meine Beschwerden darüber, dass ich keine Zeit für die Dinge zu haben glaubte, die mir etwas bedeuten, all mein Klagen über viel zu dicht gepackte Termine, zu wenig Zeit für mich und meine Frau, meine Freunde, mein Schreiben und meine Musik, ja, mein Leben ganz allgemein! Mir wurde klar, dass ich mich ständig darüber beschwerte, keine Zeit für die schönen Dinge im Leben zu haben, und doch fand ich seit einer Woche die Muße, mir allabendlich das Hirn zu verpesten, in dem ich Leuten, die ich nicht kannte, in Städten, die ich noch nie besucht hatte, dabei zuzuschauen, wie sie sich gegenseitig was zu essen kochten?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Interessierte es mich auch nur im Geringsten, was Äitsch-Dschäi von Samiras Paprikas hielt? Interessierten mich die Teilnehmer, die Rezepte, die Tischdeko, die Esszimmer oder die launigen Kommentare aus dem Off? Interessierte es mich, wer am Ende der Woche drei Mille mit nach Hause nahm? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Interessierte mich überhaupt irgendwas von dem ganzen Blödsinn? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mir wurde klar, dass ich mir tatsächlich freiwillig Dinge anschaute, die mich nicht die Bohne etwas angingen und regte mich sogar darüber auf, wenn der Kram, den ich eigentlich nicht sehen wollte, durch Werbepausen unterbrochen wurde, die ich ebenfalls nicht sehen wollte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fakt: Die Glotze hatte mich eingeholt, eingelullt und weichgekocht, bis hin zum flüssigen Schokokern meines Resthirns. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Machen wir uns also bewusst: Es ist nicht die Aufgabe des Fernsehens, uns zu unterhalten. Es ist die Aufgabe des Fernsehens, seinen Werbekunden Zuschauer zu liefern. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das weiß man, das ist klar, aber trotzdem hatte die Glotze es irgendwie geschafft, mich in ihren Bann zu ziehen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich meine: Bei Idioten? Okay. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber verstehen Sie mich nicht falsch: Das dies auch bei so unfassbar intelligenten Menschen wie mir und Ihnen, lieber Leser, lieber Leserin und liebem lesenden Menschen anderer Kategorisierung funktioniert, finde ich gelinde gesagt erschreckend. Das perfekte Dinner und ähnliche Formate sind das perfekte Verbrechen: Sie sind Geiselnahmen ohne Freiheitsberaubung. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Erstaunlich, oder? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bevor ich mich in Zukunft über völlig belanglosen Schwachsinn aufrege, werde ich versuchen, achtsamer zu sein. Ich bin der festen Überzeugung, dass sich in 99,9 Prozent der Fälle etwas finden wird, dass meine Aufmerksamkeit eher verdient, als dieser seelen- und belanglose Mumpitz. Und die verbleibenden 0,1 Prozent werde ich vielleicht einfach aussitzen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das geht vorbei. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Viel Spaß also bei Ninja Warrior Germany, Germany's next Topmodel und der vierhundertvierzigsten Wiederholung der Big Bang Theory. Wussten Sie übrigens, dass die deutsche Erstausstrahlung von „Two and a half men“ bereits am 12.05.2005 stattfand? Sie erinnern sich? Das war damals... drei Wochen, nachdem Joseph Ratzinger plötzlich zu Papst Benedikt wurde und Johannes Paul II ablöste. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lange her, gell?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sehr lange her. Aber seit diesem Tag sitzen wir hier und schauen uns die vierzigste Wiederholung der fünften Folge der dritten Staffel an, und wundern uns, warum wir so wenig Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ganz im Ernst: Wollen wir da wirklich hin? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Echt? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und was „Das Perfekte Dinner“ angeht: Ich werde in Zukunft einfach selbst Eines kochen, und ein Leben haben, anstatt anderen Menschen in meiner Glotze beim Leben-Haben zuschauen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oder, jetzt, wo ich gerade darüber nachdenke, vielleicht einfach noch mal bei meinem Kumpel Iggy nachfragen, wann es das nächste Mal Spaghetti gibt. Der Mann kann kochen. Und ich kenne ihn persönlich, ganz im Gegensatz zu Samira, Aitsch Dschäi und all den anderen Arschnasen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das ist mein Plan.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Machen Sie sich Ihren eigenen Plan, und handeln Sie danach. Es geht mich ja auch nichts an. Ebenso wenig, wie es mich etwas angeht, wenn fremde Menschen in fremden Städten nach fremden Rezeptbüchern versuchen, einen Schokokuchen mit weichem Kern herzustellen, damit ihnen fremde Menschen dafür eine unbekannte Anzahl von Punkten vergeben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nichts für ungut.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.   
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
             
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 20 Apr 2021 17:27:27 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/das-perfekte-verbrechen</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Burkiland und die Folgen</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/burkiland-und-die-folgen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         oder: Mein Körper ist auch nur ein Mensch
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Körper und ich sind alte Kumpels.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir haben gemeinsam eine Menge erlebt, wir kennen uns verdammt lange, und im Allgemeinen kommen wir zwei ganz prima miteinander aus. Okay, wenn mein Körper zum Beispiel Kopfschmerzen hat, kann das auch mir den Tag versauen, aber daran sieht man halt auch, wie eng die Beziehung ist, die mein Körper und ich pflegen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Beziehung zwischen Menschen und ihren Körpern kann sehr unterschiedlicher Natur sein, und das liegt häufig daran, wie Menschen ihre Körper empfinden. 
           &#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die – gerade in unserer gesundheitsbewussten Zeit – der Meinung sind, ihr Körper sei eine Art Tempel, der nicht durch tierische Produkte, sonstige ungesunde Ernährung und mangelnde Bewegung entweiht werden dürfe. So sehr ich diese Menschen auch respektiere und schätze – immerhin esse ich selbst weder Wurst, noch Fleisch oder Fisch – in diesem Punkt möchte ich ihnen widersprechen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Mein Körper ist kein Tempel. Kein Stück. Nie gewesen. Ich widerspreche der Ansicht dieser Menschen im Vollbesitz meiner rapide schwindenden geistigen und körperlichen Kräfte, und ich tue es mit einem gut gekühlten Bier in der einen und einer großen Tüte herrlich salziger Pommes in der anderen Hand. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und ich tue es im Brustton der Überzeugung, denn mein Körper ist ein verdammter Vergnügungspark. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Mein Körper ist "Burkiland", wenn Sie so wollen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich bin im Besitz eines Tickets, welches mir freien Eintritt zu sämtlichen Fahrgeschäften und Lokalen meines persönlichen Vergnügungsparks garantiert, und ich habe vor, dieses Ticket zu nutzen und mir die damit verbundenen Freuden und Genüsse rein zu pfeffern, wann und wo auch immer es geht. Mit diesem Körper werde ich Spaß haben, bis es keinen Spaß mehr macht, ich werde mir selbst gut tun, bis es mir weh tut, ich werde mein Leben genießen, mein Essen, meine Getränke, mein Dasein im Allgemeinen und das Dasein derer, die mir nahe stehen, im Besonderen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Schauen sie, es ist ja so: Gerade in meiner Jugend habe ich Dinge getan, Dinge konsumiert und Dingen gefrönt, die mir jede Menge Spaß bereitet haben, und Sie können mir glauben, dass ich Einiges davon bis heute selbst kaum glauben kann. Gleichzeitig habe ich damals auf Dinge verzichtet, auf die ich nicht hätte verzichten sollen. Zum Beispiel habe ich schon frühzeitig darauf verzichtet, auf das Rauchen zu verzichten. Gerade dieser Verzicht war – wie ich heute weiß – einer, auf den ich besser verzichtet hätte. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Verstehen Sie mich bitte nicht falsch. Ich bin kein Idiot. Natürlich ist mir völlig klar, dass ein Lebenswandel, wie ich ihn lange Zeit geführt habe, nicht spurlos an mir vorübergehen kann. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es ist wie in jeder Genuss-Situation. Sei es in einer Kneipe, einem wirklich guten Restaurant oder auch in der „Grillstation zum Schmierigen Löffel“, einer komplett versifften Dönerklitsche am Ende einer Schotterstraße im Industriegebiet mit drei Wochen altem Frittierfett, in der "explosiver Brechdurchfall" die wahre Spezialität des Hauses darstellt... Eines ist klar: Am Ende steht da immer Jemand, der einem die Rechnung entgegen hält. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            In meinem Fall war die Rechnung hoch: Chronische obstruktive Lungenkrankheit, oder kurz COPD. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es war eine Rechnung, die ich zum Zeitpunkt der Diagnose als verdammt hoch empfand, aber der Kellner war zu keinerlei Rabatt bereit. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich habe nicht lange mit ihm diskutiert. Sinnlos, so was. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Manchmal ist es ganz einfach: 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich kannte die Preise und hatte trotzdem bestellt. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Die Rechnung präsentierte mir dann der Kellner in Person meines Lungenfacharztes. Er trug sogar eine – entfernt an einen Kellner erinnernde – weiße Jacke, als er mir die Rechnung präsentierte, was mich gefreut hat, denn ich arbeite grundsätzlich am liebsten mit Profis.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            (»Tisch drei? Sie wollen zahlen? Ja, gerne... Sie hatten dreißig Jahre Zigarettenkonsum, plus diverse andere Kleinigkeiten, das macht dann... einen Moment... ein lächerlich miserables Lungenvolumen und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit etliche Jährchen Ihrer Lebenszeit. Ich bringe Ihnen auf den Schreck noch einen hochprozentigen und die Leber schädigenden Cognac. Geht auf´s Haus. Brauchen Sie eine Quittung?«) 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und wissen Sie was? Den Cognac würde ich nehmen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Warum?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Weil ich ihn mag.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich denke, am Ende des Tages liegt der Königsweg einfach darin, mit sich selbst im Reinen zu sein. Ich habe es eine Weile ganz schön krachen lassen, und wenn ich die Rechnung präsentiert bekomme, darf ich mich nicht wundern, wenn mir der Betrag unter dem Strich nicht gefällt. Ich war derjenige, der den Deckel für den Abend zusammengebracht hat, und nun bin ich derjenige, der ihn zahlt. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Das ist nur fair. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Warum ich Ihnen das erzähle?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Weil ich Ihnen lange nichts erzählt habe. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Mein letzter Blog ist lange her und ich habe mich selbst gefragt, warum ich irgendwie momentan nichts zu sagen habe, was des Schreibens lohnen würde. Da war natürlich das allgegenwärtige Corona-Ding, und ich muss gestehen, dass diese Situation auch mich nicht vollkommen kalt lässt. Gerade als chronisch Lungenkranker bin ich natürlich an einer schnellen Impfung gegen eine Lungenkrankheit interessiert, und ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich vielleicht darüber schreiben sollte, welchem absolut chaotischen Irrsinn man sich gegenübersieht, wenn man sich in meiner Situation um einen Impftermin kümmern möchte. Bei mir sah es in etwa folgendermaßen aus: 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich befinde mich zwar in der aktuellen Priorisierungsgruppe, aber ich bin noch nicht über sechzig Jahre alt. Also informierte mich die offizielle Terminvergabe der Kassenärztlichen Vereinigung darüber, dass ich meinen Hausarzt um einen Termin bitten muss. Mein Hausarzt sagte, er habe keinen Impfstoff, und daher solle ich meinen Lungenfacharzt kontaktieren. Mein Lungenfacharzt sagte, er habe keinen Impfstoff, da er eine Privatpraxis führe und Impfstoff nur an kassenärztliche Praxen vergeben werde. Der kassenärztliche Facharzt, den ich daraufhin anrief, sagte, er könne mir auch nicht helfen, denn er habe keinen Impfstoff, aber ich solle mich doch einfach mal an meinen Hausarzt wenden...
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Den Rest erspare ich Ihnen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Noch mal: Ich bin in dieser Gruppe, weil ich eine Vorerkrankung habe. Die Vorerkrankung habe ich, weil ich bestellt hatte, und irgendwann die Rechnung bekam. Habe ich ein Problem damit, dass es nicht schnell genug geht? 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Habe ich jetzt ein Problem mit Frau Merkel oder den Herren Söder, Laschet oder Spahn?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Blödsinn.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich sage es, wie es ist: Es ist Mist gebaut worden, doch die Leute tun, was sie können. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Damit meine ich die Leute, die die wirkliche, die die tatsächliche Arbeit machen. Ich meine die Ärzte, die Pfleger, die Intensivmediziner, die Betreuer, die Altenpfleger, die MTAs und - nicht zu vergessen - die Leute in den Callcentern der Terminvergabe, die täglich beschimpft, beschuldigt und erniedrigt werden. Diese Leute können nur vergeben, was auch vorhanden ist. Sei es Impfstoff, oder seien es Termine. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Nur mal so, zum Zwecke der Perspektive: In meinem Fall bin ICH derjenige der den Mist gebaut hat, sonst wäre ich nicht in der Priorisierungsgruppe, die mich jetzt – aufgrund der Vorerkrankung – zu einer Impfung berechtigt. Ich sollte mich also nicht darüber beschweren, dass ich nicht sofort einen Termin bekomme, sondern ich sollte mich darüber freuen, dass ich schon jetzt terminberechtigt bin, obwohl ich an meiner Situation selbst die Schuld trage.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
             
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Danke dafür. Im Ernst.  
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Vielleicht habe ich ja hier wirklich Glück im Unglück. Ich bin ein Mensch, der gerne genießt. Mein Körper ist "Burkiland", ein Vergnügungspark, und ich bin mir bewusst, dass ich einige schlechte Entscheidungen getroffen habe. Andererseits stelle ich mir oft die Frage, ob ich wirklich bereue, was ich getan habe, und die Antwort ist ein klares „Nein“. Meiner Meinung nach bereut man häufig die Dinge, die man eben NICHT getan hat. Es sind s
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            elten die Dinge, an die man sich noch Jahre später erinnert, und seien sie auch noch so dämlich gewesen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich glaube, das Leben sollte Spaß machen. Ich glaube, man kommt  nur einmal rum, und da sollte man die Fahrt auch genießen. Jack Nicholson wird nachgesagt, er habe einmal die Meinung geäußert: „Wenn ich sterbe, dann will ich krank sein. Nicht gesund. Das wäre bescheuert.“
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Vielleicht sehe ich das ähnlich. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich denke, ich würde lieber bei voller Fahrt und vor Freude kreischend mitten im Looping mit einer Achterbahn entgleisen, als gemütlich und in verhältnismäßiger Sicherheit an Altersschwäche zu sterben, während ich mit einem Glas Mineralwasser meinen Kumpels drüben am Bierstand zuproste, und mich frage, worüber sie wohl gerade lachen.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und wenn ich jetzt aufgrund meiner Erkrankung früher eine Impfung erhalte, als Sie, lieber Leser, dann geschieht dies nur, weil auch ich meinen Preis gezahlt habe.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Kommt halt drauf klar, ihr schmerbäuchigen Spandexhosen-Fahrradhelm-Funktionswäsche-Wochenendradler und auch ihr, ihr Fitness-Studio-Jahreskarten-Selbstoptimierungs-Smartwatchglotzer. Verklagt mich, wenn Ihr meine schwabbelig-unansehnliche Körperlichkeit zum kotzen findet, Ihr Arschgeigen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Im Gegensatz zu Euch habe ich einen entscheidenden Vorteil: Ich bin mit mir, meinem Körper, meiner Geschichte und ja, auch mit meiner Zukunft, im Reinen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und nichts für ungut.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            B. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            PS: Ich weiß, dass der Vergleich mit dem Vergnügungspark kein Burkhard-Simon-Original ist. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Vergeben Sie mir also, lieber Ich-habe-das-Buch-auch-gelesen-Klugscheißer, der jetzt gerade ungefragt aus der letzten Reihe lauthals „Das hat er von Anthony Bourdain geklaut!“ in die Klasse blökt. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich weiß, dass ich den Vergnügungspark-Vergleich von diesem viel zu früh verstorbenen Koch, Connaisseur internationaler Küche und Kenner der New Yorker Punkszene – nun – geliehen habe, nichts desto Trotz hatte der Mann vollkommen Recht, also erlauben Sie mir bitte, mich ausnahmsweise an dieser Stelle mal mit fremden Federn zu schmücken. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
              
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 15 Apr 2021 17:34:42 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/burkiland-und-die-folgen</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Die endliche Geschichte</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/die-endliche-geschichte</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         oder: Time-Warp für Leseratten
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hallo, Endverbraucher!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bock auf Zeitreise?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich auch. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin ein kleiner Junge in einem viel zu großen Körper. Ein emotional schwer angeschlagener, zutiefst verunsicherter junger Mensch, und ich halte ein Buch in Händen. Es trägt den Titel „Die unendliche Geschichte“ und es handelt von einem emotional schwer angeschlagenen, zutiefst verunsicherten kleinen Jungen, der ein Buch in Händen hält. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Buch ist in einem kupferfarbenen Umschlag gebunden, und den Buchdeckel zieren zwei stilisierte Schlangen, die sich gegenseitig in den Schwanz zu beißen scheinen und die so ein Oval bilden – ein Zeichen für die Unendlichkeit. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der emotional schwer angeschlagene, zutiefst verunsicherte kleine Junge in meinem Buch heißt Bastian Balthasar Bux. Das Buch, das er in Händen hält, sieht ebenso aus, wie mein Buch. Mein Buch wurde mir von einem Freund überlassen, Bastian hat seines von einem Buchhändler mit Namen Karl Konrad Koreander gestohlen. Er ist kein Dieb, aber einem Buch, welches behauptet, eine unendliche Geschichte zu erzählen, konnte er einfach nicht widerstehen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich lese. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich lese, und ich verschwinde mehr und mehr von dieser Welt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bastian sitzt auf dem schmutzigen Dachboden seines Schulgebäudes und ich sitze bei ihm. Ich bin leise, er kann mich nicht hören und nicht sehen, doch dafür sehe ich ihn umso besser. Während ich in meinem Buch lese, schaue ich ihm beim Lesen seines Buches (oder ist es mein Buch?) zu. Ich rieche den Staub, der in den Sonnenstrahlen tanzt, die durch das kleine Dachfenster fallen, ich atme gemeinsam mit ihm die muffige, abgestandene Luft des Speichers und ich sehe durch seine Augen auf die Seiten meines Buches. Es dauert nicht lange, und Bastian und ich besuchen zum ersten Mal in unseren jungen Leben das Reich Phantásien. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bastian und ich, wir erleben, wie ein kleiner Junge – Atréju genannt, versucht, die kindliche Kaiserin zu retten. Atréju ist nicht wie Bastian und ich. Bastian und ich, wir sind verunsicherte kleine Jungs. Atréju ist zwar selbst ebenfalls noch ein Kind, doch er ist ein Jäger und ein Krieger. Ein Kämpfer für das Gute. Ein Held. Atréju ist alles, was Bastian und ich gerne wären. Er ist so, wie Bastian und ich es nur in unseren Träumen sein können. In den Träumen, von denen wir niemandem erzählen, denn sie sind uns peinlich, diese Träume, aber wir träumen sie dennoch gern. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir sind kleine Jungs. Aber in unseren Träumen sind wir groß, und wir tun große Dinge.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir lernen, dass das Reich Phantásien langsam aber scheinbar unaufhaltbar vom „Nichts“ verschlungen wird. Ein furchtbarer Gedanke. Das „Nichts“ lässt nichts zurück. Keine Menschen, keine Wesen, keine Erinnerung, nicht einmal das „Nichts“ selbst. Und gelingt es Atréju nicht, die kindliche Kaiserin von der schrecklichen Krankheit zu heilen, die sie schwächer und schwächer macht, ist auch ihr Reich dem Untergang geweiht. Je schwächer die kindliche Kaiserin wird, desto stärker wird sich das „Nichts“ ausbreiten. Die Situation ist bedrohlich. Bedrohlich und beängstigend.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich schaue in mein Buch und damit Bastian Balthasar Bux über die Schulter. Wir sind gemeinsam dort auf diesem Dachboden. Wir werden von dem Buch mit dem kupferfarbenen Umschlag vereinnahmt. Hineingesogen in die Abenteuer Atréjus, wir durchstoßen gemeinsam die Wolken auf dem Rücken des Glücksdrachen Fuchur, wir drei, Bastian, Atréju und Burkhard, wir suchen nach einem Heilmittel, wir kämpfen und wir hoffen, und wir fürchten um den Fortbestand dieser wundervollen Welt Phantásien. Wir fürchten das Schlimmste, doch wir geben nicht auf. Wir dürfen nicht aufgeben, denn Atréju, Bastian und Burkhard sind die letzte Chance der kindlichen Kaiserin im Elfenbeinturm. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der letzte Strohhalm, und ganz Phantásien klammert sich an uns.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und als das Reich Phantásien gerettet war, als Mondenkind ihren neuen Namen erhalten und das „Nichts“ besiegt war, da hatten Bastian Balthasar Bux und der kleine Burkhard gelernt, dass auch der größte Held manchmal auf die Hilfe eines kleinen und verunsicherten Jungen angewiesen sein kann. Die Welt war gerettet, denn die Idee eines kleinen Jungen hatte die Macht besessen, die Kaiserin zu retten. Mondenkind... Welch ein Name. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Kumpel Bastian hatte ihn erdacht und das Reich Phantásien gerettet. Ich war wie Sam aus dem Herrn der Ringe, nein nicht wie Frodo, kein echter Held, nein, aber ein treuer Gefährte und Teil des Abenteuers, das nun hinter uns lag. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Später, nach weiteren Wirren um die Frage, wie Bastian – jetzt ein Held – es wieder zurück in seine Welt schaffen könne, war ich an der letzten Seite angekommen und es tat mir körperlich weh, diese Welt nun verlassen zu müssen. Die letzte Seite eines Buches ist immer auch die letzte Minute des Besuches auf einem fremden Planeten. Und das Erreichen der letzten Seite ist immer der Beweis dafür, dass es ein schöner Planet, ein fesselnder Planet war. Wäre dem nicht so, hätte man die letzte Seite niemals erreicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich ließ meine Freunde zurück und kehrte zurück in meine eigene Welt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein verunsicherter kleiner Junge in einem viel zu großen Körper, zurück im langweiligen zweiten Stock der Junkerstraße 17 in Bonn Bad Godesberg. Aber ich war ein kleiner verunsicherter Junge in einem viel zu großen Körper, der ein Abenteuer überlebt, der Gefahren getrotzt, und der seinen eigenen kleinen Beitrag dazu geleistet hatte, die kindliche Kaiserin zu retten und das Reich Phantásien vor dem Untergang zu bewahren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich hatte mein Zimmer nicht verlassen, und doch hatte ich eine lange Reise in eine fremde Welt unternommen. Ich war an dieser Reise gewachsen. Meine Persönlichkeit war an ihr gewachsen. Es war ein wilder Ritt durch die Wolken Phantásiens. Voller Spannung und Leben und Gefahr und Freundschaft. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bastian, Atréju und ich. Wir waren ein tolles Team. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich liebe Bücher. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ende der Zeitreise. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sagen Sie mal, kennen Sie eigentlich TikTok? Ist auch total super. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           PS: Gerade erreichte mich die Voicemail eines guten Freundes, der anführte, dass er mich sehr wohl verstehe, dass er an meiner Stelle jedoch nicht ausgerechnet "Die unendliche Geschichte" zum Objekt seiner Lobhudelei gemacht hätte, da wahrscheinlich viele Leser den Film kennen (dessen Veröffentlichung der Autor des Buches zu verhindern versuchte, man stelle sich das vor...), nicht jedoch das Buch. Sollten Sie, lieber Leser, also den Film "Die unendliche Geschichte" gesehen haben und nun gar nicht verstehen, warum ich hier so ein Fass aufmache, dann liegt ihr Unverständnis exakt darin begründet. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie haben den eben "den Film gesehen". 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Rat: Beziehen Sie sich nie auf einen Film, wenn jemand von einem Buch spricht. Ein Buch entfesselt die Magie des Kopfkinos, während ein Kinofilm meist lediglich den Heißhunger auf Popcorn zu entfesseln vermag. Hier möchte ich mit dem alten Witz schließen, in dem zwei Ziegen eine Filmrolle auffressen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ziege Nummer 1: »Und? Nicht schlecht, oder?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ziege Nummer 2: »Ich weiß nicht... Ich fand das Buch besser.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Und lesen Sie das Buch.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 10 Feb 2021 17:28:40 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/die-endliche-geschichte</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>01.13.2020</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/01-13-2020</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Oder: Frohes Altes!
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich meine ja nur...  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist ja nicht so, dass der 31.12. eines Jahres ein ganz besonderes Datum ist, an dem irgend etwas unglaublich Spektakuläres passiert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Entspannen wir uns also. Es ist das letzte Datum unserer persönlichen Zählweise der Tage und Monate eines Jahres. Sonst nichts. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Geht man näher ins Detail, verlässt man den Bereich der Tage und Monate und betritt die Welt der Stunden, Minuten und Sekunden. Es sind einfach nur zeitliche Einteilungen, von denen hier die Rede ist. Einteilungen und Einheiten, die es uns ermöglichen, allgemein verbindliche Zeitpunkte festzulegen, damit wir uns rechtskräftig über vergessene Hochzeitstage oder die überzogenen Versprechungen arschlahmer Pizzadienste aufregen können (fragen Sie mal einen Physiker nach der Planck-Zeit, und Sie werden Ihr persönliches Verhältnis zu Dingen wie Pünktlichkeit neu definieren müssen). Ein aktuelles Beispiel für willkürliche zeitliche Einteilungen ereilte uns am vergangenen Donnerstag. Bis um 23:59:59 Uhr befanden wir uns im Jahr 2020. Dann machte es „Klick“, plötzlich war es 00:00:00 Uhr, der Kalender an der Wand verwandelte sich in einer Millisekunde vom treuen Gefährten durch die Tage zu Altpapier, der erste Tag des Jahres 2021 brach an, und wir zählten wieder von vorne los. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was ich meine ist: Am Ende ist Silvester nicht mehr als nur ein Zeitpunkt, auf den wir uns geeinigt haben, und zu dem wir wieder beginnen, von vorne zu zählen. Hurra, der Planet hat es geschafft, eine weitere Runde um die Sonne zu drehen, ohne mit irgend etwas Nennenswertem zusammenzustoßen, wir alle haben es erlebt und überlebt, Glückwunsch dazu, und nun geht es ab in die nächste Runde ums Zentralgestirn, bitte gut festhalten und Vorsicht an der Bahnsteigkante. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Natürlich kann ich verstehen, dass wir uns alle nach dem Ende dieses coronaverseuchten Drecksjahres gesehnt haben. Auch ich würde diese Runde um die Sonne gern so schnell wie möglich vergessen, und auch in mir keimt die Hoffnung, dass das kommende Jahr vielleicht nicht ganz so miserabel abläuft, wie sein Vorgänger. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also hier erst mal von Herzen: Ein frohes und hoffentlich gesundes neues Jahr!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da steht es nun vor uns, ein glänzendes und neues 2021, völlig unbenutzt und originalverpackt. Ein Jahr voller Versprechungen und Hoffnungen, ein Jahr des Neubeginns und der einfachen Freuden des täglichen Lebens. Wir werden wieder Freunde treffen und in Restaurants gehen dürfen, wir werden Konzerte besuchen und an Schlägereien auf der Dorfkirmes teilnehmen können, und wenn wir mit Gesichtsmaske im Schalterraum unserer Hausbank auftauchen, werden wieder die Bullen kommen, nicht der Kreditberater.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Allerdings wäre ich nicht so ein liebenswert-unsympathischer Misanthrop und chronischer Miesepeter, wenn ich an dieser Stelle nicht zwanghaft auf die Doofheit der Menschheit im Allgemeinen hinweisen müsste. Darf ich kurz? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Virus grassiert, die Neuinfektionen und Todesfälle erreichen die höchsten Stände seit Ausbruch der Pandemie, die Pfleger laufen auf der Felge, Intensivstationen arbeiten am Limit und trotzdem melden die Skilifte in Österreich erste Überlastungserscheinungen. Auch habe ich soeben die Nachricht erhalten, dass die mündigen und verantwortungsbewussten Bürger unseres hochentwickelten Industrielandes auf der Autobahn vor der Ausfahrt Winterberg im Sauerland momentan auf strammen 15 Kilometern im Stau kleben, weil man in Winterberg so toll auf einem  Schlitten einen klatschnassen Hügel runter rutschen kann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ach ja, hier mal was aus eigener Erfahrung: Einige Tage vor Silvester sah ich einen Mann beim Discounter meines Vertrauens, der sich allen Ernstes den Mund-Nasen-Schutz vom Gesicht zog, um mal richtig herzhaft abzuhusten. Dann zog er die Maske wieder hoch und legte sich ein Pfund Hackfleisch mit Tierwohl-Aufkleber in den Wagen.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Irgendwelche Fragen? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich persönlich bin ja der Meinung, dass es den Umstehenden in solchen Situationen gestattet sein sollte, einem solchen Idioten öffentlich einen 750g-Klotz Tiefkühl-Entenbrust ins Gesicht zu dreschen, aber dann fällt mir wieder ein, dass ich ja kultiviert bin. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Glück für Horst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wo war ich? Ach ja. Auch ich habe am Silvesterabend tonnenweise der üblichen vorgefertigten Whatsapp-Nachrichten erhalten: lustige Filmchen und Bildchen, die sich in erstaunlicher Anzahl mit nicht ganz jugendfreien Vorschlägen dazu beschäftigen, was das Jahr 2020 mal mit seinem Knie versuchen sollte. Okay, ein paar waren echt gut, aber wenn wir uns ausreichend über diese Dinge beömmelt haben, sollten wir uns ganz schnell wieder darüber klar werden, dass wir uns in Sachen Corona nicht ins nächste Jahr gerettet haben.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Virus schon.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was die Pandemie angeht, war vergangenen Donnerstag der 01.13.2020. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nennen wir es den ersten Dezembruar. Oder von mir aus auch den ersten Januember. Es spielt keine Rolle. Wir betreten ein neues Jahr, doch das hat nichts (überhaupt nichts!) mit der noch immer vorherrschenden Situation zu tun. Wir haben uns nicht in das neue Jahr gerettet, wie man so oft fälschlicherweise hört. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Virus Sars Cov-2 hat sich in das neue Jahr gerettet. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Virus hat es geschafft, nicht wir. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir sollten also die Kirche im Dorf lassen und uns darüber klar werden, dass es nicht das Jahr 2021 ist, welches uns das normale Leben zurückbringen könnte. Diesen Job müssen wir noch immer selbst erledigen. Das ist anstrengend und geht einem so langsam aber sicher auch verstärkt auf den Geist, aber das ändert ja nichts an den Tatsachen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Machen wir also weiter, als sei nichts geschehen, denn es ist nichts geschehen. Es war halt nur Silvester. Der 31.12.2020. Gefolgt vom 01.01.2021. Zwei aufeinanderfolgende Daten in unserem Schema der Einteilungen zeitlicher Einheiten. Die Pandemie betreffend hat sich in der Sekunde zwischen 23:59:59 und 00:00:00 exakt gar nichts geändert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           All denen, die schön feiern waren, weil sie ja den Durchblick haben, und sowieso nichts passieren wird sei gesagt: Ich hoffe, Ihr behaltet Recht, denn sonst seid Ihr eine Gefahr für alle, die mir nicht so leid tun, wie ihr. Und an Alle, die versucht haben, sich nicht wie ein Idiot aufzuführen: Auch, wenn wir Partys gemieden haben... zumindest war uns klar, dass auch wir nicht alleine gefeiert haben. Dieses Jahr gab es einen Gast, auf den wir im nächsten Jahr hoffentlich keine Rücksicht mehr nehmen müssen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zisch, Knatter, Bumm, Allerseits. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nichts für ungut. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sat, 02 Jan 2021 17:51:44 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Mein Versuch einer prospektiv-retrospektiven Befindlichkeitsanalyse</title>
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      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Oder: Lassen Sie uns Lachen machen
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jetzt hören Sie doch mal zu!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Seit Anbeginn der Menschheit gehört der Spruch „Früher war alles besser“ zu den meistgenutzten Plattitüden. Immer, wenn es gerade mal nicht so rund läuft, hört man an allen Ecken und Enden: „Früher war das besser“. Die Musik, die Filme sowieso, die Bücher ohnehin, die Luft war sauber und der Sex war schmutzig (und nicht umgekehrt, wie heute), Politiker waren noch echte Charakterköpfe, man war jünger und dynamischer und auf dem Weg zur Schule hat man im Wald ab und zu noch echte Einhörner gesehen, nicht wahr?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einer meiner Begleitmenschen („Freund“ klingt in Zeiten von Facebook irgendwie wertlos) erzählte mir vor ein paar Tagen von einem Gedankenspiel, das ich sehr interessant finde. Es handelt sich dabei um den Versuch sich vorzustellen, wie man wohl in – sagen wir mal – zehn Jahren auf sein heutiges Leben zurückblicken wird. Die prospektive Einschätzung des eigenen retrospektiven Eindrucks im Bezug auf die heutige Zeit, also. Wie werde ich mich als 64-jähriger Mann im Jahr 2030 um die Weihnachtszeit herum wohl an die heutige Zeit erinnern (wenn überhaupt)? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun, als Science-Fiction gestählter Trashkulturkonsument bin ich natürlich von gedanklichen Experimenten rund um das Thema Zeit begeistert. Seit ich als kleiner Junge zum ersten Mal Zeuge werden durfte, wie Rod Taylor den Morlocks Saures gab um die hübsche Eloi-Schnalle zu beeindrucken, bin ich voller Begeisterung dabei. (Sie wissen schon: Das „Toter Vater Paradoxon“. Reise ich in der Zeit zurück um meinen Vater zu töten, werde ich nicht geboren, also kann ich nicht in der Zeit zurückreisen, um meinen Vater zu töten, also werde ich doch geboren und kann in der Zeit zurückreisen, um... und so weiter.)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Cooles Zeug, richtige Brainbender und so stieg ich voller Enthusiasmus auf das Experiment ein. Ich schloss die Augen, stellte mir die Zukunft vor und freute mich auf eine gedankliche Reise ins Jahr 2030. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schon nach wenigen Sekunden lief mir ein kalter Schauer über den Rücken. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was, wenn unser Eindruck, dass früher immer alles besser war, tatsächlich stimmt? Gilt das dann nicht auch für die Weihnachtszeit in zehn Jahren? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn man wirklich immer der Meinung ist, früher sei alles besser gewesen, sollte uns dieser Gedanke einen gehörigen Schrecken einjagen, finden Sie nicht auch? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Indem wir in den Achtzigern dachten, die Siebziger seien viel schöner gewesen, später in den 2000er Jahren die Achtziger kultig und cool fanden und in den 2010er Jahren mit Tränen in den Augen auf die hoffnungsfrohen und relativ sorgenfreien 90er zurückblickten, erbrachten wir für uns selbst quasi den Beweis dafür, dass wir offenbar seit geraumer Zeit geradewegs in die Hölle schlittern. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn immer früher alles besser war, muss man konsequenterweise davon ausgehen, dass im Laufe der Zeit immer alles schlimmer und schlimmer wird. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So fällt es nicht schwer, zu prognostizieren, dass wir im Jahr 2030 wahrscheinlich in einem postapokalyptischen Ödland leben und uns mit stinkenden Ratten und mutierten Hamstern in der Gosse um schimmlige Bockwurstenden prügeln müssen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aurelius Augustinus sagte: »Die Zeit kommt aus einer Zukunft, die nicht existiert, formt eine Gegenwart, die keine Dauer hat und verschwindet in einer Vergangenheit, die aufgehört hat, zu bestehen.« 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alles nur plakatives Dampfgequatsche, wenn Sie mich fragen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wichtig ist nur: Wenn immer früher alles besser war, dann werden wir in einer nahen Zukunft von den heutigen Umständen schwärmen! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum sind wir dann alles so mies drauf?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hier mein Vorschlag für die momentan doch sehr gedämpfte Vorweihnachtsstimmung: Besser als heute wird es – wir haben es bewiesen – nie werden. Erfreuen wir uns also der Tatsache, in der besten aller noch kommenden Zeiten zu leben und lassen wir es richtig krachen. Kontaktbeschränkungen oder nicht: man kann sich auch gegenseitig mögen, wenn man sich nur am Bildschirm gegenübersitzt. Es mag zwar nicht die Königslösung sein, aber denken wir daran, dass bereits morgen unser Heute schon unser Gestern sein wird, und das obwohl unser Heute noch gestern nicht mehr als nur ein vages Morgen war. Seien wir uns der Tatsache bewusst, dass wir hier gerade die beste Zeit unseres verbleibenden Lebens verbringen und feiern wir diesen Umstand angemessen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen, miese Musik und billigen Fusel. Tun wir uns also was Gutes und machen wir das Beste aus unseren Möglichkeiten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und zwar ab sofort. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da wir momentan nicht sonderlich auf Tuchfühlung gehen können, und ich gerade erst zum gefühlt vierhundertsten Mal den Zenit humoristischen Kulturschaffens genossen habe (einen kurzen Clip der unerreichten Monty Python Truppe mit dem Namen „Fish-Slapping-Dance“), plädiere ich zwecks Aufhellung der düsteren Grundstimmung im Land für rückhaltlose Albernheit. Sie funktioniert auch ohne Kontakt, kostet nichts, macht Laune und lenkt von all den Problemen ab, die wir ohnehin nicht werden lösen können, bevor Papa am kommenden Donnerstag nach dem achten Eierlikör den Baum abfackelt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich lege vor. Heute Nachmittag werden meine Frau und ich mit den Hunden hinunter zum Fluss gehen. Dort treffen wir uns mit einem verbegleitmenschlichten Paar und schauen unseren jeweiligen vierbeinigen Familienmitgliedern beim Herumtoben zu. Ich werde eine Flasche mit vorgemixtem Gin-Tonic, Gläser, Gurkenscheiben und einen Kühler mit Eiswürfeln im Rucksack haben. Wir werden in Gummistiefeln und Gore-Tex-Kutte im strömenden Regen bis zu den Knöcheln im Matsch stehen, uns an unseren Hunden erfreuen und die Gläser erheben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und zwar mit Stil. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es mag nicht richtige Jahreszeit für Gin-Tonic und Eiswürfel sein, aber wer kontrolliert das schon? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum ich das tue? Weil es wichtig ist, Zeichen zu setzen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und weil ich trotzig bin. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und weil ich mir denke: Jetzt erst recht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einfach, weil ich es kann, und weil ich Bock auf Blödsinn habe. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und weil man am Ende immer nur die Dinge wirklich bereut, die man eben nicht getan hat. Mitten im Dezember mit einem eisgekühlten Drink im Regen zu stehen, während ich langsam im Matsch versinke und mies gelaunte Jogger mit hochgezogenen Augenbrauen ungläubig auf das Glas in meiner Hand glotzen, kann ich ab heute Abend von meiner Liste durch und durch bescheuerter Vorhaben streichen.   
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Setzen wir also ein Zeichen gegen den Dumpfsinn und tun wir mal was wirklich Dämliches. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Haben wir Spaß! Erfreuen wir uns an unserer eigenen Albernheit! Wie schwer kann das sein? Kaufen Sie sich einen Goldfisch und nennen Sie ihn Manfred! Bestellen Sie sich eine Pizza und empfangen Sie den Boten in Abendkleid, Schnorchel und Taucherflossen (und drücken Sie ihm immer ein fettes Trinkgeld in die Hand)! Bringen Sie Farbe in den Alltag anderer Leute und haben Sie keine Angst davor, sich vielleicht zum Affen zu machen. Werden Sie kreativ! Schreiben sie hundert mal „Ich soll keine Wurfzettel schreiben“ auf ein Blatt und verteilen Sie Exemplare in die Briefkästen der Nachbarschaft! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sorgen Sie für Gesprächsstoff, denn jedes Gespräch, welches ohne das Wort „Corona“ auskommt, ist in diesen Tagen ein gutes Gespräch. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und die Leute brauchen gute Gespräche. Gute Gespräche sind Futter für die Seele. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es sind triste Zeiten, doch das bedeutet nicht, dass wir zu tristen Menschen werden müssen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich verlasse mich auf Sie! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           PS: Vergessen Sie Ben Hur! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hier noch einmal der Link zu einem der großartigsten Stückchen Film, die jemals belichtet wurden: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           https://www.youtube.com/watch?v=T8XeDvKqI4E
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 22 Dec 2020 08:13:02 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/mein-versuch-einer-prospektiv-retrospektiven-befindlichkeitsanalyse</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
    </item>
    <item>
      <title>Ein Gruß vom Elfenbeinturm</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/ein-gruss-vom-elfenbeinturm</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Oder: Die Leiden des eher so mitteljungen Herrn S.
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn man so vor sich hin schreibt, kommt es häufig vor, dass man vom tagesaktuellen Geschehen nicht all zu viel mitbekommt. Wenn man dann aber zufällig doch mal über ein Fernsehgerät, einen Newsfeed oder eine Nachrichtensendung im Radio stolpert, kann es geschehen, dass die kuschelige Autorenblase platzt, man jäh aus den angenehm kreativen Gedanken gerissen wird, in denen man sich seit Stunden gesuhlt hat, und dass einem die Realität in Form einer Nachricht wie ein Kantholz ins Gesicht knallt.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit solchen Begegnungen mit der Realität umzugehen. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Manche Vollidioten freuen sich auf den nächsten Skatabend, um im Kreise der Getreuen über Gott und die Welt, die Politik oder von mir aus auch über die städtische Straßenreinigung zu lästern, sich in nicht allzu konstruktiven Beschimpfungen zu ergehen, oder sich ganz allgemein der wohligen Gewissheit zu erfreuen, sich unter Gleichgesinnten zu befinden. Gleichgesinnte, die so willfährig wie zuverlässig die langersehnte Zustimmung liefern und alles abnicken, was auch immer dem in gerechtem Zorn erröteten Beschwerdeführer an plakativen Halbwahrheiten aus der Futterluke quillt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist der „Einfache Bürger“, den ich meine. Der dumpf vor sich hin vegetierende Normalo, der den hoffnungslosen Versuch unternimmt, mit seinen platten Freuden ein wenig Würze in ein mehr als seichtes Leben zu bringen. Unfähig seinem bedauernswerten Schicksal Paroli zu bieten. Einem Dasein, eintönig, flach und stumpf. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kegelclubs, Schützenbruderschaften oder auch die gute alte Kantine erfüllen diese  Funktion ebenso, wie die wollstrümpfigen Treffen veganverblendeter dauerkarottenknabbernder Öko-Krabbelgruppenmuttis. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ansonsten gibt es da noch die überaus mannhaften und im Zuge des Abends zunehmend pilsbefeuerten Um-den-Grill-Herumstehereien in der mit deutscher Gründlichkeit gepflegten Laubenkolonie „Paradiso“ am anderen Ende der Spießerskala. Auch hier, wo über dem Sofa der Hirsch am Bergsee röhrt und Tante Gertruds Häkeldeckchen die Armlehne der Quelle-Polstergarnitur „Schwarzwald“ vor Unbill schützt, ist gepflegte Gastlichkeit stets daran gebunden, dass man sich in der Sache einig und in der Weltanschauung brüderlich verbunden ist.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ekelhaft. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber was ist mit Leuten, wie mir? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mit intelligenten und aufgeklärten Menschen also, denen solche Zusammenkünfte einen kalten Schauer des Unwohlseins über den gramgebeugten Rücken schicken? Was ist mit uns klugen und bedachten Menschen, die für Gruppendynamik und Vereinsmeiertum nichts übrig haben? Schlaue Menschen, eben? Menschen, die Blogs schreiben? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wo werden wir unsere Frustrationen los?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Dame, die meine Anwesenheit in ihrem Leben hinnimmt wie die vierteljährliche Zahlung der Grundsteuer, tendiert zu einem wohldosierten, jedoch durchaus nicht zu leugnenden Fluchtverhalten, wenn ich ein Gespräch mit den Worten »Sag mal, weißt du, was ich gerade gelesen habe?« beginne. Es ist nicht direkt so, dass sie sich nicht für meine Interessen interessiert, andererseits kann ich nicht umhin, festzustellen, dass sie verdächtig oft in dem Moment auf die Uhr schaut, in dem sie sagt: »Nein... ähm, was denn?« 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es sind die Feinheiten, Sie verstehen? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hier ist keine Hilfe bei der intellektuellen Überdruckkompensation zu erwarten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Freunde, denen ich mit meinen Einsichten und Überlegungen den Tag versauen kann, habe ich auch nicht, und lockere Bekanntschaften, die ich gelegentlich mache, schließen sich in der Regel erstaunlich schnell meinen früheren Freunden an und unternehmen gemeinsame Wochenendausflüge in die Eifel mit ihnen. Dort mieten sie sich für gewöhnlich eine Kegelbahn, erörtern tagesaktuelle Themen, stimmen sich gegenseitig zu und erfreuen sich des Lebens, bevor sie dann beschließen, am darauf folgenden Wochenende gemeinsam zu grillen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht in einer gepflegten Laubenkolonie. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alles Idioten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Als letzte Zuflucht bleibt also – wie so oft – nur der treue Datenknecht auf meinem Schreibtisch. Er nimmt alles hin, was ich ihm anvertraue, widerspricht selten bis nie (gelegentliche Systemabstürze ereignen sich wirklich nur bei wirklich absurden Story-Ideen) und ist treuer Begleiter bei der Bewältigung meines Gedankenjogas. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Rechner wertet nicht, mein Rechner beschwert sich nicht, mein Rechner ist geduldig, mein Rechner schaut nicht auf die Uhr, wenn ich ihn frage, ob er weiß, was mir gerade durch den Kopf geht, und mein Rechner ist noch nie mit einem meiner alten Freunde oder neuen Bekanntschaften in die Eifel gefahren. Er ist still und hört mir zu. Er ist zu jeder Tages- und Nachtzeit ein- und ausschaltbar und wenn er mal an einem Samstagabend so richtig übel abstürzt, hat er am nächsten Morgen keinen Kater und besetzt nicht stundenlang das Bad. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich mag meinen Rechner.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Intelligente und nachdenkliche Menschen wie ich führten in der Vergangenheit meist ein Tagebuch. Heute schreiben sie Blogs. Blogs sind unfassbar leicht konsumierbar, vollkommen folgenlos und kosten  Autoren und Konsumenten keinen Cent. So gesehen sind Blogs für den Schreibenden das Gegenstück zum Besuch eines Kegelclubs ohne die hässliche Verpflichtung, einen Kegelclub besuchen zu müssen. Eben ohne sich mit all den Minderbemittelten und übersichtlich Begabten abgeben zu müssen, denen man normalerweise bei einen Besuch auf der Meinungsmüllhalde über den Weg läuft. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich werde meine Meinung hier los. Genau hier. An meinem Schreibtisch, und mein Datenknecht hört zu und schweigt. Und Schweigen ist Zustimmung. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Blog wird die Welt nicht ändern, die in ihm geschilderten Gedanken verpuffen ungehört in den Weiten des internationalen Datennetzes und bewirken nichts. Genau, wie ein Gespräch am Grill oder eine kleine Stichelei gegen den Kassenwart, heimlich getuschelt über eine penibel gestutzte Hecke hinweg. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einen Blog zu schreiben ist eine einsame Angelegenheit. Aber sie befreit von Ballast und Gruppendynamik ebenso, wie vom Ballast der Gruppendynamik. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und obwohl ich mit einem großen Teil meiner Mitmenschen nicht besonders gut klarkomme, obwohl ich sie alle verabscheue, diese tumbe und unreflektierende Masse wiederkäuender Vollidioten, diese Herde aus gutgläubigen Schafen, all die fremdgesteuerten Deppen und sabbernden Schwachköpfe mit ihren Kegelclubs und Spießertraum-Wochenendhobbies, freue ich mich immer sehr, wenn ich erfahre, dass sie ein paar meiner Sachen gelesen und gemocht haben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meine Leser. Diese schimmernden Perlen im Sumpf der Normalität. Diese intellektuellen und klugen Menschen im Morast der tumben Masse. Diese hintergründig-verschmitzten Kenner der subtilen Mitteilung. Diese durch und durch sympathischen Vertreter der edlen Rasse Mensch, dieser Krone der Schöpfung und der Schaffenskraft. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und wenn sie am Wochenende gerne mal kegeln gehen, und sich mit Freunden treffen um dem Alltag zu entgehen... Wer mag es ihnen verdenken? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also... Ich hätte Zeit. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 16 Dec 2020 09:06:40 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/ein-gruss-vom-elfenbeinturm</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
    </item>
    <item>
      <title>Wir fragen die Falschen</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/das-grosse-fernsehspiel</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Oder: Gern geschehen, Menschheit!
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          (Und? Schon alte Freunde angerufen?)
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das sogenannte Frühstücksfernsehen offenbart gelegentlich Seltsames.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich sitze vor der Mattscheibe und verfolge ein Interview mit Herrn Dobrindt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Herr Dobrindt ist der Vorsitzende der CSU Landesgruppe im Bundestag und fungierte bis 2017 als Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Offenbar macht ihn das automatisch zu einem kompetenten Ansprechpartner in Sachen Virologie und Epidemiologie, denn die ihm gestellten Fragen stammen ausnahmslos aus diesem Fachbereich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch die Frage nach den notwendigen Regelungen für die Festtage wird – natürlich – wieder gestellt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn ein Politiker darüber befragt wird, ob man die familiäre Weihnachtsfeier aufgrund der Coronasituation in diesem Jahr abspecken sollte, wird das Dilemma, in dem er steckt, manifest: Vertritt er die Meinung, man solle die große Party in diesem Jahr ausfallen lassen, um die Inzidenz möglichst gering zu halten, vergeigt er es sich mit der – Sie mögen entschuldigen – dämlicheren Hälfte seiner quer denkenden Wählerschaft. Sagt er jedoch, man solle Weihnachten ruhig mit der Familie feiern, als wäre nichts gewesen, salbadert er wider besseren Wissens seine eigenen Fans geradewegs auf die nächstgelegene Intensivstation, was zu heißen Ohren seitens der Wissenschaft und der auf exakt solche Gelegenheiten wartenden Opposition führt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine klassische Lose-lose-Situation.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was also kann er tun, um es zumindest den meisten Zuschauern recht zu machen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nichts. Gar nichts. Und das liegt nicht daran, dass er keine Ahnung von seinem Job hat oder einfach inkompetent ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es liegt daran, dass wir die falschen Leute fragen, und die richtigen Leute gibt es nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun, ich bin der Meinung (und wenn Sie denken, meine Meinung sei egal, dann werden Sie wohl feststellen, dass Sie den falschen Blog lesen), dass der Versuch, einen Politiker nach dem seiner Ansicht nach richtigen Verhalten zu befragen, vor allem Eines ist: Sinnlos. Und weil mir das ständige sinn- und zwecklose Politiker-Befragen so langsam aber sicher extrem auf die Keimdrüsen geht, habe ich beschlossen, die Lösung für die Coronakrise hier und jetzt publik zu machen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hier also ein offener Brief ans bundesdeutsche Fernsehvolk:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lieber Morgenmagazin-Gucker!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Onkel Dobrindt ist ein CSU-Politiker. Er trägt einen schönen Anzug und eine lustige Brille, und wenn er im Fernsehen über Viren spricht, dann ist das so, als würde Ray Charles versuchen, Euch das Lächeln der Mona Lisa zu beschreiben. Er hat bestimmt ganz viel darüber gehört, aber wirklich Ahnung hat er nicht davon. Weil er halt Politiker ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Klingt komisch, ist aber so. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Frau Merkel zum Beispiel ist eigentlich Physikerin. Nach der Wende hat sie ein birnenförmiger Saumagen-Connaisseur auf Politikerin umformatiert, und dann hat Frau Merkel mit Umwegen über das Umwelt- und das Familienministerium eine tolle Karriere hingelegt. Jetzt ist sie schon ganz lange Bundeskanzlerin und versucht Entscheidungen zu treffen, ohne dabei all zu viele Menschen umzubringen. Aber Ahnung hat auch sie nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch nicht die Linke. Oder die Grünen. Oder die AfD, oder die Partei bibeltreuer Christen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Politiker wissen nicht, wie die Lösung lautet, aber dafür können sie nichts. Es ist nicht ihre Schuld. Und das liegt nicht daran, dass Politiker eben doof sind, sondern daran, dass es nicht ihr Job ist, solche Dinge zu wissen. Niemand hat wirklich eine Ahnung, weil niemand bisher mit dieser komischen Covid-19-Seuche zu tun hatte! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die ist nämlich neu und gefährlich ist sie auch, und man hat halt keine Erfahrung mit Dingen, die es vor einem Jahr noch gar nicht gab. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lieber Morgenmagazin-Gucker, du solltest dich nicht an Politiker wenden, wenn du einen Rat oder eine klare Richtlinie in der Corona-Pandemie benötigst. Die hätten gerne selbst jemanden, der ihnen sagen kann, was zu tun ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Als Politiker hat man es nicht leicht, dass darf man nicht vergessen! Politiker müssen beliebt sein, und deshalb müssen sie Entscheidungen treffen, die bei möglichst vielen Menschen beliebt sind. Und genau da wird es knifflig. Trifft man richtige Entscheidungen, versaut man dem Stimmvieh das Weihnachtsfest und macht sich unbeliebt. Trifft man angenehme Entscheidungen, bringt man damit Menschen um, und das wird wahrscheinlich auf Dauer auch nicht so richtig goutiert, was die Politiker in eine ziemlich unangenehme Zwickmühle bringt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vergiss die Politiker. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie helfen dir in dieser Sache nicht weiter. Vergiss auch Virologen, denn Virologen dürfen keine Entscheidungen treffen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber weißt du, lieber Morgenmagazin-Gucker, wer Entscheidungen treffen darf? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Du.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und ich sage dir jetzt exakt, was du wissen musst. Ich kann das. Ich bin schlau, ich bin kein Politiker, und ich habe gegrübelt, statt gegoogelt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hier kommt nun also die Lösung für die Corona-Krise. Ich habe in monatelangen Überlegungen eine allgemeinverständliche und aus zwei Teilen bestehende Formel entwickelt, die alle Informationen und Handlungsrichtlinien auf den Punkt bringt. Die Formel ist allgemeinverständlich und besteht auch die härtesten Tests. Sie ist kurz und prägnant und hat das Zeug, uns allen das Leben zu retten. Es war ein langer und harter Weg, doch jetzt ist es endlich soweit. Die Weltrettungsformel, welche alle Teile der Problemstellung aufnimmt und abarbeitet, ist nun endlich für alle verfügbar. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir müssen uns nur noch an sie halten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie kostet kein Geld, ist ohne Probleme für Jedermann umsetzbar, strengt nicht an, ist vierundzwanzig Stunden am Tag umsetzbar und riecht noch nicht mal schlecht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Keine Angst. Ich will kein Geld, keinen Nobelpreis, ich will noch nicht einmal Deinen Dank, lieber Morgenmagazin-Gucker. Die Formel lautet folgendermaßen:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gibt es weniger Kontakte, gibt es weniger Infektionen. Gibt es weniger Infektionen, gibt es weniger Leichen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Manchmal ist es ganz einfach. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also, lieber Morgenmagazin-Gucker, wenn Du dich also noch immer fragst, ob es eine gute Idee ist, Oma Irene mit dem chronischen Bronchialasthma und der Herzinsuffizienz auch in diesem Jahr einzuladen: Bitte frage nicht den ehemaligen Bundesverkehrsminister um Rat. Du fragst ja auch nicht den Milchmann nach Einsteins Beweggründen für die Annahme der Existenz der kosmischen Konstanten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Ernst: Sei nicht dieser Typ, verdammt noch mal! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Weniger Kontakt, weniger Infektionen, weniger Leichen. Punkt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Solltest Du der Ansicht sein, dass „weniger Leichen“ irgendwie ganz dufte klingt, und Oma Irene für eine nette alte Dame halten, ist das alles, was Du wissen musst. So einfach kann das Leben sein, wenn man mal nicht alles auf die doofen Politiker schiebt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Übernimm selbst die Verantwortung, lieber Fernseh-Fraggle. Genieße dieses neue Gefühl und mache Dir klar: ein Weihnachten ohne Oma Irene mag zwar irgendwie seltsam sein, irgendwie unvollständig und leer, aber es ist viel besser als ein Weihnachtsfest 2021, bei dem man auf Schritt und Tritt daran erinnert wird, dass man vor genau einem Jahr Oma Irenes Todesurteil unterschrieben hat, als man sagte: »Irene, da passiert schon nichts.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das gilt auch für Oma Irene. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Viel Glück mit dem Erlöser Deiner Wahl, übrigens!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nichts für ungut. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.    
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           PS: kurz nachdem ich diesen Blog geschrieben habe, hörte ich im Radio, dass sich Frau Dreyer – die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin – für einen harten Lockdown ausgesprochen hat, um die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber natürlich erst nach dem Weihnachtsfest.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 10 Dec 2020 17:48:33 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/das-grosse-fernsehspiel</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
    </item>
    <item>
      <title>Freunde</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/freunde</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Die Ersatzfamilie im Ehrenamt
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Immer freundlich bleiben, Sie Arsch!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich nenne einen kleinen aber durchaus feinen Freundeskreis mein Eigen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich war nie so der soziale Typ, denn was eine außer Kontrolle geratene Gruppendynamik zu erzielen imstande ist, kennt man ja aus dem Geschichtsunterricht. Ich war nie Mitglied in einem Verein, einem Kegelclub, einer Schützenbruderschaft, einer Skatrunde oder sonst einer politischen Vereinigung. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich denke, Woody Allen hat den Nagel auf den Kopf getroffen, als er sagte: »Ich würde niemals einem Club beitreten, der Leute wie mich als Mitglied akzeptiert.« 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieser Spruch ist nicht nur witzig, sondern auch durchaus sinnreich, wie ich finde. Ich kenne das. Bei mir verhält es sich zum Beispiel so: Unter Menschen, die meine Ansichten teilen, langweile ich mich zu Tode. Befinde ich mich aber in einer Gesellschaft, in der man meine Meinungen rundheraus ablehnt, referiere ich für gewöhnlich kurz aber eloquent über die Dummheit dieser Welt im Allgemeinen und der Anwesenden im Besonderen und schon mag mich niemand mehr. Sie sehen: Organisiertes soziales Miteinander und freundliches Schulterklopfen sind nicht mein Ding, besonders, wenn diese zweifelhaften Annehmlichkeiten auch noch an Beitragszahlungen und Vereinssatzungen geknüpft sind.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich kann das einfach nicht. Ich kümmere mich um meinen eigenen Kram. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt nur eine einzige Ausnahme zu dieser ansonsten in Granit gemeißelten Regel: Ich habe über viele Jahre hinweg in einer Band gespielt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine Band ist eine Ansammlung junger Menschen, Mensch*Innen oder geschlechtlich andersartig empfindender aufrecht gehenden Bioformen (ich "gendere" hier so vor mich hin, dabei will ich was erzählen... vergessen Sie's und nehmen Sie diesen Einschub einfach als Cliffhanger für meinen nächsten Blog), Leute oder Leut*Innen also, die sich regelmäßig in einem dunklen, muffig riechenden Keller treffen, um von dort aus die abendländische Kultur zu revolutionieren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man pubertiert und musiziert, man diskutiert und arrangiert, man schlägt sich und verträgt sich, man plant und träumt und spielt sich die Finger wund. Wir verfolgten ein ehrgeiziges Ziel in dem – wie wir damals dachten – wichtigsten Rennen unseres Lebens. Die Startlinie dieses Rennens befand sich im Keller des Jugendzentrums „Offene Tür“ der Arbeiterwohlfahrt in Bonn-Bad Godesberg, die Ziellinie mutmaßten wir in der Grugahalle in Essen, wo uns das Nirvana des bundesdeutschen Rockuniversums erwartete: Der Rockpalast. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir waren Zweckgemeinschaft zur Erreichung dieses Zieles, wir waren Freundeskreis, verschworene Gemeinschaft, Geheimbund und Familie außerhalb der Familie. Eine Einheit. Ein über Jahre anhaltendes und unfassbar enges Beziehungsgeflecht. Vergessen Sie Frodo, Sam und Gandalf. Alles Amateure. Die wirklichen "Gefährten" waren wir. Diese jungen Typen im Keller bei Herrn Beinecke, die sich Woche für Woche und Probe für Probe selbst gestellten Herausforderungen entgegenstemmten, gegen die sich der Transport des „Einen Ringes“ zum Schicksalsberg wie eine Heizdeckenverkaufs-Bustour durch die Eifel ausnimmt, fühlten sich als die echten, die wirklichen Retter der Welt. Und sei es nur die Musikwelt, die wir vor sich selbst retten wollten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir hatten eine Mission. Und wir standen zusammen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meine Freunde standen an meiner Seite, als ich damals als Mofa-Rocker vor Liebeskummer fast verrückt wurde, sie hielten mir den Eimer hin, als ich auf einer Party in den Achtzigern einen  bewundernswert stabilen Strahl Blue Curacao kotzte, und sie waren dabei, als mir bei dem Gig im Heinrich-Hertz-Gymnasium der Mut fehlte, in mein Solo einzusteigen. Später waren sie am Start, als meine erste Ehe in die Brüche ging, und als ich eine extrem unangenehme Kehlkopf-OP über mich ergehen lassen musste, waren meine Freunde allgegenwärtig. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sehen wir der Sache ins Gesicht: Meine Freunde bringen mir einfach kein Glück.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber wenn die Jahre vergehen, und das Leben so spielt, wie das Leben eben so spielt, wird einem plötzlich klar, dass man eine gemeinsame Vergangenheit hat. Und das ist auch was wert. Sehr viel, sogar. Man hat exakt EINE Vergangenheit, und diese Vergangenheit mit anderen Menschen teilen zu können, ist ein unglaublicher Glücksfall. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oft verliert man sich aus den Augen, verlässt die Stadt, verliert das Interesse oder erachtet andere Dinge als wichtiger. Aber die Pflege alter Freundschaften sollte man nie voll und ganz aus dem Auge verlieren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alte Freundschaften sind etwas, das man sich eben nicht mal schnell neu besorgen kann. Sie sind kostbar aufgrund ihrer Einzigartigkeit. Man kann nur gemeinsam feiern, essen, trinken, lachen und die alten Zeiten aufleben lassen, wenn man Menschen um sich schart, die damals dabei waren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alles Andere ist nur Erzählung, und Erzählungen können zwar durchaus witzig sein, erinnern aber auch ein wenig an das staubige Plastikskelett in der Ecke beim Bio-Unterricht. Ohne wirkliche Persönlichkeit und... nun, eben irgendwie fleischlos.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dabei sein ist alles, so sagt man. Tatsächlich gibt es jedoch noch eine Steigerung: Dabei gewesen zu sein.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meine Freunde mögen mir vielleicht kein Glück bringen, okay, geschenkt, aber zu den seltenen Anlässen, zu denen wir zusammenkommen, machen sie glücklich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Weil wir dann eben alle zusammen sind, und weil wir damals alle gemeinsam dabei waren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           An diesen Abenden geschieht Magisches. Dann wird Neues mit Altem vermischt, Legenden werden wieder zu Erinnerungen gemacht, und gleichzeitig werden durch unsere Treffen neue Erinnerungen geschaffen, die man beim nächsten Mal miteinander teilen kann. Kurz: Es ist das Erhalten der Flamme, nicht das Bewahren der Asche, um das es geht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So was ist wichtig. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hefte raus, mitschreiben! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ihre Aufgabe bis zum nächsten Blog lautet: Rufen Sie mal wieder alte Freunde an. Weltweite Seuche Corona hin oder her. Vereinbaren Sie ein Treffen für die Zeit nach den Kontaktbeschränkungen, und verbringen Sie eine schöne Zeit damit, sich auf diesen Termin zu freuen. Es funktioniert. Glauben Sie mir.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nehmen Sie Ihre Hausaufgabe nicht auf die leichte Schulter. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich werde Ihre Fortschritte in unregelmäßigen Abständen abfragen. Im Ernst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist nur zu Ihrem Besten, denn ich möchte Sie vor einer Situation bewahren, wie ich sie einmal erleben musste: Nachdem ich mich eine Weile nicht bei ihm gemeldet hatte, hielt mir einer meiner ältesten Freunde (ich will hier keine Namen nennen, also nennen wir ihn der Einfachheit halber... nun, von mir aus Ralf) eine Ansprache, die sich gewaschen hatte. Ich hatte mich gerade selbständig gemacht und meine Kumpels aus alten Zeiten ein wenig aus den Augen verloren. Er machte seinem Ärger über mein Verhalten am Telefon so richtig Luft. Und glauben Sie mir: Wenn ICH nicht mehr zu Wort komme, handelt es sich am anderen Ende der Leitung um einen echten Profi. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich wusste gar nicht, wie mir geschah, und sein Monolog gewann von Minute zu Minute an Fahrt. Es ist Jahre her, aber ich kann mich noch heute gut daran erinnern, dass er mir (nach gefühlten zehn Minuten) abschließend eine Information zuteil werden ließ, die ich hier und jetzt an Sie weitergeben will: Alte Freundschaften zu pflegen sei »...verdammt noch mal auch ein Management-Job«, blaffte er mich damals an. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich muss schon sagen, dass er mir damit äußerst effektiv ans Bein pinkelte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das war mal sauber auf die Zwölf gehauen, aber wissen Sie was? Das war okay. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alte Freunde dürfen das. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ist das nicht toll? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ist es nicht großartig, wenn man Leute so lange kennt, dass man ihnen solche Dinge zugesteht? Wenn man sich nicht beleidigt in seine Ecke zurückzieht und denkt: "Was glaubt der eigentlich, wer er ist?"
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Weil man eben weiß, wer er ist? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und weil er weiß, wer Du bist? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und das seit Jahrzehnten?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Seien Sie also ein Manager und greifen Sie zum Telefon. Sparen Sie sich die Standpauke, oder halten Sie selbst eine. Ihre Leute sind es wert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf die alten Freundschaften und die neuen Termine!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.   
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
             
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 08 Dec 2020 10:42:47 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Mein neuer Businessplan</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/businessplan</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Oder: Was ich von der Kirche lernen kann...
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also, ich hätte da gerne mal ein Problem...
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin kein gläubiger Mensch, und auch mit der "Mutter Kirche" habe ich so meine Differenzen. Aber ich muss schon sagen, dass es Teilbereiche der Kirchenorganisation gibt, die ich als kleiner Kaufmann aufrichtig bewundere. Da ist vor allem die Art und Weise, in der die Kirche ihre Geschäfte tätigt. Daher habe ich 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           beschlossen, Teile des römisch katholischen Businessplans für mein kleines Unternehmen zu adaptieren und auf diese Art das wirtschaftliche Fortbestehen meiner Firma bis in die nicht mehr absehbare Zukunft zu sichern. Hier kommt also mein neuer Businessplan, und sollten auch Sie, lieber Leser, ein kleiner Selbständiger sein, der sich abstrampeln muss, um über die Runden zu kommen, lade ich Sie herzlich ein, es mir gleichzutun.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun, ich bin Gebäudedienstleister. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich biete den Menschen an, mich um ihre Häuser und Gärten zu kümmern. Ich reinige Treppenhäuser, mähe den Rasen, schneide Hecken und Bäume zurück und erledigte allerlei kleinere Reparaturen und Renovierungsarbeiten. Um meinen Kundenstamm zu erweitern, bin ich darauf angewiesen, gute Arbeit abzuliefern, damit ich durch die Empfehlungen zufriedener Kunden neue Kunden akquirieren kann. So wächst meine kleine Firma langsam aber stetig, immer vorausgesetzt, ich lasse mir nichts zu Schulden kommen. Die Kunden sind bei mir immer König, denn sie sind es, die am Ende nach getaner Arbeit die Rechnung zahlen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vereinfacht ausgedrückt kann man behaupten, dass gewinnorientiertes Arbeiten auf drei Säulen basiert: Steigerung der Gewinne, Minimierung der Kosten und Schaffung von Kundenzufriedenheit zur Sicherung bereits vorhandener regelmäßiger Einkünfte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Am Ende dreht sich alles um Leistung, einen fairen Preis für gute Arbeit und um das Einhalten von Versprechungen, sprich: um Zuverlässigkeit. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dies also ist – grob vereinfacht – mein bisheriges Geschäftsmodell und ebenso das Geschäftsmodell jedes in den freien Wirtschaft arbeitenden Einzelkaufmannes oder Unternehmens. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist ein anstrengender und risikobehafteter Weg, den man in der freien Wirtschaft geht, und ein gewisses Risiko reist immer mit. Zum Glück habe ich aber nun endlich meinen Businessplan so umgestellt, dass ich in Zukunft ruhiger schlafen kann, und sogar die lästigen Betriebsprüfungen ausbleiben werden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zunächst einmal werde ich einen eigenen Staat gründen. Er muss ja nicht besonders groß sein. Ein knapper halber Quadratkilometer würde schon reichen. Da gibt es sogar aktuelle Beispiele. Fahren Sie mal nach Rom. Dort ist es möglich, einen kompletten (international anerkannten!) Staat innerhalb von fünf Minuten zu durchwandern, ohne auch nur die Stadtgrenzen Roms zu verlassen. Dieser Staat heißt Vatikan und ist tatsächlich ein international anerkannter Staat mit eigener Gesetzgebung, Regierung und allem Pipapo. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich würde meinen Staat vielleicht Muttikan nennen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meine Firma wäre in meinem eigenen kleinen Muttikanstaat angemeldet und alle anfallenden Steuern müsste sie an sich selbst entrichten. Ich finde, das ist eine ziemlich gute Idee, denn so bleibt brutto für netto ganz schön was hängen. Nun, wo das erledigt ist, mache ich mich an das Abarbeiten der drei Säulen gewinnorientierten Handelns, die ich oben beschrieben habe. Der erste Punkt ist die Steigerung der Gewinne. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun, Menschen bekommen Kinder. Ich denke, es ist daher ein ziemlich guter Einfall, meine Kunden in Zukunft durch einen kleinen Passus im Dienstleistungsvertrag darauf hinzuweisen, dass alle Nachkommen meiner Kundschaft ebenfalls Kunden meines kleinen Unternehmens sein werden. Und deren Nachkommen. Und die Nachkommen der Nachkommen. Das sollte meine Einkünfte bis zur nächsten Eiszeit sichern. Warum nicht? Ich wäre nicht der Erste, der sich auf diese Art zukünftige Geldgeber sichert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tatsächlich wäre ich 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           der Zweite. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Punkt zwei: Minimierung der Kosten. Hier werde ich wohl auf die gute alte deutsche Gründlichkeit zurückgreifen müssen. Ich denke, ich übertrage dem deutschen Finanzamt einfach das Eintreiben meiner Rechnungen. Sollen sich die Profis darum kümmern. Ich spare damit viel Zeit im Büro und bekomme saubere Abrechnungen kostenfrei und korrekt aufgeschlüsselt auf mein Konto überwiesen, ohne auch nur ein Telefonat dafür führen zu müssen. Anstatt Geld von mir zu verlangen, wird das Finanzamt in Zukunft Geld für mich eintreiben. Das gefällt mir schon erheblich besser, und die katholische Kirche hält dieses Prinzip offenbar auch für eine ziemlich gute Idee. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sind diese Punkte erst mal abgehakt, werde ich natürlich in kürzester Zeit stinkreich sein und massiv in Immobilien investieren, was meinen Sie? Die Pflege all meiner zukünftigen Häuser werde ich an Städte und Gemeinden übertragen, lasse die Öffentlichkeit alle notwendigen Reparaturen und Renovierungen bezahlen, bleibe aber trotzdem alleiniger Eigentümer der Liegenschaften. Das kostet mich so gut wie nichts, bringt ohne Ende Geriebenes, und ich finde vielleicht endlich mal die Zeit, golfen zu lernen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dritter Punkt: Kundenzufriedenheit, beziehungsweise das Einhalten von Versprechungen (Zuverlässigkeit).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieser Punkt ist denkbar einfach zu erledigen. Wenn mir ein Kunde am Telefon mit seinem Gemeckere in den Ohren liegt, ich hätte versprochen, für einen gepflegten Garten und saubere Treppenhäuser zu sorgen, erkläre ich ihm einfach, dass ich ein Mensch sei, und dass Menschen nun mal fehlbar sind. Ich zeige Verständnis für seinen Zorn, erinnere an das Gebot der Nächstenliebe und verspreche, dass er eines Tages, wenn er erst einmal gestorben ist, mit einem überaus fleißigen und zuverlässigen Vollzeit-Hausmeister durch die saubersten Treppenhäuser lustwandeln wird, die er sich nur vorstellen kann. Der Garten dieses Hauses wird mit seinem englischen Rasen und den penibel gestutzten Hecken ein wunderbares Bild abgeben, und der Lattenzaun wird immer frisch gestrichen und die Einfahrt wird frei von Unkraut sein, für jetzt und in alle Ewigkeit. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn mein Kunde mich dann fragt, ob ich noch alle Tassen im Schrank hätte und mit der Kündigung droht, werde ich ihm erklären, dass er – sollte er nicht an das ewige Glück in einem sauberen Haus nach dem Tode glauben – nach seinem Ableben für immer unter furchtbaren Schmerzen brennen und niemals Ruhe finden oder auch nur eine Minute Pause von seinen unsagbaren Leiden finden wird. Es täte mir zwar ganz furchtbar leid, aber in diesem Falle sei es unumgänglich, dass er bis in alle Ewigkeit gefoltert und gepeinigt würde, sein Fleisch würde gestochen und zerrissen und verbrannt und in Fässer voll kochendem Wasser getaucht, und er würde bis ans Ende aller Zeiten unter seinen eigenen gellenden Schreien dahinvegetieren. Dafür würde ein allmächtiges und allwissendes unsichtbares Wesen sorgen, welches ihn aber trotz dieses einigermaßen exzentrischen Verhaltens über alles liebt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das dürfte ihn wohl von der Qualität meiner Dienstleistungspalette überzeugen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Anschließend schicke ich wieder das Finanzamt vorbei, um die monatliche Zahlung einzutreiben. Weigert sich der Kunde zu zahlen - etwa, weil er der Ansicht ist, meine Geschichte sei ein wenig unglaubwürdig - geht die Sache ganz normal in das Mahnverfahren und die Vollstreckung, Kontenpfändung, Lohn- und Gehaltspfändung und so weiter und so fort. Damit hätte ich aber nichts zu tun, denn ich wäre ja auf dem Golfplatz und das Finanzamt kümmert sich schon um alles. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So viel zum betriebswirtschaftlichen Teil. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jetzt kommen wir zum Thema Menschenführung, Human Recources, und so weiter. Machen wir es kurz: Meine Mitarbeiter fliegen raus, wenn mir ihr Privatleben nicht passt, und basta. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir sind hier nicht bei „Wünsch dir was“, wir sind hier bei „So isses“.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Um zukünftige Gewinne zu erzielen, ist der Klerus nicht darauf angewiesen, neue Kunden zu werben Einen neuen zahlenden „Kunden“  bekommt die Kirche von ihrem bereits bestehendem Kundenstamm frei Haus geliefert, und zwar durch dessen Geburt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Praktisch, wenn man mal darüber nachdenkt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kennen Sie jemanden, der der römisch katholischen Kirche beigetreten ist? Ich auch nicht. Auch ich bin der katholischen Kirche nicht beigetreten. Es war kein bewusster Schritt von mir, Mitglied der katholischen Kirche zu werden. Ich habe nie grübelnd in meinem Zimmer gesessen und überlegt, ob nun eher der Buddhismus, der Islam, der Protestantismus oder der Katholizismus für mich und meinen Glauben die richtige Heimat bieten würden. Eine solche Überlegung hat jedoch nie stattgefunden, weil ich zum Zeitpunkt meiner Aufnahme in den Schoß der heiligen Mutter Kirche satte vier Wochen alt und kognitiv noch nicht imstande war, solcherlei Gedankengänge konzentriert und ergebnisoffen zu verfolgen (oder auch nur meinen Stuhlgang zu kontrollieren). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Erstaunlicherweise erhielt ich wenige Wochen nach meinem Kirchenaustritt einen Brief der örtlichen Kirchengemeinde. Es war ein freundlich formuliertes Schreiben und
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            sehr darauf bedacht, mich darauf hinzuweisen, dass die Tür für eine Rückkehr immer offen stünde und der Pfarrvikar gerne zu einem Gespräch bereit sei, solle ich dies wünschen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In diesem Moment entschloss ich mich, mal was wirklich Verrücktes zu tun und mich mit einem Vertreter der örtlichen katholischen Kirchengemeinde zu einem Gespräch zu treffen. Warum auch nicht? Schließlich hatte er es ja angeboten. Ich war mir sicher, dass er nicht damit gerechnet hatte, tatsächlich eine Antwort auf sein Schreiben zu bekommen. Trotzdem gilt: »Er ist alt genug, fraget ihn, lasst ihn für sich selbst reden!« (Johannes 9, Vers 32). Und ich hatte Fragen. Eine Menge Fragen. Ich schrieb also einen Antwortbrief und bat um einen Termin (Auszüge):
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sehr geehrter Herr Pfarrer, 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           bitte lassen Sie mich Ihnen zunächst versichern, dass ich angenehm überrascht war, dieses Schreiben von Ihnen zu erhalten... 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ...ich 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           möchte Ihnen an dieser Stelle einen Vorschlag machen, der Sie vielleicht ebenso überrascht, wie ich es von Ihrem Schreiben war: Warum setzen wir uns nicht einfach mal zusammen und reden, wie man so schön sagt, über Gott und die Welt? Dabei geht es mir gar nicht darum, mich von den Vorzügen eines Wiedereintritts in die Kirche überzeugen zu lassen. Ebenso wenig möchte ich Sie von von der Richtigkeit meines mittlerweile stark nach Atheismus müffelnden Agnostizismus überzeugen. Ich stelle es mir einfach nur spannend und interessant vor, respektvoll und freundlich unsere scheinbar sehr unterschiedlichen Weltbilder zu vergleichen und auf diese Weise vielleicht sogar ein wenig voneinander zu lernen. Vor meinem geistigen Auge sehe ich zwei Menschen, die – vielleicht bei einer Tasse Kaffee – versuchen, Verständnis für das Empfinden seines Gegenübers aufzubauen und einen anderen Blickwinkel zu akzeptieren und zu schätzen. Vielleicht ist dies ein kleiner Schritt zu einer Gesellschaft, wie ich sie mir vorstelle. Reden ist IMMER eine gute Idee. Wenn ein Pfarrer und ein Atheist ein freundschaftliches und offenes Gespräch führen können, ist vielleicht doch noch nicht alles im Eimer, was meinen Sie?... 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mit freundlichen Grüßen
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich habe nie wieder auch nur ein einziges Wort von dem Pfarrer gehört. Ich denke, das lasse ich einfach mal so stehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Businessplan ist wasserdicht und extrem erfolgversprechend. Und da wir in einem Land leben, in dem Chancengleichheit propagiert wird, denke ich, dass er auch rechtlich gesehen kein Problem darstellen dürfte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oder? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nichts für ungut.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 02 Dec 2020 09:37:40 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Der perfekte Moment</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/der-perfekte-moment</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Oder: Planung ist das Ersetzen des Zufalls durch den Irrtum
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           »Das Leben ist, was mit dir passiert, während du damit beschäftigt bist, Pläne zu machen.« Dieser oftmals John Lennon zugeschriebene Satz, der – je nach Quelle – auch dem amerikanischen Comicautoren und Zeichner John Allan Saunders zugeordnet werden kann, trifft mein heutiges Thema im Kern. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Seien wir ehrlich: Wenn die wichtigsten Rahmenbedingungen (Kleidung, Wohnung, grundsätzliches finanzielles Auskommen, Atmung, etc) erst geschaffen sind, sind weitere Versuche, zu immerwährender Glückseligkeit zu gelangen, pure Zeitverschwendung. Es hat keinen Sinn, die Selbstverwirklichung zu suchen, denn die Suche hält vom Finden ab. Ebenso ist es sinnlos, auf die beste Zeit seines Lebens hin zu arbeiten, denn die Begrifflichkeiten „Arbeit“ und „die beste Zeit meines Lebens“ schließen einander aus (wie es ein Freund mir gegenüber neulich flapsig formulierte). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Starten wir an dieser Stelle doch mal ein kleines Gedankenexperiment: Was wäre, wenn es tatsächlich möglich wäre, die beste Zeit des Lebens bewusst herbeizuführen? Was würde geschehen, nachdem man sich in die Selbstverwirklichung, in Glück und Wohlstand, in Liebe und Zufriedenheit gearbeitet hat? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun, wenn Perfektion erst mal erreicht ist, kommt jede Änderung des Status Quo einem Rückschritt gleich, denn das ist es, was „Perfektion“ bedeutet. Ändert sich etwas an der erreichten Perfektion, ist sie entweder nicht mehr perfekt oder sie war es vorher eben doch nicht. Unzufriedenheit, Sorge und Furcht vor einem wie auch immer gearteten Wandel wären in einem perfekten Leben also vorprogrammiert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So gesehen, bedeutet das Erreichen der perfekten Lebenssituation das eigenhändige Errichten eines Gefängnisses mit lebenslanger Haftstrafe. Jetzt ist es perfekt, jetzt darf sich nie wieder etwas ändern, denn sonst wäre es nicht mehr perfekt. Man sieht also: Die anstrengende und zeitraubende Suche nach dem perfekten Leben, die stressige und unter Zeit- und Erfolgsdruck voran gepeitschte Jagd nach Ruhe, Ausgeglichenheit und Frieden ist ein Spiel mit gezinkten Würfeln. Die Sechs wird niemals bei allen Würfeln oben liegen. Dafür sorgen wir mit unseren überzogenen Ansprüchen selbst.   
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die beste Zeit unseres Lebens ist unser Leben. So einfach ist das. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ist diese relativ einfache Tatsache erst einmal akzeptiert, lebt es sich gleich viel gelassener. Ich bin vierundfünfzig Jahre alt und zu dieser Einsicht zu gelangen, hat mich relativ genau vierundfünfzig Jahre gekostet. Werde ich nun langsam altersmilde? Nein. Blödsinn. Ich habe lediglich genügend Lebenserfahrung gesammelt, um zu verstehen, dass es nicht das perfekte Leben ist, was ein perfektes Leben ausmacht. Es liegt im Mix. Es ist Arbeit und Stress und Freude und Erholung und Leid und Sicherheit und Verunsicherung und Liebe und Frust und Hass und Milde und alles, was sich zwischen diesen Polen befindet. Planung – das kann man mit Sicherheit sagen – wird dich ein Stück weit bringen, ans Ziel jedoch bringt sie dich nicht. Das Ziel kommt zu dir. Und es meldet sich nicht an. Perfektion wird nicht erreicht. Sie erreicht dich. Aber sie wird keinen Termin mit dir vereinbaren. Lass dich halt überraschen. Das wird schon. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Beispiel gefällig? Ich erinnere ich gut an den 04.07.2015: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich sitze mit alten Freunden aus Rockmusikertagen im Vorgarten eines kleinen Bauernhofs. Der Sänger unserer früheren Band hat hier, mitten auf dem Land, eine Anlaufstelle für Tiere aus Fehlhaltung eingerichtet. Gänse, Hühner, Katzen und Hunde wuseln zwischen unseren Beinen herum. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Vorfeld des Treffens hatte ich noch überlegt, ob ich überhaupt teilnehmen sollte. Stress,  Arbeit, Zeitdruck, Steuerberater, Auftragslage, Vertragsentwurf, Ratenzahlung, Telefonat, Bluthochdruck, Fristsetzung, Email, Selbständigkeit. Es ist der heißeste Tag des Jahres. Das Hochdruckgebiet Annelie beschert uns zur Feier unseres Treffens 39,2 Grad Celsius. Wir reden über die alten Zeiten, spielen Gitarre, sitzen in der Hitze und trinken eiskaltes Bier. Mein Handy steckt stumm geschaltet in meiner Tasche. Ich habe plötzlich keine Ahnung mehr, wie spät es ist, weiß nicht, was für die kommende Woche an Terminen auf mich wartet, und es ist mir auch vollkommen egal. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin einfach nur da. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich schaue in vertraute – wenn auch leicht gealterte Gesichter – und bin dankbar, dass man sich nach mittlerweile fünfunddreißig Jahren noch immer zu einem solchen Treffen zusammenfinden kann. Ich trinke noch einen Schluck vom kalten Bier, und die Feuchtigkeit tritt sofort als Schweiß auf meiner Stirn und meinen Unterarmen wieder aus. Ich lächele, lehne mich zurück, lausche den Gesprächen am Tisch und kitzele einen Hund, der unter meinem Stuhl Schatten sucht. Ich schaue in die Runde und lächele noch ein wenig breiter. Vertraute Gesichter, gutes Essen, kühles Bier und sengende Sonne. Keiner will etwas von mir, niemand spricht über die Arbeit, über Probleme oder erinnert mich daran, dass die Ablage in meinem Büro schon wieder wächst und wächst. All das ist weit weg von mir. Ich beschließe spontan, ein Buch über unsere ehemalige Band und unsere gemeinsame Zeit in den Achtzigern zu schreiben. Diese Idee erfüllt mich mit einer berauschenden Mischung aus Nostalgie und Tatendrang. Was für ein Tag. Ich trinke noch einen Schluck Bier, fühle mich pudelwohl, voller Energie und trotzdem durch und durch entspannt. Ich beschließe, meinen Plan mit dem Buch geheim zu halten, und meine Freunde bei einem späteren Treffen damit zu überraschen. Auflage: Sieben Stück. Eines für jedes Bandmitglied. Ein guter Plan. Meine Aufmerksamkeit wendet sich wieder der Diskussion am Tisch zu, die sich momentan mit den Vor- und Nachteilen unlackierter Gitarrenhälse beschäftigt, und ich höre einfach nur zu. Etwas in meiner Brust schnürt sich zusammen. Es ist ein gutes Gefühl, denn ich weiß, was ich jetzt zu tun habe: Ich seufze. Es ist einer dieser leider viel zu seltenen Seufzer, die von ganz unten kommen und die nie in Büros auftreten oder von Menschen mit Krawatten ausgestoßen werden.    
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dies, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist ein wirklich und wahrhaftig perfekter Moment. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein dümmliches Grinsen erregt schließlich die Aufmerksamkeit meiner ehemaligen Mitstreiter. Jemand sagt: »Hey, Burkhard! Bist du noch da?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und ob. Mehr denn je. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Solche Momente kannst du nicht planen. Es ist der Zufall. Immer. Und Planung ist nichts Anderes als das Ersetzen des Zufalls durch eine Enttäuschung. Ein Irrtum, eben.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Erheben wir unsere Gläser auf die perfekten Momente. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man sieht sie nicht kommen, aber man sieht sie in der Retrospektive. Und manchmal, nur manchmal, erwischt man einen in der Entstehung. Dann sollte man sich zurücklehnen, die Klappe halten, und das Universum machen lassen. Es hat sich bestimmt etwas dabei gedacht. Da sollte man nicht stören. Ein ganz alltäglicher Spaziergang mit den Hunden, ein Treffen mit alten Freunden, der tägliche Weg zur Arbeit, ein unerwartetes Telefonat. Der perfekte Moment lauert immer und überall. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich denke, der Trick ist, ihn nicht allzu sehr zu suchen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die einfachste Art etwas zu finden ist immer, sich selbst finden zu lassen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und keine Bange. Der nächste perfekte Moment kommt bestimmt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In diesem Sinne: Augen auf! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und alles Gute.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 24 Nov 2020 10:28:30 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Die vereinigten Staaten von Überall</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         oder: Es geht schnell
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fahren sie äußerst rechts und überholen Sie nicht!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dies ist kein politischer Blog, nein, und es wird auch nie ein politischer Blog werden. Schließlich habe ich an dieser Stelle schon öfter erwähnt, dass ich versuche, so gut wie möglich auf Beiträge zu verzichten, die US-amerikanische Schulhofschubser zum Thema haben, ob sie nun im weißen Haus residieren mögen, oder nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber was ist mit Schulhofschubsern, die zwar noch in der Pennsylvania Avenue gemeldet sind, sich aber bereits einer Räumungsklage gegenüber sehen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oh, na gut... 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man kommt ja dieser Tage nicht umhin, sich mit der Wahl in Amerika zu beschäftigen, also versuche ich, es hinter mich zu bringen und das Thema abzuhandeln. Viele können es ja schon nicht mehr hören, und auch die Frau, die meine Zuneigung hinnimmt, wie eine Wurzelkanalbehandlung, verdreht genervt die Augen, wenn ich beginne, eloquent und sachkundig über das Thema zu referieren. Also mache ich es kurz (»Ja, klar...«, sagt meine Frau).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           War die Präsidentschaft Donald Trumps erfolgreich? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun, da ist zunächst die Frage, für wen. Für die Waffenlobby sicherlich, für xenophobische Paranoiker mit inzestuös-agrarorientiertem Familienhintergrund ebenfalls, für verstohlen-geheimniskrämerische Rassentrennungsklemmis und Waffenschrankbesitzer mit Großkaliber-Flatrate sowieso. Aber was ist mit den Menschen, die man mögen kann? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mit empathischen, intelligenten und besorgten Menschen, die nicht jeden Mexikaner auf der Suche nach einer besseren Zukunft als vergewaltigenden, Drogen schmuggelnden „Bad Hombre“ (D. Trump) diffamieren? Nun, die Antwort liegt auf der Hand, wenn man sieht, wie Menschen in New York City in den Straßen tanzen oder wenn man Zeuge wird, wie einem professionellen und kühl berichtenden CNN News-Anchor, die Erleichterung über den Wahlsieg Bidens während der Sendung die Tränen in die Augen treibt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, ein großer Fan des nächsten Präsidenten der USA zu sein. Ich bin kein Amerikaner, und mein Wissen über den Kandidaten der demokratischen Partei hält sich in Grenzen. Aber ich weiß, dass er eben nicht Trump ist, und das ist ein großer Fortschritt gegenüber Jedem, der das nicht von sich behaupten kann (Donald Trump, nur um mal ein Beispiel zu nennen). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die täglichen (und sich selbst oftmals überbietenden) Kuriositäten aus dem amerikanischen Regierungssitz werden also, wie man hoffen möchte, demnächst ein Ende finden, und vielleicht kehrt sogar wieder so etwas wie Ruhe ein. Abwarten. Die Anzeichen häufen sich, und die Zeiten, in denen man Nägel kauend und in Angstschweiß mariniert vor den zwanzig Uhr Nachrichten saß, wann immer eine Meldung mit den Worten »US-Präsident Donald Trump twitterte heute, dass...« begann, sind gezählt. Wir werden sehen, wie es weitergeht, und die tatsächliche Machtübergabe findet schließlich erst gegen Ende Januar statt. Eine oftmals unterschätzte Tatsache, denn dann – und erst dann – ist der Moment gekommen, die Korken knallen zu lassen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das sollten wir nicht vergessen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Lehre, die ich für mich persönlich aus der Präsidentschaft Trumps gezogen habe, ist nicht, dass man keinen Reality-TV Star in das höchste Amt Amerikas wählen sollte. Das versteht sich von selbst. Was uns durch die Amtszeit dieses Mannes mehr als alles Andere vor Augen geführt wurde, ist die Fragilität der Demokratie. Sie ist zerbrechlich, sie ist zart, und sie ist lediglich eine dünne und verletzliche Haut über einem primitiven, hasserfüllten Knoten aus Muskeln und Dummheit. Demokratie wird durch langes und zähes Ringen erkämpft. Verloren ist sie manchmal über Nacht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es geht schnell, wenn man nicht aufpasst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Geschwindigkeit, in der während der letzten vier Jahre Machtmissbrauch, Vetternwirtschaft und Willkür um sich gegriffen haben, ist erstaunlich. Wir erlebten nicht weniger, als die Führung einer Atommacht als Familienbetrieb. Politische Gegner wurden kurzerhand gefeuert und durch Angehörige der eigenen Fanbase ersetzt, Günstlinge wurden belohnt, Zweifler oder gar Kritiker entfernt. Fragen Sie doch mal FBI-Direktor James Comey, Verteidigungsminister Jim Mattis, Trump-Anwalt Michael Cohen oder Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci, was sie denn heute so beruflich machen. Die Liste ließe sich beliebig ausbauen. Noch nie wurden so viele Posten in so kurzer Zeit umbesetzt, wie in der Ära Trump. Bananenrepublikistan war nie näher, als während der letzten vier Jahre. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ja, es geht schnell, wenn man nicht aufpasst.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mit Stand von heute (11.11.2020) hat die Covid 19-Pandemie in Amerika bereits über 25.000 Todesopfer mehr gefordert, als der erste Weltkrieg, der Koreakrieg, der Golfkrieg und der Vietnamkrieg zusammengenommen. Trotzdem verabschiedet sich das Land dieser Tage von einem Präsidenten, der vor einem Berg aus 240.000 Leichen steht und ohne mit der Wimper zu zucken behauptet, die Situation im Griff zu haben. Diese Tatsache zeigt, was eine einzige unglückliche Wahl über ein Volk bringen kann: Einen Präsidenten, der wie kein anderer vor ihm, den Bullshit zur Staatsräson erhob, Egoismus und Dummheit salonfähig machte und internationale Beziehungen und Freundschaften mit Füßen trat.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es geht schnell, wenn man nicht aufpasst.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zwischen verbessertem Gesundheitswesen, angekündigter verstärkter Waffenkontrolle, verschärften Klimazielen, wirtschaftlicher Zusammenarbeit und diplomatischem Miteinander auf der einen Seite und drohendem Kollaps, Rekordumsätzen der Waffenindustrie, gekündigtem Iran-Deal, Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen, Isolationismus, „America First“ und Grenzmauern lag exakt EINE Wahl. Eine einzige Wahl lag zwischen »There is not a black America and a white America and latino America and asian America – there's the United States of America« und »When the looting starts, the shooting starts!«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine einzige unglückliche Wahl hat all diese erstaunlichen (und erschreckenden) Änderungen bewirkt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meine Hoffnung ist, dass wir (nicht nur US-Bürger, sondern Menschen aller Nationalitäten) aus den vergangenen vier Jahren eine wichtige Lektion ziehen werden: Es geht schnell, wenn man nicht aufpasst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein einziger Wahltermin sorgte dafür, dass in den Vereinigten Staaten all jene, die bislang ihren Rassismus heimlich still und leise in den eigenen vier Wänden ausleben mussten, dies wieder stolz und mit Nachdruck auf der Straße tun konnten, ohne irgendwelche Repressalien befürchten zu müssen. Ein einziger Wahltermin reichte aus, um durch das Verhalten des Godfather of Pussygrabbing (H. Rether) den Maßstab, den man für künftige Präsidenten erwartet, auf Fußleistenniveau zu senken. Staatsmännischeres und dem Amte angemesseneres Niveau dürfte wohl Jeder abzuliefern imstande sein, der es schafft, sich nicht während eines Meetings mit der Queen die Fußnägel zu schneiden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir erlebten ein Meisterstück in Sachen Populismus und Volksverhetzung. In Amerika sind Menschen, die einen Wahlkampfbus des Herausforderers Joe Biden fast von der Straße gedrängt haben, vom Präsidenten als „Patrioten“ bezeichnet worden. Die unterschwellige Botschaft liegt auf der Hand. Bist du bei mir, bist du Patriot. Bist du bei denen, bist du ein Feind des Landes. Rest in Peace, politischer Diskurs. Ruhe in Frieden, ergebnisoffene Diskussion, Friede sei mit dir, sachdienliche Entscheidungsfindung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein einziger Wahltermin, und offen rassistische Mitglieder der White Supremacy marschieren mit Fackeln durch die Straßen. So durfte man es mehrfach im August und im Oktober 2017 beobachten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mir, als deutschem Staatsbürger, kommt das aus dem Geschichtsunterricht verflucht bekannt vor.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Präsident war damals der Meinung, auch unter den Nazis gebe es sicherlich viele sehr gute Leute. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es geht schnell, wenn man nicht aufpasst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Interessant wäre es, ein Auge auf all die zu werfen, die sich während der Herrschaft des Herrn Trump in ihrer Rolle als rassenreine Supremacy-Helden so sicher gefühlt haben, dass sie es wagten, ihre Gesichter voller Stolz in die Kameras der versammelten Presse zu halten. Interessant deshalb, weil diese Herrenmenschen nicht verschwinden, wenn ein neuer Mieter in der Pennsylvania Avenue einzieht. Sie sind dann noch immer da. Nicht mehr öffentlich, nein, aber sie sind noch immer da. Und ein einziger Wahltermin hat ausgereicht, um sie Morgenluft wittern zu lassen und an das Tageslicht zu treten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es geht schnell, wenn man nicht aufpasst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Passen wir also auf. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Überall.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Quelle für die Anzahl der gefallenen Soldaten Amerikas: Statista.com
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Quelle für Todeszahlen Covid: Johns Hopkins Universität
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 11 Nov 2020 06:02:38 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Das Manhattan-Projekt des deutschen Autorentums</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/das-manhattan-projekt-des-deutschen-autorentums</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         In eigener Sache...
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ja, es geht um mich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Manhattan-Projekt auf der einen Seite, und meine Bemühungen, als Autor zumindest lokale Berühmtheit zu erlangen auf der anderen Seite, sind sich eigentlich ziemlich ähnlich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun könnte man sicher einwenden, dass ein international erfolgloser Tastenprügler im Jahr 2020 nicht sonderlich viel mit der Entwicklung der ersten Kernwaffe zu tun hat. Zugegeben. Immerhin  arbeiteten damals bis zu 150.000 Menschen direkt oder indirekt auf das Ziel hin, eine funktionale Kernwaffe zu konstruieren, ich jedoch arbeite ganz für mich allein im stillen Kämmerchen und beabsichtige nicht, mit meinen kreativen Fingerübungen abertausende von Menschen umzubringen. Trotzdem sehe ich Parallelen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man muss nur einen Schritt zurücktreten, um die Gemeinsamkeiten zu erkennen: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           1) Beide Unternehmungen arbeiten fieberhaft auf ihr Ziel hin, und trotz aller hektischer Betriebsamkeit dringt über Jahre hinweg nicht das kleinste bisschen Information nach außen. Dieses Phänomen kenne ich von meiner Arbeit auch.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           2) Die größten Denker der jeweiligen Epochen (J. Robert Oppenheimer und ich) sitzen bis spät in die Nacht am Schreibtisch und konstruieren komplizierte und dennoch schlüssige Kausalketten, reiben sich die müden Augen und versuchen, der Geschichte der Menschheit einen neuen Fixpunkt hinzuzufügen, um einer Zeit des Chaos und der Vernichtung ein Ende zu setzen. Unbeachtet und unerkannt. Das Gefühl kenne ich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           3) Öffentliche Anerkennung oder gar Ruhm bleiben aus. Kommt mir ebenfalls bekannt vor. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4) Das Manhattan-Projekt war so geheim, dass selbst die meisten Mitarbeiter keine Ahnung hatten, woran sie überhaupt gerade arbeiteten. Auch ich sitze häufig vor meiner Tastatur und frage mich, was zum Henker ich da eigentlich gerade tue. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich dachte also bislang, dass ich an einem mir noch nicht bekannten Tag zu internationaler Berühmtheit gelangen würde, ebenso, wie es das Manhattan-Projekt tat. Nur eben ohne all die Zerstörung, was ich immer ganz prima finde. Ich war das Manhattan-Projekt des deutschen Autorentums und ich konnte es kaum erwarten, mit einem gewaltigen Knall das Licht der Welt zu erblicken. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nur, dass es in meinem Fall ein friedlicher und versöhnlicher Knall sein würde. Vielleicht sogar ein unterhaltsamer Knall. Das hätte mich gefreut. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So weit, so gut. Dies war also der Status Quo, und ich hatte mich mit ihm abgefunden. Zufrieden und gemütlich in meine Erfolglosigkeit eingekuschelt, verbrachte ich die Tage, hangelte mich von Blog zu Blog, von Kurzgeschichte zu Kurzgeschichte und verbrachte eine alles in allem ziemlich angenehme Zeit. Dann piepte mein Handy, und ich erhielt die Textnachricht eines alten Freundes aus Musikertagen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Seine Meldung drehte sich um eine Reihe von Audiobooks, die ich nicht sonderlich mag, die mein Kumpel aber hervorragend findet. Er kann gar nicht verstehen, warum ich nicht gebührend auf die Storys abfahre, sagte er. Er erwähnte sogar, dass er – wann immer er einen meiner Texte lese – im Kopf die Stimme des Sprechers höre, den er durch diese Hörbücher kennengelernt habe, und den er sehr schätze. Als ich noch dabei war, mich innerlich über diesen Konjunktivhaufen zu beömmeln, schnappte meine Aufmerksamkeit wie ein Gummiband zurück zu einem ganz speziellen Punkt: »...wann immer er einen meiner Texte... «?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Schock, zu erfahren, dass der Kerl tatsächlich regelmäßig meine Texte liest, explodierte derart in meinem Bewusstsein, dass ich nicht mehr in der Lage war, mich auf den Inhalt unserer Unterhaltung zu konzentrieren. Ich war mit der Situation völlig überfordert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           »Du liest meine Texte?«, fragte ich, und wenn es einer Textnachricht möglich ist, ein wenig verwundert oder gar ungläubig zu klingen, dann tat sie genau das. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Seine Antwort war so unschuldig wie naheliegend. »Na, ja. Das willst du doch, oder?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Darüber hatte ich ehrlich noch nie nachgedacht. Schließlich schrieb ich: »Ähm... Tja, irgendwie schon, denke ich.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das war wirklich alles? Ich schreibe den Kram, und meine Freunde lesen ihn, einfach nur, weil ich ihn geschrieben habe? So einfach ist das? Nichts Besonderes, Burkhard schreibt halt, und ab und zu schaut man ganz gerne mal rein?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es fühlte sich ein wenig so an, als würde man als fünfzehnjähriger Bengel beim masturbieren erwischt. Die Tür fliegt auf, und Mutti stürmt unangemeldet in den Raum. Aber anstatt angesichts der Situation ein überraschtes »Huch!« auszustoßen und peinlich berührt die Tür zu schließen, sammelt sie nur ein paar schmutzige Socken vom Boden auf und verlässt dann, mit einem lakonischen »Du könntest hier wirklich mal wieder aufräumen«, den Raum. Natürlich ist das Schreiben für mich ein ganz normaler Vorgang. Es ist natürlich, denn es gehört nun mal – zumindest für mich – zum Leben. Dass es auch für meinen Freund ein ganz normaler Vorgang zu sein scheint, dass ich schreibe, wäre mir nie in den Sinn gekommen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So lernt man immer wieder dazu. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schreiben ist eine lange und einsame Einbahnstraße. Man verfasst Texte, man stellt sie online oder man lässt sie zu Büchern binden und dann sind sie weg. Texte und Geschichten entwickeln ein eigenes Leben, werden gelesen oder auch nicht, werden gemocht oder auch nicht, machen nachdenklich oder unterhalten... Oder eben auch nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Sache ist die: Im Normalfall erfahre ich nicht, wie es ihnen ergangen ist. Man lässt sie eben ziehen und hört nichts mehr von ihnen. Blogs, Geschichten und Bücher schreiben dir nicht. Sie werden geschrieben, und das war es dann. So kommt es dazu, dass man sich manchmal fragt, ob man am Ende wirklich nur für sich selbst schreibt. Aber das ist okay. Ich schreibe gern, und (um bei dem Mutti-stürmt-ins-Zimmer-Vergleich zu bleiben) wenn ich es nur für mich selbst tue, dann hoffe ich eben, dass es mir selbst gefällt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Umso wertvoller sind die seltenen Momente, in denen man sich vorkommt, als würde man erwischt.  Und die Selbstverständlichkeit, mit der mein Freund auf meine Frage, ob er tatsächlich meine Texte lese reagierte, zeigt mir, dass es für ihn scheinbar völlig normal ist, das sein Kumpel Burkhard eben Texte verfasst, die er ins Netz stellt. Das ist nichts Besonderes, das ist es eben, was Burkhard so macht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ganz im Ernst: Ist das nicht großartig? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Normalität, die mir aus seinem kleinen Nebensatz entgegenschlug, freute mich sehr. Ich empfand sie als Anerkennung. Meine kleinen und oft hakeligen Versuche, Gedanken zu Papier zu bringen, waren in der Normalität anderer Leute angekommen. In diesem Moment war es mir egal, ob er meinen Kram mochte oder nicht. Es war mir egal, ob er zum glühenden Fan meiner Texte wird, oder ob er sich hinter meinem Rücken über mich totlacht. Dieser Teil der Angelegenheit ist halt Geschmackssache und das ist auch gut so. Viel wichtiger ist: Das Schreiben ist Teil meines Lebens, Teil meiner Persönlichkeit und ein Teil meiner Lebensqualität. Festzustellen, dass ich Freunde habe, die dies wissen und scheinbar nichts Besonderes daran finden, hat mir meinen Tag gerettet. Es hat mich stolz gemacht und irgendwie auch... nun... als Autor legitimiert. Dafür bin ich dem Kerl richtig dankbar.   
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tief in mir drin hat es endlich geknallt. Das Manhattan-Projekt des deutschen Autorentums ist aus den Schatten der Geheimhaltung ans Tageslicht getreten. Und sei es nur für mich ganz allein und tief in mir drin. In diesem Moment war ich ein Schreiber. Nicht Jemand, der gerne ein Schreiber wäre. Der Unterschied ist ebenso monumental, wie »der Unterschied zwischen etwas, das respektabel ist und etwas, dass tatsächlich respektiert wird« (Danke, Douglas Adams). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zwischen diesen beiden Zuständen liegen Welten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bekanntheit mag ja schön und gut sein, aber der innere Durchbruch, den man durch die Legitimation seines Tuns durch den eigenen Freundeskreises feiern kann, ist mehr wert, als tausend verkaufte Bücher.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ehrlich. Mehr braucht kein Mensch.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 02 Nov 2020 10:23:49 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/das-manhattan-projekt-des-deutschen-autorentums</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
    </item>
    <item>
      <title>Vorschlag für Wikipedia</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/vorschlag-fuer-wikipedia</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Wenn man nicht alles selber macht...
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die deutschsprachige Wikipedia definiert Musik als (und ich zitiere) »...eine Kunstgattung, deren Werke aus organisierten Schallereignissen bestehen. Zu Ihrer Erzeugung wird akustisches Material, wie Töne, Klänge und Geräusche, innerhalb des für Menschen hörbaren Bereichs geordnet.« Ich definiere die deutschsprachige Wikipedia als »Blutleeren und steifärschigen Nachschlagebums mit dem Sexappeal von Oma Gertruds Kücheneckbank.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik als Schallereignis zu definieren, mag ja auf den ersten Blick stimmig erscheinen. Stimmig ist aber auch die Behauptung, eine Schneelawine im Hochgebirge sei zwar schön weiß, habe aber auch das Potential, beim Frühstück zu stören. Alles faktisch korrekt, klar, aber ich denke, die Wikipedia-Definition könnte durchaus ein wenig tiefer in die Materie einsteigen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hier also vielleicht mal ein paar Vorschläge, um die Sache etwas ins rechte Licht zu rücken:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik ist Nights in White Satin von The Moody Blues. Und Nights in White Satin ist der erste zaghafte und lang ersehnte Klammerblues mit Ulrike, damals im Partykeller des Evangelischen Pfarrheims auf dem Heiderhof in Bad Godesberg. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik ist auch Meatloaf und Heaven can wait, gespielt auf einem billigen Kassettenrecorder mit halb leeren Batterien. Und Heaven can wait wird mich immer zurück zu dem Moment bringen, in dem ich als Teenager mit der unsterblichen Liebe meines Lebens auf der Wiese im Park lag und in den Nachthimmel schaute. Musik ist auch For Crying out Loud von der selben Platte, nachdem mich die unsterbliche Liebe meines Lebens zwei Wochen später wegen dieses Arschlochs Hasso absägte, und mein Leben im Alter von fünfzehn Jahren in Scherben lag. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für immer, wie es schien. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik ist das Woodstock-Album auf der Kassette in meinem Walkman, während ich mit meinem Mofa den steilen Berg zum Proberaum hinauf knattere. Musik ist die Gänsehaut beim Finale der Liveversion von Supper´s Ready, ist der Einsatz von Mark Knopflers Gitarre in Telegraph Road, ist die alte und irgendwie weise Stimme Johnny Cashs auf Rick Rubins American Recordings, die Anmut der Brandenburgischen Konzerte Bachs, der rotzige Gesang Joey Ramones, der Bombast Wagners und die verspielten Schnörkel Mozarts. Musik, das ist BB King, Eddie Van Halen und Luciano Pavarotti. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber Musik ist viel mehr, als nur das. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik ist die alles überflutende Nervosität vor dem ersten echten Auftritt mit der ersten echten Band und die Erinnerung an das Piepsen im Ohr nach einer viel zu lauten Probe. Musik ist der Stolz, den man empfindet, wenn man zum ersten Mal seine eigene Stimme auf einem kleinen lokalen Radiosender hört. Der Gig Anfang der Neunziger, als man als Vorgruppe für eine echte Profiband gebucht wurde und die Erleichterung nach dem ersten Applaus. Der Versuch, durch alle Höhen und Tiefen eine Band zusammenzuhalten, das erste Studio, das erste Demo, der erste Fanbrief. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik definierte den Moment, in dem Neil Young und Crazy Horse mir in der Arena in Köln den Glauben an den Rock zurückgaben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik ist der Anblick des Lächelns meiner Frau, wenn sie sich bei einem Glas Rotwein eine uralte schwarz-weiß Aufnahme von Edith Piaf anschaut, und Musik ist die Wärme, die bei Chet Bakers Almost Blue aus den Boxen zu strömen scheint. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik ist der furchtbare Anblick, den man geboten hat, als man vor gefühlten tausend Jahren mit seinem Kumpel zu I'm Going Home von Ten Years After Luftgitarre spielte und die Ruhe, die ich jedes mal empfinde, wenn ich die einleitenden Töne von Keith Jarretts Köln Concert höre. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik ist der pubertäre Versuch, so zu singen wie Chris Thompson auf Live in Budapest und die schmerzliche Einsicht, dass der Job, Chris Thompson zu sein, offenbar bereits vergeben wurde. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik ist die Energie in der Viertelsekunde zwischen dem Verlöschen des Hallenlichtes und dem Aufbrausen des Applauses am Anfang eines Konzertes. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Pure Spannung, dann Entladung und Freude.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik ist der Schmerz, den man empfindet, wenn man plötzlich versteht, dass man es wohl niemals schaffen wird. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik ist Fanatismus, Liebe, Aggression, Zärtlichkeit und Wut. Musik ist Trauer und Glück, Verlust und Euphorie, Schönheit, Anmut und überwältigendes Leid.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik ist geil. Und sie kann fies sein. Sie manipuliert, verbindet und entzweit. Sie ist launisch und nachtragend. Sie kann deinen Tag retten und ihn zerstören. Ein Song kann für immer mit dem Tod eines geliebten Menschen in Verbindung bleiben oder dich an den Moment erinnern, an dem der Arzt dir dein neugeborenes Kind in den Arm legte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik ist eine Macht. Sie ist pure Form. Nicht zu greifen, nicht zu riechen, nicht zu sehen. Musik ist unsichtbar und trotzdem Schönheit. Konturlos, doch voller Ecken und Kanten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und sie ist Lebensinhalt und Lebenszweck für viele Menschen, die ihr gesamtes Dasein mit fanatischer Hingabe der Musik gewidmet haben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           »Musik ist eine Kunstform, deren Werke aus organisierten Schallereignissen bestehen.« 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Arme Wikipedia. So viel Wissen und doch keine Ahnung.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Du hast so unendlich viel verpasst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 27 Oct 2020 07:45:08 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/vorschlag-fuer-wikipedia</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Asbach 1988</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/asbach-1988</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ein Nachruf als Weckruf
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Spaß beiseite.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Heute habe ich mal ein ernstes Feld zu beackern, denn es ist ein ernstes Thema, welches mich umtreibt. Es gibt solche Tage und es gibt solche Tage, und manchmal fällt Beides zusammen. Dann kann es vorkommen, dass das Leben, die Natur der Dinge und das Universum im Allgemeinen eine Fahrgemeinschaft bilden, zu dir hinausfahren, klingeln, und  dir – noch an der Türe – freundlich lächelnd mit einem Zimmermannshammer den Scheitel nachziehen. Das sind die Momente, in denen du plötzlich wieder geerdet wirst. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und zwar nachhaltig. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es sind Momente, in denen du begreifst, dass dass du dich ständig um den falschen Kram kümmerst, den falschen Zielen hinterher hechelst und dich ganz allgemein ziemlich drollig benimmst, wenn man mal das große Bild in Betracht zieht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich erhalte die Voicemail eines Freundes und erfahre, dass vor einigen Tagen ein gemeinsamer Bekannter an Krebs verstorben ist. Ich schreibe ganz bewusst an dieser Stelle, dass es sich um einen „Bekannten“ handelte, und nicht um einen engen persönlichen Freund von mir. Tatsächlich hatte ich seit geschätzt drei Jahrzehnten keinen Kontakt mehr zu dem Mann, doch immerhin handelt es sich um einen wirklich netten Typen, den ich mal recht gut kannte. Damals, in unserer Musikervergangenheit in den Achtzigern, begleitete uns der Kerl öfter mal in den Proberaum, hing mit uns ab und entdeckte schließlich sein Talent, unseren manchmal sehr eigenwilligen musikalischen Ideen am Mischpult einen kompakten Sound zu verpassen. Wir fochten damals regelmäßig lautstarke Scharmützel aus, und im Proberaum galt das unter Musikern allgemein akzeptierte Recht der wattstärkeren Anlage, was oft dazu führte, dass wir auf dem Weg nach Hause noch immer aus den Ohren bluteten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich erinnere mich noch lebhaft an den Abend, an dem er uns bei einem ansonsten furchtbaren Benefizkonzert für die damalige „Aktion Sorgenkind“ (heute Aktion Mensch) den besten Live-Sound unserer kurzen Karriere bescherte. Er war ein talentierter, witziger, kreativer und – wenn ich mich recht erinnere – auch ein ziemlich sanfter Mensch. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und er liebte den Rock von Led Zeppelin. Auch das ist mir in Erinnerung geblieben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Viel mehr ist da allerdings nicht mehr, und nach dem Ende unserer Band haben wir uns aus den Augen verloren. Es gab keinen Streit, keine Zerwürfnisse, gar nichts. Es war halt ein ganz natürlicher Vorgang, wie er sich in jedem Leben dutzende Male ereignet: Wege kreuzen sich, Wege trennen sich. So einfach ist das. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nun höre ich von seinem Tod.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich fühle mich irgendwie tiefer ergriffen, irgendwie stärker berührt, als ich es für wahrscheinlich gehalten hätte. Wir beide waren nie so richtig „dicke“, wie man so schön sagt, wir waren nie wirklich eng befreundet, und doch ist da plötzlich ein extrem aufdringliches Gefühl der Leere. Genau dort, wo die letzten dreißig Jahre lang ein Mensch gelebt hat, an den ich nicht mehr dachte, mit dem mich nichts mehr verband und von dem ich seit Jahrzehnten nicht einmal die Adresse oder Telefonnummer kannte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum verspüre ich also diese Leere, obwohl wir doch überhaupt keinen Kontakt mehr hatten? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nach einer Weile glaube ich, die Antwort zu kennen: Ich spüre diese Leere, weil sie mich wie ein pochender Zahn von ihrer Existenz in Kenntnis setzen will. Sie sagt mir, dass sie nun da sei, und – und das ist der springende Punkt – nie wieder NICHT da sein wird. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Tod hat etwas verdammt Endgültiges, wenn man mal darüber nachdenkt. Gemachte Fehler können nicht korrigiert werden, Fragen nicht gestellt, Antworten nicht gegeben und Erinnerungen nicht aufgefrischt werden. Nicht heute, nicht morgen, nicht übermorgen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nie wieder. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das macht der Tod aus Möglichkeiten. Ein kalt lächelndes „Vergiss es, Kumpel. Nie wieder.“. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Mann am Mischer war jünger als ich. Nicht viel, ein gutes Jahr nur, aber ich laufe jetzt schon länger auf diesem Planeten herum, als er es jemals tun wird. Wie lange werde ich diesen Vorsprung wohl noch ausbauen können?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mir wird klar, dass das Leben ein Glücksfall ist. Es ist keine Leistung, es ist Glück. Pures Glück. Und wir machen uns in unserer täglichen Routine nicht bewusst, dass der eigene Tod immer nur einen einzigen Arztbesuch entfernt ist. Ein Überqueren der Straße im falschen Moment, ein Urlaubsantritt mit einem übernächtigten Piloten, ein Telefonat, während dem der Arzt dich darüber in Kenntnis setzt, dass die Laborergebnisse endlich da sind, und dass man sie vielleicht nicht am Telefon besprechen sollte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es kann schnell gehen. Verdammt schnell.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Mann am Mischer hatte kurz vor seinem Tod noch per Email Kontakt zu einem meiner damaligen Bandkollegen. Er wusste, wie es um ihn stand und erklärte, es würde wohl über kurz oder lang auf eine WG mit David Bowie und Lemmy von Motörhead hinauslaufen. Ich frage mich, ob ich wohl ebenso abgeklärt und cool bleiben werde, wenn der Arzt einmal mich wegen der Laborergebnisse anruft. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Solches Verhalten nötigt mir Respekt ab. Tiefen Respekt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich will dem täglichen Trott nicht mehr unterliegen. Ich will bewusster sein, aktiver Leben und nicht den falschen Zielen hinterher hecheln. Ich will Freundschaften pflegen, Kreativität und gutes  Essen genießen, gute Gespräche führen und mir immer wieder klar machen, dass man diese Kirmes nur einmal besucht. Da sollte man sich auch verdammt noch mal gut amüsieren. Das Leben ist zu kurz für schlechtes Essen, billige Drinks, die falschen Freunde und miese Filme. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mir ist natürlich klar, dass dieses Stimmung nicht lange vorhalten wird. Ich weiß, dass ich bald wieder im Trott hängen werde, denn der Trott ist immer stärker. Der Trott hat Zeit. Er weiß, dass er die Oberhand zurückgewinnen wird, und das ist mir klar. Aber bis es so weit ist, möchte ich alte Freunde treffen, und ich bereue, dass der Mann am Mischer an unseren unregelmäßigen Bandtreffen nie teilgenommen hat. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Geschichten, die er aus dieser Zeit hätte zum Besten geben können, werden nun – und für immer – ungehört bleiben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie gesagt: Der Tod hat etwas verdammt Endgültiges.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Guido, ich bin kein gläubiger Mensch, doch ich hoffe, dass da irgendwie und irgendwo tatsächlich die Möglichkeit für dich besteht, in diese WG zu ziehen, und dass ihr täglich jammen könnt. Ich habe dich ewig nicht gesehen, und ich weiß, dass du während der vergangenen dreißig Jahre wahrscheinlich ebenso selten an mich gedacht hast, wie ich an dich. Aber ich danke dir für den guten Sound, damals bei dem schrecklichen Open Air auf dem riesigen Parkplatz im Westerwald, und ich danke dir für den Tritt in den Arsch, den mir dein viel zu früher Abschied verpasst hat. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Du hast ihn sicherlich nicht beabsichtigt, aber ich habe ihn gebraucht.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich hoffe, du erinnerst dich noch genau so gut an diese schreckliche Veranstaltung, wie ich es tue. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich hoffe, du erzählst Lemmy und David davon.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und ich hoffe, dass du lachst.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Fri, 23 Oct 2020 10:44:33 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/asbach-1988</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
    </item>
    <item>
      <title>Postfaktisches Interview</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/postfaktisches-interview</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Fakten schaffen für Jedermann
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist ja so, nicht wahr:
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gerade in Zeiten, in denen Jeder (und ich nehme mich selbst an dieser Stelle nicht aus) seinen subjektiv eingefärbten und manchmal geradezu kruden Blödsinn ins weltweite Datennetz pumpen darf, fällt es oft schwer, sich sein wackeliges aber immerhin halbwegs stimmiges Weltbild zu erhalten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Gefahr, allzu offensichtlichen Falschmeldungen aufzusitzen, kann man mit einem kurzen Schulterzucken ausweichen. Hierzu genügt meist ein kurzer Blick in den eigenen gesunden Menschenverstand und vielleicht eine oberflächliche Überprüfung der Fakten. Viel gefährlicher als eine plumpe Falschmeldung ist jedoch das ständige Wiederholen von Blödsinn. Hört man eine falsche Meldung oft genug, setzt sich irgendwann ein Keim fest, der dann beginnt, zu sprießen und die absonderlichsten Blüten zu treiben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich denke, hier liegt die eigentliche Gefahr. Hört man es einmal, ist es Quatsch. Hört man es immer und immer wieder, wird die Lüge zur Normalität und die Normalität ist irgendwann... nun, eben normal, oder? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und „normal“ ist immer auch „wahr“.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Zunächst möchte ich mich für die Einladung bedanken, Herr Simon. Ich bin sicher, 		dass dieses Gespräch bei unserer Leserschaft auf großes Interesse stoßen wird.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Sehr gerne! Setzen Sie sich. Nehmen Sie sich einen Keks.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Danke. Köstlich. Sind das kleine Kokosflocken?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Ein Rezept meiner Mutter.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Lecker. Wirklich.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Freut mich, wenn es Ihnen zusagt. Nun, was haben Sie denn heute für mich?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Na ja, es sind ein paar Fragen, die vielleicht auch persönlicher Natur sind, wenn es 		Ihnen nichts ausmacht.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Immer frisch von der Leber weg, guter Mann. Legen wir einfach los.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           (öffnet eine Mappe mit Notizzetteln und zieht einen Kugelschreiber aus der 			Innentasche seines Jacketts) »Gerne. Herr Simon, wie fühlt es sich an, wenn man 		erfährt, dass der eigene Großvater jahrelang als Stiefelputzer für Adolf Hitler und  		Hermann Göring gearbeitet hat?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Wissen Sie, ich glaube, es war Oscar Wilde, der einmal gesagt hat, dass... Wie 			bitte?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Ihr Großvater? Die Sache mit Hitler, Göring und seiner Arbeit als Stiefelknecht für 		die Nazi-Elite? Sie wissen schon? Diese ganze Angelegenheit?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Was soll das denn heißen? Wovon reden Sie überhaupt?« 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Ich spreche von gewöhnlich gut informierten Quellen, die behaupten, Menschen zu 		kennen, die wiederum von Leuten gehört haben wollen, die vorgeben, im Besitz 			eindeutiger Belege zu sein, die andeuten, dass Ihr Großvater bis kurz vor Ende des 		Krieges unter Umständen gegebenenfalls vielleicht als Stiefelknecht für Hitler und 		Göring gearbeitet hat.« 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Mein Großvater? Der wurde als ganz normaler Soldat zum Kriegsdienst eingezogen 		und fiel im zweiten Weltkrieg irgendwo in Ungarn. Was Sie da erzählen, ist Quatsch! 		Völliger Blödsinn! Wer behauptet denn so was?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Nun... Quellen, eben.« 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Welche Quellen?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Anonyme Quellen. Mein journalistischer Ethos untersagt es mir, meine Quellen 		offenzulegen. Bitte haben Sie Verständnis dafür. Ungarn, sagten Sie?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Ja, in Ungarn. Stiefelknecht... Was für ein Blödsinn! Mein Opa war in Ungarn 			stationiert und kurz vor Ende des Krieges...«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »...fiel er bei Kampfhandlungen?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Ja!«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Herr Simon... Bitte. Sie werden verstehen, dass ich kaum glauben kann, dass Hitler 		oder Göring mitten in den Wirren der letzten Kriegstage bis nach Ungarn 				gereist wären, nur um sich von ihrem Herrn Großvater die Stiefel putzen zu 			lassen! Außerdem wäre ein Mann wie Ihr Großvater, ein Mann mit persönlichen 			Kontakten in die höchsten Kreise dieses Menschenschinder-Regimes wohl kaum in 		direkte Kampfhandlungen verstrickt gewesen. Der Gedanke ist absurd!«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Eben! Ich meine, nein! Er war kein Stiefelknecht und auch ganz sicher kein 			Obernazi! Er war als ganz normaler Soldat in Ungarn und...«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Sie behaupten also, die ganze Stiefelgeschichte stimmt gar nicht? Alles nur 			Fassade? Was hat ihr Großvater denn wirklich in Ungarn getan? Geheimdienstliche 		Tätigkeiten? SA? SS?« 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Hören Sie, ich habe keine Ahnung, was Sie hier...«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Nun, wenn Hitler und Göring – wie Sie behaupten – nach Ungarn gereist sind, nur 		um sich mit Ihrem Großvater zu treffen, wird es triftige Gründe dafür gegeben 			haben, glauben Sie nicht auch?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Moment mal! Ich habe überhaupt nichts behauptet! Und mein Opa war garantiert 		nicht Hitlers Stiefelbursche, verdammt noch mal!«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Sie sagen also, er arbeitete ausschließlich für Göring?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Nein! Ich meine, er arbeitete für keinen von beiden! Er war als ganz 				normaler Soldat in Ungarn und da ist er leider auch geblieben!« 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Ich nehme an, aus Angst vor den Nürnberger Prozessen?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Nein, weil er tot ist! Er verlor sein Leben in den letzten Kriegstagen und wurde dort 		beerdigt! In einem anonymen Grab, so weit ich weiß!«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           (Blickt gelangweilt aus dem Fenster) »Wie praktisch...«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Nein, wie traurig! Es ist furchtbar! Krieg ist die Bankrotterklärung menschlicher 		Intelligenz!«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Sie versuchen, mit schmissigen Sprüchen vom Thema abzulenken, Herr Simon!«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Nein, ich stelle nur klar, dass mein Opa nicht als Stiefelknecht für Hitler gearbeitet 		hat. Und nein, für Göring auch nicht! Die ganze Geschichte ist Blödsinn!« 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Ach, tatsächlich? Unsere Quellen berichten, dass Ihr sauberer Herr Großvater sogar 		unter erhöhtem Speichelfluss litt, wenn er von Hitler oder Göring sprach. Er soll 			regelrecht gesabbert haben, wenn er sich voller Diensteifer über deren Stiefel beugte. 		Blödsinn, Herr Simon? Alles nur Blödsinn?« 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Aber natürlich! Kaum zu glauben, das Ganze! Er soll gesabbert haben?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Wie ein Bergbach! Gerade diese Speichelfluss-Geschichte erscheint mir als 			Teil einer Lüge doch zu sehr ins Detail zu gehen, finden Sie nicht auch? Warum 			sollte sich das Jemand ausdenken? Ist das nicht ein wenig zu genau für eine 			Geschichte, die – wie Sie behaupten – frei erfunden sein soll?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Überhaupt nicht! Es sind schließlich die Details, die eine gute Lüge erst glaubhaft 		machen!«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Woher wissen Sie das?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Ich bin Autor. Ich lüge beruflich.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Ach, das ist ja interessant. Aber dass Ihr Opa ein ganz einfacher Soldat war, soll ich 		Ihnen, einem bekennenden und professionellen Lügner, trotzdem glauben? Ein ganz 		einfacher Soldat unter abertausenden von einfachen Soldaten, die von einem Irren in 		den Tod geschickt wurden? Jetzt ist ihr verehrter Herr Großvater also am Ende selbst 		ein Opfer? Der nette Opa von nebenan? Soll ich das wirklich schreiben? Kein 			speichelleckender Stiefelputzer der Nazi-Oberschicht, wie es ab morgen die Spatzen 		von den Dächern pfeifen werden, sondern hilfloses Opfer eines sinnlosen Krieges? 		Soll ich das wirklich glauben, Herr Simon?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Glauben Sie doch, was Sie wollen. Ich sage jetzt überhaupt nichts mehr. Das 			Gespräch ist vorbei.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Ist das Ihr letztes Wort?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           (schaue mit verschränkten Armen an die Zimmerdecke und schweige)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Wie Sie meinen. Wenn Sie sich nicht zu den Vorwürfen äußern, kann ich nur 			schreiben, was meine Quellen berichten. Sie verzichten hier auf die Chance, die 			Dinge aus Ihrer Sicht zu beschreiben. Wollen Sie das wirklich?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           (laut) »Wenn Sie so einen Blödsinn über mich oder meine Familie veröffentlichen, 		werde ich Sie und Ihr Käseblatt verklagen! Dieses gesamte Interview ist eine 			Schande für Ihren Berufsstand! Sie erfinden irgendeinen Blödsinn, und ich soll ihn 		entkräften, obwohl wir beide wissen, dass an der ganzen Geschichte nicht ein 			Körnchen Wahrheit ist! Es ist beschämend! Und jetzt bitte ich Sie, zu gehen. Ich 			habe Termine.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Ob ich wohl für den Weg noch einen von diesen Keksen...? Einen, von denen mit 		den Kokosflocken?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Nehmen Sie den ganzen Teller mit und dann raus!«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Reporter:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           »Danke verbindlichst.« 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Ich:
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
           (während ich die Tür hinter ihm zuschlage) »Frechheit!«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auszug aus dem Artikel: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            „Unter dem Kratzer im linken Lack offenbart sich die braune Grundierung“
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           … und bei so viel Gegenwehr kann ich nicht umhin, Zweifel an dem Gesagten zu haben. Wer auf harmlose Fragen mit der Androhung von Klagen reagiert, hat üblicherweise etwas zu verbergen.  Herr Simon hat vehement bestritten, dass sein Großvater als Stiefelknecht für Hitler gearbeitet hat, und dass er den Kontakt zu den ranghöchsten Nazis pflegte und sogar genoss. Der wahre Grund, aus dem Hitler und Göring wiederholt nach Ungarn reisten, nur um sich mit seinem Großvater zu treffen, liegt jedoch nach wie vor im Dunklen. Dieser Reporter jedenfalls bleibt skeptisch, und ein Teller voller Kekse (welch ärmlicher Bestechungsversuch!) wird nicht ausreichen, um mich von meiner Suche nach der Wahrheit abzubringen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das bin ich meiner Leserschaft schuldig.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Burkhard Simons Großvater war übrigens zum Zeitpunkt seines Todes erst 35 Jahre alt. Von einem netten alten Opa kann da wohl kaum die Rede sein. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein weiteres Detail, welches meine journalistische Neugier befeuert: Warum nimmt Simon einen Mann in den besten Jahren in Schutz und nennt ihn sogar „Opa“? Wahrscheinlich, um ihn niedlich und freundlich erscheinen zu lassen. Niedlicher und freundlicher vielleicht, als er in Wirklichkeit war? Herr Simon selbst ist jetzt in seinen Fünfzigern. Älter also, als es sein „Großvater“ jemals war.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie passt das alles zusammen? Fragen über Fragen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
             
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die journalistische Sorgfalt gebietet es mir, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen und jede Form von  Vorverurteilungen kategorisch abzulehnen, doch wie es der Volksmund so treffend sagt: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wo so viel Rauch ist, da wird sicherlich auch irgendwo zumindest ein kleines Feuer sein.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 12 Oct 2020 11:42:28 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/postfaktisches-interview</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
    </item>
    <item>
      <title>Das Post-postfaktische Zeitalter</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/das-post-postfaktische-zeitalter</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         oder: Herr Simon und die starken Männer
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hefte raus, mitschreiben!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn man vom postfaktischen Zeitalter spricht, beleuchtet man eine Zeit, in der der emotionale Gehalt einer Aussage stärker gewichtet wird, als ihr Wahrheitsgehalt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Schweizer Philosoph und Physiker Eduard Kaeser erklärte bereits im Jahr 2016 in seinem Gastkommentar in der Neuen Zürcher Zeitung, dass ein postfaktisches Zeitalter auch immer ein Zeitalter des Postexpertentums sein muss. »Wo aber jeder recht hat, da hat schließlich niemand mehr recht«, schreibt er, »Wo die Leitplanken des Faktischen demontiert werden, beginnt die Wildbahn der Stimmungsmache«.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           I
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ch hatte mir eigentlich vorgenommen, in meinen Blogs nicht mehr über das US-amerikanische Trumpeltier zu schreiben, komme jedoch scheinbar einfach nicht um den Typen herum, denn er ist ja schließlich auch mein Präsident. Nein, ich bin kein amerikanischer Staatsbürger, aber vielleicht ist es an der Zeit, einzusehen, dass wir nicht nur in postfaktischen sondern auch in postnationalen Zeiten leben. Grenzen sind ja schön und gut, sehen im Atlas auch prima aus und helfen dabei, regionale Verwaltungsbezirke voneinander zu unterscheiden, aber wenn Donnie ernstzunehmenden Mist baut, betrifft es meine Person ebenso direkt, wie den Maisbauern im Mittleren Westen der USA oder den Rikschafahrer in Neu-Delhi. Sowohl, was seine Welt- als auch was seine Klimapolitik angeht, gilt heutzutage: Amerika ist nicht weit weg. Amerika ist überall.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gruselig, oder?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich mache bei dem ganzen postfaktischen Gedöns nicht mehr mit, denn ich liebe Fakten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich halte das postfaktische Zeitalter für ein Zeitalter des Bullshits, und ich schäme mich allein schon für die Tatsache, dass meine Kinder in so derart dummdosigen Zeiten aufwachsen müssen. Ich habe Angst, dass sie vielleicht demnächst all den schäumenden Irrsinn, der heutzutage durch die Medien geschossen wird, als Normalität ansehen. Noch größer ist jedoch meine Angst, dass ich es bin, der einfach nicht begreifen will, dass der trübe und seichte Tümpel aus oberflächlichem Informationsmüll schon längst die Normalität ist. Dann bin ich derjenige, der sich ändern muss, doch dagegen wehre ich mich. Ich wehre mich mit Zähnen und Klauen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich lebe in einer Zeit, in der große Teile der Gesellschaft offenbar jegliche Bemühungen eingestellt haben, gut von schlecht und richtig von falsch zu unterscheiden. Ich sehe leere lethargische Blicke, die zu sagen scheinen: »Was soll ich mich aufregen? Ich kann ja doch nichts ändern...«. Anhänger dieser Denkweise übersehen einen wichtigen Punkt: Wer sich kuschelweich und angepasst in seiner eigenen Hilflosigkeit suhlt, überlässt die Bühne zur Gänze denen, die sie zur eigenen Vorteilsnahme instrumentalisieren: Den starken Männern.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Machen wir uns nichts vor. Es geht um Geld, denn Geld macht mächtig. Und es geht um Macht, denn Macht ist Geld. Man mag mich einen Misanthropen nennen, aber wenn man mal das Hirn lüftet, wird man mir beipflichten müssen. Jeder Mensch, der sich um den Posten des starken Mannes bewirbt, outet sich (allein durch seine Bewerbung) als ungeeignet für den Job. Das weiß man. Und man weiß es nicht erst seit gestern. Trotzdem setzt sich irgendwann der primitive und bequeme Teil in uns durch, denn das Leben ist unglaublich anstrengend geworden. Alles ist unfassbar knifflig und anstrengend und ermüdend. Das Internet bietet zu jeder Meldung fünfzig mögliche Interpretationen. Fakten verschwimmen, Konturen verwaschen, alles ist schwammig und ungenau. Dazu kommen konstante Erreichbarkeit, Homeoffice, Werbung, immerwährende Verfügbarkeit sämtlicher Informationen, Dienstleistungen und Waren, hoher Erwartungsdruck, drohender Burnout, blutendes Magengeschwür und schließlich der allabendliche Heulkrampf nach dem dritten Glas Rotwein. Und wer mit dreißig Jahren noch kein manifestes Erschöpfungssyndrom entwickelt hat, der hat sich scheinbar nicht sonderlich für die Firma engagiert, der Loser. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Beste Voraussetzungen für den Auftritt des Retters. Alles scheint irgendwie aussichtslos, doch dann kommt der starke Mann und grinst in die Kamera. Er ist unverbraucht und energiegeladen. Und er kann reden. Die Sprache des Volkes. Verständlich, klar, direkt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Super, denkt sich der der Otto von der Straße, der starke Mann packt die Dinge an. Der traut sich was. Und wer weiß? Vielleicht ist es ja gar nicht schlecht, wenn das Pendel mal wieder für eine Weile ein wenig mehr nach rechts schwingt? Zumindest der starke Mann scheint noch immer durchzublicken, während wir im „Permaregen der Informationen“ (Eduard Kaeser) stehen und gar nicht mehr wissen, wohin wir zuerst schauen sollen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir sind überflutet, getränkt, überfordert und sehnen uns nach Anleitung und klarer Führung. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           All das ist verständlich, doch es führt uns vor allem in die Arme derer, die für die Aufgabe am wenigsten geeignet sind: derer, die die Macht genießen. Und sonst nichts. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Glauben wir tatsächlich, dass der amerikanische Präsident primär am Wohl der hart arbeitenden Bevölkerung seiner Nation interessiert ist? Glauben wir wirklich, dass all die Staatenlenker, die dem (gar nicht mal so neuen) Bild des starken Mannes entsprechen, all die kernigen Anpacker und Durchsetzer – sei es ein Erdogan oder ein Orban, ein Trump oder ein Bolsonaro – vor allen Dingen das Wohlergehen und die Sicherheit ihrer geliebten Bürger im Sinn haben? Einen sauberen Planeten? Einer ökologisch vertretbaren Politik? Frieden und Wohlstand für rechtschaffende und gute Menschen? Tierschutz? Energiewende? Zukunft?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Irgendwer? Hallo? Ich auch nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tief in uns glauben wir alle es nicht, nicht wahr? Wir wissen, dass wir unsere Geschicke in die Hände machtbesessener Nihilisten legen, die insgeheim an ihrem eigenen Fortkommen interessiert sind, denen aber die Folgen ihrer Handlungen – abgesehen von den Auswirkungen auf ihre eigenen Interessen – so egal sind, wie der Wetterbericht von letzter Woche.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Doch der starke Mann ist bequem. Und bequem tut uns gerade sehr gut. Es fühlt sich gut an, wenn mal ein starker Mann Klartext redet. Und wir wollen, dass Dinge sich gut anfühlen. Ob das Gesagte den Tatsachen entspricht, tritt hinter den Wohlfühlfaktor zurück. Das ist es, was wir postfaktische Politik nennen, und das ist es auch, was uns global auf die Füße fallen wird, wenn wir nicht bald zurück zu den Fakten finden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die ehemalige Trump-Vertraute und POTUS-Flüsterin Kellyanne Conway prägte den Begriff der „Alternativen Fakten“ und damit auch das Unwort des Jahres 2017. Damit trieb sie die Kunst des postfaktischen Sinnlosgelabers auf eine ganz neue Stufe. Sie erhob die Lüge zur öffentlich akzeptierten Kunstform und degradierte damit die Wahrheit zu einer von mehreren gleichwertigen Optionen herab. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein schallender Schlag ins Gesicht von Wissenschaft und Ethik und damit ein hässlicher Kratzer im Lack unserer gesellschaftlichen Evolution. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Plötzlich besteht einer der Jupitermonde aus norwegischem Elchkäse. Nein? Natürlich tut er das! Ich habe nicht gelogen, ich habe Ihnen lediglich alternative Fakten an die Hand gegeben. Die Interpretationshoheit liegt bei Ihnen. Ich meine: Wissen Sie es? Waren Sie schon mal da? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Plötzlich liegt die Beweispflicht nicht mehr bei dem, der eine völlig sinnfreie Behauptung aufstellt, sondern sie liegt bei dem, der sich auf empirische Fakten stützt und der es besser weiß. So lange Sie nicht zu diesem speziellen Jupitermond gereist sind, um den Gegenbeweis anzutreten, hat meine Aussage, der Mond bestünde wahrscheinlich aus norwegischem Elchkäse ebenso Bestand, wie Ihre Meinung, er bestünde wahrscheinlich aus Felsgestein und Staub.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber es gibt keine alternativen Fakten. Es gibt nur Fakten und es gibt Bullshit. Und das, liebe Miss Conway, ist Fakt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Problem an starken Männern ist, dass man sie nur sehr schwer wieder los wird, wenn man sie erst mal auf den Stuhl gesetzt hat, auf den sie scharf waren. Dann kann man ihnen die Schuld an den Missständen geben, man kann sie kritisieren oder sogar hassen, aber davon gehen sie nicht weg. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich lebe in einer Zeit, in der der amtierende amerikanische Präsident allen Ernstes gefragt werden musste, ob er im Falle einer Wahlniederlage seinen Posten räumen wird. Das ist unfassbar, aber was noch unfassbarer ist, ist die Tatsache, dass er darauf mit »Wir werden sehen, was passiert« antwortet. Ein unerhörter Vorgang, der zweifelsfrei das mangelnde Demokratieverständnis des mächtigsten Mannes unseres Planeten offenlegt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Spätestens jetzt müsste ein Aufschrei durch die Gesellschaft gehen, doch die Gesellschaft ist von postfaktischem Gelaber, von seiner grassierenden Man-kann-ja-doch-nichts-machen Attitüde und von dem nicht enden wollenden Strom an Absurditäten, der uns aus Richtung der Pennsylvania Avenue überspült, so paralysiert, dass am Ende tatsächlich noch immer die realistische Möglichkeit einer Wiederwahl im Raume steht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich habe beschlossen, schon mal vorzugehen und für mich persönlich schon jetzt das post-postfaktische Zeitalter einzuläuten. Ein auf Fakten basierendes Weltbild ist mir noch immer lieber, als ein kuschelig-gemütliches Bullshit-Universum, in denen die tumbe Masse von starken Männern regiert wird, die für den Blödsinn, den sie verzapfen nicht zur Rechenschaft gezogen werden, weil das  schrecklich anstrengend wäre. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf dem Klappentext meines Romans „Der Kruse“ habe ich die Vermutung geäußert, der Zweifel sei die neue Intelligenz. Hoffen wir, dass ich falsch liege. Hoffen wir, dass nicht der Zweifel die neue Intelligenz ist, sondern dass die Intelligenz und der klare Gedanke wieder die Oberhand gewinnen, bevor wir alle denken, das Ende der Zivilisation (sollte es irgendwann eintreten) sei die Schuld der starken Männer. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Schuld liegt bei uns. Bei denen, die den starken Männern zu ihren Jobs verhalfen, weil es so schön einfach war. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hoffen wir, dass das postfaktische Zeitalter bald sein Ende findet, und wir alle wieder zurück zu einer gesellschaftlichen und politischen Kultur gelangen, die zwischen Fact und Fiction zu unterscheiden weiß. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Douglas Adams schrieb in einem anderen Zusammenhang einmal, dass er die Demut vor dem  Verständnis immer der Demut vor der Ignoranz vorziehen würde. Und wenn ich dem zustimme, benötige ich Fakten, um zu einem solchen Verständnis zu gelangen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Keine alternativen Fakten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Denn – das hatten wir geklärt – alternative Fakten sind Lügen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noch immer.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Quelle: https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/googeln-statt-wissen-das-postfaktische-zeitalter-ld.111900
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
              
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 05 Oct 2020 17:57:09 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/das-post-postfaktische-zeitalter</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Von Eseln und Schlittschuhen</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/von-eseln-und-schlittschuhen</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Wenn es dem Esel zu gut geht, dann geht er auf´s Eis
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bewahren Sie Ruhe!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           »Wenn es dem Esel zu wohl wird, dann geht er auf´s Eis.« So behauptet es der oft zitierte Volksmund. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun gut, einem Volksmund, der in der Vergangenheit auch schon mal Weisheiten von sich gab, wie zum Beispiel »Wer früher stirbt ist länger tot« oder auch »Augen auf beim Eierkauf« ist in Sachen Weisheit und Lebenshilfe sicherlich nur bedingt zu trauen, hier jedoch hat er tatsächlich mal Recht. Geht es dem Esel zu gut, dann geht er auf´s Eis. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und uns Eseln geht es sehr gut. Verdammt gut. Und das schon sehr, sehr lange. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lassen Sie mich hier ganz klar festhalten: Es geht uns prima! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn es uns manchmal so vorkommt, als wäre dem nicht so, denken wir in falschen Kategorien. Dies gilt auch – und gerade – in Zeiten von Corona. Es ist nicht Jammern auf hohem Niveau, von dem ich spreche, ich rede hier vom gesamtgesellschaftlichen Gegenstück zu einem Lottogewinner, der sich über einen Gewinn von 8,2 Millionen Euro beschwert, weil doch erst im letzten Monat 8,5 Millionen ausgeschüttet wurden, der arme Pechvogel. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zugegeben, seit Beginn des Jahres haben wir uns alle an Umstände gewöhnen müssen, die uns noch zum Jahreswechsel unvorstellbar erschienen wären. Hätten Sie mir im Dezember 2019 gesagt, dass ich wenige Monate später mit einer Maske vor dem Gesicht in eine Bank marschieren würde, um mit einem Schalterangestellten über eine Auszahlung zu sprechen, ich hätte Ihnen kein Wort geglaubt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Leben hält immer wieder Überraschungen bereit, und dass ein bislang unbekanntes Virus innerhalb kürzester Zeit unsere gesamte Gesellschaft zu einem verunsicherten Haufen von Klopapiersammlern und Verschwörungstheoretikern umformatieren würde, hätte wohl niemand ernsthaft vermutet. Auch ich nicht. Natürlich nicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Trotzdem ist es eine interessante Erfahrung. Eine Erfahrung, aus der wir lernen sollten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie dem auch sei: Es geht uns prima! Noch immer! Wir haben uns an die Situation angepasst, wir haben mittlerweile eine gewisse Routine entwickelt, wenn es darum geht, uns angemessen zu verhalten (Distancing, Maske, Hygieneregeln, Abstände, etc.). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           W
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           ir leben unser Leben und wir gehen unseren Weg. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Abgesehen von einigen Betrieben, die – durchaus nachvollziehbar – um ihre Existenz bangen, kann man sagen, dass wir es in Deutschland mit einem blauen Auge bis in den September geschafft haben, und ich denke, die Chancen stehen gut, dass wir weiterhin relativ sauber durch die Krise schippern werden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Denn das ist es: Eine Krise. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und Krisenbewältigung ist nun mal nicht spaßig. Krisenbewältigung ist immer lästig, anstrengend und ja, auch nervig. Notwendig ist sie trotzdem. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich denke, das sollten wir vielleicht bedenken, bevor wir uns in Aussagen ergehen, die überhaupt nicht mehr mit Reflektion und gesundem Menschenverstand in Einklang zu bringen sind. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Uns Eseln scheint die Tatsache, dass wir hier (trotz der momentanen Situation) auf einem wunderschönen, sicheren und gut ausgestatteten Ponyhof leben, einfach nicht mehr bewusst zu sein. Wahrscheinlich, weil wir uns in der Vergangenheit so an den Status Quo gewöhnt haben, dass wir heute glauben, jede noch so geringe Einschränkung, jede noch so nebensächliche Lästigkeit bedeute das Ende der freiheitlichen Grundordnung unseres föderalen Staatsgefüges. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Unser alltägliches Wohlergehen ist für uns zur Selbstverständlichkeit verkommen und uns im täglichen Leben einfach nicht mehr bewusst. Daher neigen wir dazu, jeden noch so kleinen Einschnitt als Unverschämtheit anzusehen, und das treibt mittlerweile seltsame Blüten, wie ich finde.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Klartext: Wir sollten mit der Motzerei aufhören. Dringend. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Uns Eseln ging es gut, und vielleicht wurde deshalb an der einen oder anderen Stelle zu spät oder falsch auf die neue Herausforderung durch Covid-19 reagiert. Geschenkt, jetzt stehen wir eben auf dem Eis aber es gibt weiß Gott viele Nationen, die auf erheblich dünnerem Eis stehen, als wir. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           will ich jetzt nicht über die Maßen fatalistisch oder schwarzmalerisch wirken. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Schlittschuhe, die uns durch die uns auferlegten Regeln an die Hand gegeben wurden, scheinen zu funktionieren. Mit ihnen können wir uns relativ sicher auf dem Eis bewegen und Panik ist nicht angesagt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Keine Panik, nein, aber Vorsicht und Umsicht sind trotzdem das Gebot der Stunde.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Ernst. Bleibt locker. Alles ist gut. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf dieser Note möchte ich den Blog beenden, doch dann schalte ich die Nachrichten ein und sehe vegane Köche und deren Anhänger, die mir jetzt wahrscheinlich vorwerfen werden, ein Verfechter unseres faschistoiden Unterdrückersystems zu sein. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun gut, ich kann auch anders: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man darf sich ja wohl noch Fragen stellen, nicht wahr, gerade heute, wo uns allen die zugesicherten Freiheitsrechte in einer Art und Weise beschnitten werden, dass es einem ganz schwindelig wird vor lauter Unterdrückung und Knechtschaft. Es kann doch wohl nicht angehen, dass ein Gesetzgeber, nur weil er frei und demokratisch gewählt wurde, einfach mal so anordnet, dass ich (als freier Mann!) mir ein Stück Stoff vor das in gerechtem Zorn verzerrte Gesicht binden muss, nur weil wir gerade weltumspannend die Seuche haben!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oder?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir sind ja mittlerweile so unterdrückt und unfrei, dass wir sogar beim samstäglichen Besuch in unserem Lieblingsrestaurant auf dem Weg zum Tisch eine Maske tragen müssen! Man stelle sich das mal vor! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das ist doch kein Leben mehr! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Busfahrer verlangt von mir, einen Mundschutz zu tragen, wenn ich in seinen Leutebeschleuniger einsteige? Was bildet der sich eigentlich ein? Will der mich vergiften? Ich habe im Internet gelesen, dass man sich durch das Tragen eines Mundschutzes eine CO2-Vergiftung holen kann! Das ist nicht nur Knechtschaft und Willkür, das ist versuchter Mord! Wahrscheinlich eine Verschwörung von US-amerikanischen Softwaremilliardären und Angela Merkel! Die wollen uns schwächen, um eine weiße Herrenrasse außerirdischer Echsenmenschen unter der Führung von Antifa-Nazis zu etablieren!  Dann werden Sie mittels Chemtrails und als Impfung getarnte Drogen unsere Gedanken kontrollieren, bis wir nur noch willenlose Werkzeuge ihrer Weltherrschaftsziele sind!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Genau! Aber nicht mit mir!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nein, sorry. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bleibe überzeugungstechnisch beim ersten Teil dieses Blogs, denn die erste Variante erscheint mir dann doch geringfügig wahrscheinlicher. Und ich muss auch nicht so viel lachen, wie bei der zweiten Variante. Tut mir leid. Ich hab´s versucht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein kleiner Tipp an all jene, die dazu tendieren, sich solchen oder ähnlichen gedanklichen Experimenten anzuschließen: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So lange du Esel dich lautstark – ob auf Demonstrationen oder im privaten Kreis – über die „schmerzlichen und übertriebenen Beschneidungen deiner persönlichen Freiheit“ beschweren kannst, ohne zu befürchten, dafür gefoltert zu werden, im Knast zu landen oder deinen Job zu verlieren, bist du frei. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Du bist dann halt ein freier Mensch mit einem kleinen Stück Stoff vor Mund und Nase. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein freier Mensch, der sich im öffentlichen Raum einen dünnen Lappen vor Mund und Nase binden muss, weil er sonst seine Mitmenschen gegebenenfalls unbeabsichtigt mit einem Virus infizieren könnte, der für Menschen mit Vorerkrankungen die Beatmungsmaschine oder gar ein äußerst unappetitliches Ableben in einer unpersönlichen Intensivstation bedeuten kann. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber ein freier Mensch bist du noch immer.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schwer zu begreifen, ich weiß, aber das ist kein Eingriff in deine Freiheitsrechte, das ist ein Appell an deine Menschlichkeit und an deine Hilfsbereitschaft gegenüber deinen Mitmenschen. Und es ist eine gesellschaftliche Verpflichtung, die dir als freier und zivilisierter Mensch persönlich am Herzen liegen sollte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was das Thema deiner persönlichen Freiheit angeht, armer geknechteter Schlittschuhverweigerer, solltest du dich diesbezüglich vielleicht mal mit Menschen aus Nordkorea oder der ehemaligen DDR unterhalten. Die dürften, was den Freiheitsbegriff betrifft, über ein ganz anderes Wertesystem verfügen als du. Es sei dir da nur mein ehemaliger Kollege empfohlen, der mal wegen "Verunglimpfung des Staatsratsvorsitzenden" zu anderthalb Jahren Bau verurteilt wurde, weil er in einer Kneipe einen blöden Witz gerissen hat, und der tatsächlich auch etliche Monate davon absitzen durfte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir haben heute keinen Kontakt mehr, aber ich würde glatt wetten, dass der Typ sich noch immer als freier Bürger empfindet, und das obwohl er beim Einkauf einen Mund-Nasen-Schutz tragen muss, um sein Gegenüber zu schützen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Interessanter Perspektivwechsel, wie ich finde.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Lappen vor der Nase macht dich nicht zum Knecht eines totalitären Regimes. Er kennzeichnet dich als einen empathischen und verantwortungsvollen Menschen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und solltest du zu den zahlreichen Leuten gehören, die der Meinung sind, dass schmissige Sprüche, wie zum Beispiel »Ich habe das Recht, mich zu infizieren, um Antikörper aufzubauen« einen Sinn ergeben, dann sei dir gesagt: Viel Spaß dabei. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Infektionen mit potentiell schweren Krankheiten können sicherlich viel Spaß machen, gerade in gemischter Gesellschaft und nach ein paar Gläsern Wein, aber die Maske hindert dich nicht daran, dich zu infizieren. Sie reduziert lediglich das Risiko, dass du andere infizierst. Und hier sind wir wieder bei deinem Lieblingsthema „Freiheit!“ angelangt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Freiheit ist natürlich auch immer die Freiheit derer, die anders denken. Das ist gut und richtig. Dann kann man diskutieren und vielleicht eine gemeinsame Basis finden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber deine Freiheit, die Faust zu schwingen, endet dort, wo die Nase deines Nachbarn anfängt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Danach ist es nicht mehr Freiheit. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Danach ist es Dummheit, Egoismus und/oder Körperverletzung. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und darüber, lieber Schlittschuhverweigerer, wird auch nicht diskutiert. Das ist Fakt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nichts für ungut. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Freedom!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 21 Sep 2020 10:48:49 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/von-eseln-und-schlittschuhen</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
    </item>
    <item>
      <title>Der Normalo-Ratgeber</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/der-normalo-ratgeber</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         oder: Was stimmt denn nicht mit mir?
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Füße vom Tisch!
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn man ein international erfolgloser Autor ist, kommt es natürlich gelegentlich vor, dass man sich fragt: Was geht´n? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum sahnen Hinz und Kunz total ab, und ich gebe immer den Typen mit der roten Laterne? Was mache ich eigentlich falsch? Und warum kann ich nicht auch so unglaubliches Glück haben, wie all die anderen Gesichtsfünfen, die mit einer knackigen Idee und einem günstigen Kredit innerhalb kürzester Zeit ihre zweite Million auf die ihre erste Million stapeln? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Menschen, nur so zum Beispiel, die Ratgeber verfassen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ratgeber, die niemanden jemals weitergebracht haben, wenn man mal von ihren Autoren absieht? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich meine: Reich und schön in vierzehn Tagen? Abnehmen ohne Diät? Erfolg bei Supermodels, auch als arbeitsloser, vorbestrafter, obdachloser Schwerstalkoholiker ohne Gebiss? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Na, klar.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           - - - - - -
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich sitze in meinem Arbeitszimmer und durchforste das Internet nach den besten Rezepten für vegane Hackmasse auf Kichererbsenbasis (lange Geschichte). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dabei stoße ich auf mehr und mehr Alchemistisches und Metaphysisches sowie auf eine Seite, die sich mit den sieben sogenannten „Kosmischen Gesetzen“ befasst. Ich will nicht auf Einzelheiten herumreiten, aber aus diesen Gesetzen kann man zum Beispiel schließen, dass jedes Ying sein Yang findet, dunkel und hell einander bedingen und das Gute und das Böse, das Kleine und das Große und das Linke und das Rechte immer im Gleichgewicht sein müssen, weil sonst die Welt explodiert, oder so ähnlich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gut, Böse, Hell, Dunkel, Glück, Unglück. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Extreme, wohin man blickt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und diese Extreme gleichen sich schließlich gegenseitig aus, lösen sich auf und bilden letztendlich das Harmonische. Das Gemäßigte. Das Lauwarme. Ja, auch das Triste. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Also mich, nur um mal ein Beispiel zu nennen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich persönlich bin ja eher so der gemäßigt-langweilige Typ. Ich bin der festen Überzeugung, dass der lauwarme Kompromiss nicht unbedingt sexy ist, jedoch für alle Seiten seine Vorzüge birgt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nun könnte man durchaus zu der Überzeugung gelangen, dass ich ein konfliktscheuer, harmoniesüchtiger Weichlappen ohne Rückgrat bin, und Viele – ja selbst meine besten Freunde – sind über die Jahre tatsächlich zu dieser Einsicht gelangt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich verstehe das nicht als blöde Anmache. Ganz im Gegenteil. Ich halte diese Eigenschaften sogar für Qualitätsmerkmale. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Schlabberig-weichgewaschene Schattenparker und Frauenversteher sind in meinen Augen einfach nur klug. Erheblich cleverer jedenfalls, als all die extrem männlichen aber strunzdoofen Indersonneparker und Frauennichtkapierer, auch wenn solche Typen mit großer Wahrscheinlichkeit über dichte Brustbehaarung und über geschmacklose Goldkettchen, sowie tiefergelegte Mittelklassewagen verfügen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warmduscher? Polizistensiezer? Zebrastreifenbenutzer? Bleifreifahrer? Verfallsdatumleser? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ja, natürlich! Was denn sonst? Ich bitte Sie! Alles andere wäre doch wohl dämlich, oder etwa nicht?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich sitze also hier, in all meiner Mittelmäßigkeit, fühle mich unverstanden und sinniere über den lauwarmen Mittelweg, den ich charakterlich und karrieretechnisch eingeschlagen habe. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bin ich unzufrieden? Natürlich! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wäre ich lieber wie einst Buckaroo Banzai (die Älteren werden sich erinnern) ein Gehirnchirurg-Geheimagent-Präsidentenberater-Rockstar-Astronautenmillionär? Logisch! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Genau aus diesem Grunde sind ja Ratgeberbücher so wahnsinnig erfolgreich! Jeder Tünnes ist der Meinung, er verpasse etwas in seinem Leben. Jeder noch so mittelprächtige Durchschnittsverdiener träumt vom Sechser im Lotto, und jeder Übergewichtige träumt seufzend vom Strandsixpack. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sollte vielleicht auch ich ein Ratgeberbuch lesen? Nur, um es mal auszuprobieren? Um so vielleicht eine Chance zu entwickeln, aus meiner Mittelmäßigkeit zu entkommen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gerade als ich beginne, mit meinem Schicksal zu hadern, kommt mir eine Erkenntnis, die mir schlagartig aus meinem seelischen Dilemma hilft: Wenn die kosmischen Gesetze tatsächlich um den Ausgleich zwischen den Extremen kämpfen, wenn das Universum immer bestrebt ist, unterschiedliche Extreme auf einem gemeinsamen Punkt auszugleichen, und der Kompromiss die Lösung zwischen den Extremen darstellt... 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann kann ich in all meiner weichgespülten Mittelprächtigkeit ohne anzugeben behaupten, dass ich den Status Quo aller kosmischen Bemühungen darstelle! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was für eine Einsicht! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So gesehen handelt es sich bei Burkhard Simon, dem durchschnittlich erfolglosen Typen aus einer durchschnittlich großen Kleinstadt (oder durchschnittlich kleinen Großstadt), bei dem mittelmäßig begabten Autoren und Musiker und dem mehrfach erfolgreich gescheiterten Familienmenschen um ein kristallklares Destillat aus Gut und Böse, Schlau und Doof, Ying und Yang, Laurel und Hardy. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin Wacken und Woodstock in Personalunion! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin lauwarm und durchschnittlich alt! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der berühmte Mittelpunkt, der so exakt in der Mitte liegt, dass er über keine eigene Fläche mehr verfügt! Ich bin, um es auf den Punkt zu bringen, ein geradezu fanatisch durchschnittlicher Mittelmäßigkeitsextremist! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dabei bin ich - ohne es bemerkt zu haben - der Endpunkt einer über Milliarden Jahre andauernden kosmischen Kraftanstrengung. Das aktuelle Ergebnis der Entropie. Ein Resultat der Thermodynamik und somit Beleg für die Richtigkeit universeller Gesetze und Regeln. Evolution und Physik, Materie und Gedankenkraft, alles findet seinen Zielpunkt in meiner Mittelmäßigkeit. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin: DER DURCHSCHNITT. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Norm. Die Mitte zwischen Alpha und Omega, zwischen Himmel und Hölle, der Dreh- und Angelpunkt, die Ruhe in der Mitte des Auges des Sturms. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mir wird klar: Ich bin die Erfolgsmeldung der sieben „Kosmischen Gesetze“. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Archimedes von Syrakus und Burkhard Simon rufen vereint: „Heureka! Ich habe es gefunden!“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Atem beschleunigt sich. Meine Aufregung steigert sich mit jeder Minute. Mir wird klar, dass ich meine Mittelmäßigkeit unmöglich für mich selbst behalten darf. Ich empfinde es geradezu als heilige Pflicht, meine Durchschnittlichkeit mit der Welt zu teilen, damit auch sie davon profitieren kann. Ich beschließe, einen neuen Geschäftszweig für mich zu erschließen und ab sofort auch Ratgeberbücher zu veröffentlichen. Bücher, die auch für den Durchschnittsbürger einen Sinn ergeben. Ratgeber mit erreichbaren und lauwarmen Zielen. Erfolgversprechende und durchschnittliche Ratgeber für den erfolglosen durchschnittlichen Menschen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mögliche Titel wären zum Beispiel: „Mein Arzt raucht ja auch – Rechtfertigungsübungen für den modernen COPD-Patienten“ oder auch „Liebevoller Superdaddy – Wie jedes deiner Kinder eine eigene Mutti bekommt“. Oder wie wäre es mit: „Erfolglos und pleite in nur zehn Tagen – Wie ich den Fluch des Geldes besiegte“ oder von mir aus auch der Mittelmäßigkeitsbestseller: „Lebenstraum Busfahrer – Dein Abenteuer zwischen StVO und Schichtdienst“. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diese Ratgeber werden, allein schon durch die Erreichbarkeit der in ihnen festgelegten Ziele, viele Menschen glücklich machen. Sie werden diese Bücher lesen, und denken: „Hey, das krieg' ich hin!“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mir wird klar: Die Menschen werden mich für meine Bücher lieben. Sie werden meinen Namen kennen, sie werden mich auf der Straße um Selfies bitten und mir anerkennend auf die Schulter klopfen. Meine Ratgeber werden unter jedem zweiten Weihnachtsbaum liegen, sie werden als Paperback, Hardcover, Audio- und Ebook zu haben sein und in vierzig Sprachen übersetzt werden. Endlich wird meine Mittelmäßigkeit zu etwas gut sein. Ich werde zum Idol des Durchschnittsbürgers avancieren, weil meine Ratgeber keine unrealistischen Ziele propagieren und übertriebene Hoffnungen schüren. Meine Leser werden auf einer Wolke des Erfolgs schweben, gerade weil sie mit beiden Füßen auf dem Teppich bleiben, und sie werden es mir danken. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Emotional und natürlich auf finanziell, denn meine Durschnitts-Ratgeber werden der Knaller der nächsten Buchmesse sein. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich schaue aus dem Fenster und versuche, durchschnittlich intensiv über meinen Plan nachzudenken. Ich klopfe ihn auf Schwachstellen ab, aber alles fällt an seinen Platz. Ratgeber für Normalos mit durchschnittlichen Zielen für die durchschnittlichen Typen dieser Welt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein wirklich genialer Gedanke. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aufgeregt stürze ich die Treppe hinunter zu der Frau, die meine Anwesenheit wahrnimmt, wie die eines ungemachten Bettes, und ich erzähle ihr in leuchtenden Farben von meiner vielversprechenden Karriereentscheidung. Sie nickt, als habe sie so etwas bereits seit längerer Zeit erwartet und fährt grußlos zu ihrer Mutter nach Dinslaken. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So sitze ich wieder in meinem Arbeitszimmer und zweifle an mir und der Welt im Allgemeinen. Ich bin durchschnittlich gramgebeugt und frage mich, ob ich tatsächlich der bisherige Endpunkt der Geschichte des Universums bin, oder ob auch dies nur ein Trugschluss war, wie ihn jeder überambitionierte und durchschnittlich erfolglose Horst ab und zu mal erlebt. Dann wäre meine Mittelmäßigkeit am Ende doch gar keine herausragende Eigenschaft. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein verstörender Gedanke. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wer also ist dann der vorläufige Endpunkt der Entropie? Das erreichte Ergebnis der kosmischen Gesetze? Ist es meine Frau? Der Typ, der an der Tankstelle die Papiertücher nachfüllt? Die Verkäuferin im Getränkemarkt? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht sind es am Ende tatsächlich wir alle?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn tatsächlich wir alle gemeinsam die Spitze der Evolution darstellen, sollten wir uns vielleicht nicht gegenseitig mit Ratgebern bombardieren, die uns suggerieren, wir würden am Leben vorbeileben. Dann erfüllt jeder seinen Job genau da, wo er gerade ist. Und wenn er oder sie die  Situation ändern möchte, wird er oder sie das aus eigenem Antrieb und aus eigener Kraft versuchen. Egal, was im Bücherregal steht.    
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann sind wir alle gleich doof.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Durchschnitt, halt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Trotzdem ein tröstlicher Gedanke, dass "normal" noch immer die Norm ist. Egal, wovon uns TV, das Netz oder der Zeitgeist zu überzeugen versuchen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich muss jetzt nach Dinslaken.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nichts für ungut.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.    
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
             
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
           
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 15 Sep 2020 15:12:51 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/der-normalo-ratgeber</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Grillsaucenrassismus endlich ein Ding der Vergangenheit!</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/grillsaucenrassismus-endlich-ein-ding-der-vergangenheit</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Oder: Was stimmt denn nicht mit uns?
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Du, Gesellschaft? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Du hast es dir ja bestimmt längst gedacht: Heute geht es um Rassismus und Grillsauce.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich sitze im Wohnzimmer, schlürfe meinen Morgenkaffee und blättere durch meinen Nachrichtenfeed. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Telefon informiert mich darüber, dass im Zuge der aktuellen Rassismusdebatte ein namhafter Hersteller von Fertigsaucen dem steigenden Druck nachzugeben gedenkt und seine Zigeunersauce ab sofort nicht mehr Zigeunersauce nennen will. Das Produkt wird in Zukunft „Paprikasauce nach Ungarischer Art“ heißen, und ich spucke meinen Kaffee quer über den Esstisch. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Frau, die meine tägliche Gesellschaft erträgt, wie eine lästige Behinderung, investigiert, warum zum Kuckuck ich Heißgetränke über den neuen Wohnzimmerteppich pruste, und ich erkläre ihr, dass ich ihr das nicht erklären könne, weil sie mich dann bestimmt schon wieder mit ihrem patentierten „Bitte nicht schon wieder“-Blick anschauen würde. Sie schaut mich daraufhin mit ihrem patentierten „Bitte nicht schon wieder“-Blick an, wirft mir einen Lappen zu, und verlässt das Zimmer.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noch einmal lese ich die Schlagzeile und dann auch den Artikel. Ich erfahre, der Zentralrat der Sinti und Roma in Deutschland begrüße die Entscheidung des Saucenherstellers, möchte jedoch darauf hinweisen, dass in der Top-Ten-Liste ihrer momentanen Probleme Begriffe wie „Zigeunersauce“ oder „Zigeunerschnitzel“ nicht unbedingt auf den oberen Plätzen zu finden seien, schönen Dank auch. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Blamabel, oder? Wenn man mal was richtig machen will... 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Okay, der Mord einer engherzigen Peinlichkeit in Uniform an George Floyd hat auch hierzulande eine Rassismusdebatte angefeuert, was ja im Grunde genommen keine schlechte Sache ist. Es gibt Dinge, über die kann man – ja muss man sogar – sprechen, gerade dann, wenn man sie ändern möchte. Das ist gut und richtig. Was mich aber stört ist die Tatsache, dass wir bei der Bekämpfung von aktuellen Problemen augenscheinlich nur zwei Zustände kennen: Lethargie und Hysterie. Zwischen diesen beiden Zuständen befindet sich bei uns (so kommt es mir vor) genau überhaupt gar nichts, und das ist einfach knuffig, denn wie so oft liegt die Antwort nicht im Extremen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sie liegt da, wo bei uns diese Leere herrscht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Okay, alles klar. Große Schritte im Kampf gegen den alltäglichen Rassismus sind also: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Mohrenkopf (später Negerkuss) heißt jetzt Schaumkuss, Zigeunersauce heißt demnächst Paprikasauce Ungarischer Art, die Szene, in der Pippi Langstrumpf behauptet, ihr Vater sei neuerdings Negerkönig im Takka-Tukka Land, schneiden wir raus und verbrennen das Filmmaterial. Jeder Schwerhörige wird zum „Akustisch Benachteiligten“ umformatiert und ein Norwegischer Zwerg ist ab sofort ein „Vertikal Herausgeforderter mit skandinavisch-konstitutionalmonarchischem Migrationshintergrund“. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fertig ist die Laube. Und schon ist die Welt ein besserer Ort.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine ganz kurze Frage am Rande: Wer hat uns eigentlich ins Hirn geschissen? Und was genau hatte der gegessen? Vielleicht zu viel von dieser wahnsinnig rassistischen Zigeunersauce? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Bekämpfung von Rassismus lebt von alltäglichen Handlungen. Nicht von dem Umbenennen von Grillsaucen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Political Correctness in allen Ehren, aber es ist unser Verhalten, das einer Änderung bedarf. Nicht die Bezeichnung derer, die durch unser Verhalten geschädigt werden. So lange Schwachköpfe mit Saisonkarten Bananen werfen dürfen, wenn farbige Spieler das Fußballfeld betreten, und der Rest der Stadionbesucher solche Zivilisationsbremsen nicht mit Gelächter, Schimpf und Schande aus dem Stadion wirft, haben wir nichts gelernt. Gar nichts. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So lange Angehörige anderer Ethnien fünf mal so viele Bewerbungen schreiben müssen, wie zentraleuropäisch aussendende Menschen gleicher Qualifikation, brauchen wir uns keine Gedanken über die politisch korrekte und sozial unverfängliche Bezeichnung von klebrigen Süßspeisen zu machen. So lange haben wir Wichtigeres zu tun. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn ein Mensch blutend am Boden liegt, weil irgendeinem verabscheuungswürdigen Idioten nach dem zwölften Bier dessen Hautfarbe nicht gefallen hat, dürfte in diesem Moment dem Opfer im Rinnstein ziemlich egal sein, wie man es nennt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kurz: Es sind die Idioten, um die wir uns kümmern sollten. Nicht um die politisch korrekte Bezeichnung der Opfer. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Opfer sind zu sehr mit bluten und leiden beschäftigt, um unsere Political Correctness gebührend honorieren zu können. Sicherlich ist es nett, wenn man Begriffe und Bezeichnungen erfindet, die weder werten noch beleidigen, aber man sollte vielleicht beim Bau dieses Gebäudes nicht mit dem Dach, sondern mit dem Keller beginnen. Und genau hier machen wir den verhängnisvollen Fehler, schon mal die Vorhänge auszusuchen, lange bevor wir mit dem Fundament fertig sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Während ich Ende der Achtziger Jahre bei Sicherheitsabteilung der US-Botschaft in Bonn arbeitete, hatte ich einen Kollegen namens Lee. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lee war ein ehemaliger Marine-Soldat, der früher in Vietnam gedient hatte, und der nicht gerne auf seine Erlebnisse dort angesprochen wurde. Lee hatte Dinge gesehen, die ihn bis zu diesen Tagen verfolgten und er hasste diesen Abschnitt seines Lebens zutiefst. Lee war ein gütiger, sehr sanfter und wahnsinnig lustiger Mann mittleren Alters, der von seinen Kollegen gemocht wurde und eine sehr nette Familie hatte. Lee war hilfsbereit. Lee war sehr gut darin, zu formulieren und Berichte zu verfassen, die in kurzen und prägnanten Worten Sachverhalte schilderten, ohne Wichtiges auszulassen. Lee verabscheute es, bei seinen Kontrollgängen eine Waffe zu tragen, gerade weil er aus erster Hand wusste, was diese Dinger anrichten können. Lee war die Art von Mann, der seinen gut bezahlten Security-Job schließlich kündigte, um dann auf der damaligen Rhein-Main Airbase in der Nähe von Frankfurt als Schulbusfahrer zu arbeiten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Foto, welches er dem Brief, den er an seine alten Kollegen an die Botschaft schickte, beigelegt hatte, zeigte ihn und seine Familie. Er hatte ein paar Kilo zugelegt und sah richtig glücklich aus. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir haben uns nie in Diskussionen verstiegen, ob Lee ein Schwarzer war, ein Afroamerikaner, eine Person of colour oder was auch immer. Lee war halt Lee. Mit seinen Fähigkeiten, seiner Familie, seinem Charakter und seinem Humor. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lee hat sich nie über mich lustig gemacht, weil ich weiß bin. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lee war ein ziemlich cooler Typ. Er hat sich nie mit seinem ebenfalls farbigen Kollegen Kenny über mich beömmelt, wenn ich bei einer Party beim Tanzen mal wieder aussah, wie ein steifärschiger Möchtegernsexgott. Lee hat mich niemals Quarkbrot genannt oder dumme Sprüche abgelassen, wenn weiße Bengels im Radio versuchten, schwarz zu klingen. Lee war Weißen gegenüber sehr tolerant und hat sich niemals mit flachen Witzchen über unsere viel zu schmalen Lippen und unsere lustigen spitzen Nasen lustig gemacht.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum nicht? Weil Lee kein Rassist war. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Rassismus wird erst besiegt sein, wenn wir nicht mehr über Rassismus reden müssen. Dann, wenn Lee eben Lee ist (und nicht mein „schwarzer Kollege“ Lee). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Rassismus ist erst dann besiegt, wenn jemand diesen Blog liest und denkt: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           »Wovon zum Teufel schreibt der Typ da?«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und bis dahin, liebe Grillsaucenhersteller: Nennt eurer Produkt ruhig Zigeunersauce. Der Zentralrat der Sinti und Roma hält euch deshalb nicht für schlechte Menschen. Ihr habt es schriftlich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ansonsten könntet ihr vielleicht schon mal darüber nachdenken, ein Produkt mit dem Namen „Würzsauce nach Art der mit Hege und Pflege sowie waidmännisch korrekter Bejagung Beauftragten“ auf den Markt zu bringen, denn das mit der Jägersauce finde ich irgendwie auch nicht okay. Als vorrangig vegetarisch lebender Mensch bin ich Jägern gegenüber eher skeptisch und finde, der Begriff hat im täglichen Sprachgebrauch durchaus einen negativen Beigeschmack.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Entspannt Euch. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nichts für ungut.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.      
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Quelle:  https://www.n-tv.de/panorama/Knorr-gibt-Zigeunersauce-neuen-Namen-article21974989.html 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
             
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 18 Aug 2020 14:45:52 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/grillsaucenrassismus-endlich-ein-ding-der-vergangenheit</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Corona vs. Pamplona</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/corona-vs-pamplona</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Rinderwahn mal anders
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ob nun das Aquädukt von Segovia, die Alhambra in Granada, die Catedral de Santiago de Compostella, das Guggenheim in Bilbao oder auch eine grünlich schimmernde Pfütze aus geronnenem Erbrochenem auf dem Pflaster der historischen Altstadt von Pamplona, die Iberische Halbinsel ist voller touristischer Attraktionen.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jedes Jahr im Sommer ergibt sich für den Urlauber, der das Besondere sucht, die Chance, heißblütiges spanisches Treiben hautnah mitzuerleben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Während in einem neuntägigen Sauf- und Partymarathon jeder ballermannerprobte Kampftrinker so langsam aber sicher in die Knie gehen würde, schwingt sich in Pamplona der wirklich hartgesottene Testosteronbomber noch einmal zur Höchstform auf. Hier vermischen sich Adrenalin und Restalkohol zu einer berauschenden Melange aus Angst und Euphorie, und schon bald treffen sich vor Kraft strotzende Jungmänner in den engen Gassen, um dort als Beweis ihrer testikulären Imposanz über das rutschige Kopfsteinpflaster der Altstadt um ihr Leben zu rennen (vorherige Anmeldung erbeten).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Erholung für die ganz coolen Jungs. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Na, gut... Wer´s mag: Aufgespießte Touristen, Quetschungen, Schnittwunden, Prellungen, Knochenbrüche, All Inclusive. Nichts ist so abwegig, dass sich nicht doch noch hunderttausende von Deppen finden ließen, die nicht nur bereit sind, sich solchen Torturen freiwillig auszusetzen, sondern auch noch dafür zu bezahlen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Viel zu bezahlen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Stierlauf in Pamplona gehört zu den wohl berühmtesten Touristenattraktionen Spaniens. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Für die Nichteingeweihten hier eine kurze Einführung: Jedes Jahr zwischen dem 06. und dem 14. Juli feiert man in Pamplona das San Fermin Fest, ein Volksfest, welches in Sachen Alkoholkonsum dem Kölner Straßenkarneval in nichts nachsteht. Während aber der Kölner nach den Feierlichkeiten am Morgen des Folgetages entweder damit beschäftigt ist, den Schlüssel in das Schloss seiner schwankenden Wohnungstür zu bugsieren, oder  noch im Bett liegt und verzweifelt versucht, sich daran zu erinnern, wo er das verdammte Aspirin hingelegt hat, ist man in Pamplona schon früh auf den Beinen. Hier werden bereits um acht Uhr in der Frühe wilde Stiere durch die Gassen der Altstadt gehetzt, um nach gut achthundert Metern in einer Arena anzukommen, die zunächst das Ende der Rennstrecke und dann am Nachmittag das Ende ihres Lebens markiert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hunderte junger Männer hetzen vor den Stieren verängstigt durch die engen Gassen der Altstadt, begleitet von ebenso verängstigten Stieren, die eigentlich nichts anders wollen, als die mitlaufenden Menschen: Heraus aus dem panischen Kessel und irgendwo hin, wo es mehr nach offener Weide und weniger nach Tod und Blut riecht. Die Stiere haben Angst vor den schreienden Menschen, die Menschen haben Angst vor den stampfenden Stieren, alle haben Angst vor allen anderen und das ganze nennt sich nicht „doof“ oder „lebensmüde“, sondern es nennt sich „Vergnügen“ (Zumindest für die Art von Menschen, die es auch vergnüglich findet, an Gummiseile gebunden von einem Staudamm zu hopsen, oder sich mit benzingetränkten Hosen auf einen Grill zu setzen). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Stiere finden – davon kann man ausgehen – die ganze Angelegenheit weniger vergnüglich, dies jedoch scheint offenbar niemanden sonderlich zu interessieren. Einerseits ist das drollig, denn ohne die Stiere würde die ganze Angelegenheit ja nicht funktionieren, aber diesen Reflex kennt man ja auch vom Grillabend. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wenn der tägliche Lauf schließlich die Arena erreicht, werden die Stiere auf die hinlänglich bekannte spanische Art und Weise getötet, wahrscheinlich weil man ihnen ihre aggressive Haltung gegenüber besoffenen Touristen übelnimmt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Während dieses Spektakels sitzen auf den Rängen der Arena weltoffene Kosmopoliten, die sich, von kulturellem Interesse geleitet, Informationen über die örtlichen Traditionen und Riten erhoffen, und die entscheidenden Momente dieser Erfahrung im Bild dokumentieren. Man könnte auch sagen, dass dort hunderte von angesoffenen Pauschaltourismus-Vollidioten verwackelte Filmchen von einem tuntig gekleideten Profilneurotiker drehen, der gerade einen Paarhufer zu Tode foltert, aber dass muss ja jeder für sich selbst entscheiden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie der heilige Firmin von Amiens, der erste Bischof von Pamplona, zu dessen Ehren der lukrative Schwachsinn alljährlich veranstaltet wird, darüber denkt, ist nicht überliefert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Er gilt als Märtyrer, weil er im Jahr 303 in Nordfrankreich geköpft wurde. Ob dies auf eigenen Wunsch geschah, weil er von dem Quatsch, der heutzutage Jahr für Jahr in seinem Namen in Pamplona abläuft, bereits etwas ahnte, kann zumindest nicht ausgeschlossen werden. Ich jedenfalls würde es ihm nicht verübeln.   
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und jetzt kommt Covid-19 um die Ecke und lässt die gesamte Veranstaltung für das Jahr 2020 platzen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Einfach so. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was der Tierschutz, was Petitionen und Eingaben bei örtlichen und überregionalen Behörden nicht schaffen, das schafft dann eben ein Virus. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was soll ich sagen? Ich nehme, was ich kriegen kann, wenn dann zumindest das Ergebnis stimmt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Was mich jedoch nachhaltig zum Stirnrunzeln bringt: Wenn doch die Vernunft in solchen Fällen die Oberhand gewinnen kann, warum ist sie dann im normalen Verlauf der Dinge so chancenlos? Barbarei ist keine Tradition. Brutalität ist keine Geschichtspflege, und der Irrsinn, der sich manifestiert, wenn man vor panischen Stieren durch enge Gassen rennt, um sich selbst davon zu überzeugen, dass man nicht schwul ist, zeugt nicht von Mut, sondern davon, dass man von Mutti wahrscheinlich ein paar mal mit einem Hammer gekämmt wurde. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Um auch im nächsten Jahr einen – für die Stiere – weniger gefährlichen Urlaub zu organisieren, der aber für die Menschen ebenso viel Nervenkitzel bereithält, möchte ich ein paar Alternativen vorschlagen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem zweistündigen Spaziergang durch die Randbezirke von Hoyerswerda, gekleidet in einem modischen T-Shirt mit einem Aufdruck, wie zum Beispiel: Mein Katzenklo ist schlauer als jeder Nationalist! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oder wie wäre es mit Bungee-Jumping für Extremsportler (Frühbucher bekommen zehn Prozent mehr Seil!)? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So bliebe der Unfug zumindest mal bis auf Weiteres bei uns Menschen, und der alljährliche Rinderwahn in Pamplona hätte noch ein weiteres Jahr Pause. Warum wir Menschen unsere Traditionen und Bräuche so erstaunlich oft mit offener Tierquälerei feiern müssen, wird mir für immer ein Buch mit sieben Siegeln sein. An dieser Stelle auch noch mal ein freundliches „Ich hoffe, Dummeit tut weh!“ an alle bulgarischen Hundeschleuderer, die der Meinung sind, ein über einem Bach rotierender Hund vertreibt das Pech aus dem Dorf. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Blick aus dem Fenster könnte so schön sein, wenn nur der Mensch nicht so hässlich wäre. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie schafft man es nur, so wahnsinnig schlau zu werden, ohne dabei auch ein winziges bisschen klug zu sein? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nichts für ungut. War nur so ein Gedanke.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 10 Aug 2020 14:42:20 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>11:55 Uhr</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/11-55-uhr</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Von Inseln und blinden Flecken
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Salve, Bezugsgruppe!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Momentan ist es so dermaßen fünf Minuten vor zwölf, wie schon lange nicht mehr. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Damit meine ich nicht, dass es mir seuchenbedingt nicht gestattet sein wird, im September auf mein langersehntes Steve Hackett Konzert zu gehen, während in Berlin 20.000 Maskenverweigerer munter demonstrieren dürfen, damit meine ich auch nicht die üblichen Peinlichkeiten, die sich mittlerweile gewohnheitsmäßig auf der anderen Seite des großen Teiches zutragen, und ich meine damit auch nicht, dass sich dieser Satz hier langsam aber sicher verselbständigt, und ich vielleicht einfach noch mal neu anfangen sollte, denn das hier kann ja mittlerweile wirklich kein Schwein mehr lesen, weil er einfach viel zu lang wird, der Satz, und man spätestens vor vier Zeilen den Überblick verloren hat. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           All das natürlich auch, aber wie gesagt: Das meine ich nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich komme noch mal rein.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Sagen wir es so: Es gibt Momente, die gehen einem auf die Keimdrüsen. Da klingelt das Telefon, und schon der Blick aufs Display sorgt für ansteigenden Blutdruck, klamme Hände und – wenn es schlecht läuft – ein verstärktes Wachstum der Eckzähne, bis hin zum Überbiss. Mehren sich solche Momente, dann spricht man von Tagen, mehren sich die Tage dieser Art, ist es wohl angebracht, von einer Phase zu reden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich habe gerade massig Phase. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Doofe Geschäftspartner, nervige Finanzämter, unfreundliche Tankstellenkassierer und kreischend bunt gekleidete Fahrradfahrer mitten auf der Landstraße, die sich verkehrsrechtliche Herrschaftsansprüche anmaßen und dabei aussehen, als würden sie gleich im Wanderzirkus aus der Kanone geschossen. Dazu natürlich Überarbeitung, Schlafstörungen, Dauermüdigkeit und ein Nervenkostüm, bei dem mich selbst Attila der Hunnenkönig als „dünnhäutig und leicht reizbar“ charakterisiert hätte, die dumme Sau. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich bin nun wahrhaftig eher so der Hippie, aber es dauert nicht mehr lange, und ich tue jemandem weh. Nur so. Weil ich es will. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hier hilft: Gar nichts. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das weiß ich. Das ist nun mal der ganz normale Wahnsinn und mal verliert man, und mal gewinnt der Andere. Was also tun?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Man muss sich Inseln schaffen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Kleine, blinde Flecken, in denen der verdammte Alltag einen nicht erwischen kann, und in denen man gemütlich hocken und von außen auf den ganzen Klabuster blicken darf. Dann kann man kopfschüttelnd über den Irrsinn dieser Welt sinnieren und sich langsam aber sicher wieder runterfahren.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich gehe in solchen Fällen mit den Hunden spazieren, oder ich schreibe Sachen wie diese hier. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das sind meine Inseln. Meine blinden Flecken. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie ich bereits sagte: Es ändert nichts, aber es hält mich bei der Stange. Dann geht es wieder. Zumindest für eine Weile. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Jahr 2015 traf ich mich am heißesten Tag des Jahres mit meinen alten Kumpels. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es sind Leute, die ich seit mittlerweile vierzig Jahren kenne (Kreisch!), und mit denen mich eine gemeinsame Jungend verbindet. Und das Epizentrum dieser Jugend war eine im Bonner Raum, speziell unter uns Mitgliedern, LEGENDÄRE Rockband. Die Wege kreuzten sich, die Wege trennten sich, aber dieser Knoten wird niemals gänzlich platzen, denn man denkt ja gerne mal an früher. Dann blendet man den ganzen Mist aus und freut sich über die positiven, die lustigen Dinge. So was hat nicht immer viel mit dokumentarischer Korrektheit zu tun, aber dafür mit gutem Essen, Bier und Spaß. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wir trafen uns also bei unserem damaligen Sänger, wir grillten, redeten, spielten Gitarre und grinsten viel.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieser Tag war schön. Punkt.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und mein Handy lag beleidigt und schmollend im Auto.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist fünf Jahre her. Fünf lange Jahre, in denen viel passiert ist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich starte also den Versuch, noch mal ein solches Treffen anzuschieben, gründe eine WhatsApp-Gruppe, in der meine alten Rockmusik-Kollegen versammelt sind, und dann frage ich einfach mal nach, ob die Herren nicht vielleicht Lust hätten, vorbeizukommen, viel zu viel zu trinken und dabei Blech zu reden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es dauert keine Stunde, und die Sache steht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch so eine Insel. Auch so ein blinder Fleck. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Scheinbar bin ich nicht allein mit dem Bedürfnis, hier und da mal dem Alltag den Stinkefinger zu zeigen. Manchmal ist es knifflig, ich weiß, aber jetzt ist da ja plötzlich diese kleine Insel, die ich gerade gebaut habe. Ich werde sie am 22.08. erreichen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Diesen kleinen blinden Fleck auf dem Spiegel des Alltags. Und ich freue mich, wie Bolle im Fleischlaster.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann kann wieder das Handy klingeln, und meine Eckzähne wachsen, und ich könnte schreien und jemandem wehtun, und ich nerve mich mit dem unfreundlichen Tankstellenkassenknecht herum, und ich schreibe Mails an doofe Geschäftspartner, und ich hasse Radfahrer auf Marsmissionen, und ich telefoniere, und ich zahle meine Steuern, und ich verfluche den ganzen Mist, und ich motze und motze.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Du kannst den Kampf auf diesem Schlachtfeld nicht gewinnen, denn du hast die Regeln nicht gemacht. Aber du kannst dich ab und zu mal für einen Abend doof stellen und einfach nicht hingehen, wenn der Alltag deinen Namen ruft.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Universum wird es schon verkraften. Das Finanzamt auch. Und der Tankstellendepp muss eben mal zu jemand anderem unfreundlich sein. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf die Inseln und die blinden Flecken.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Tue, 04 Aug 2020 09:11:18 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Es sind die Details</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/es-sind-die-details</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ein Song pro Abend reicht. Aber bitte ein Guter.
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Seid meines Grußes gewiss!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ja, ich bin alt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Na, und? So f*****g what? (Ich möchte gerne lösen! Das gesuchte Wort ist... ähm... Faltung? Nein? Ach, Männo...)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Maschine Mensch macht mir manchmal zu schaffen; das Kreuz, verstehste? Meine Augen sehen auch nur noch, was sie wollen, und wenn ich am Abend die Schuhe ausziehe mache ich manchmal Geräusche, wie ein sterbender Elch. Aber all das ist total okay mit mir. Und dafür gibt es auch einen Grund. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Du kannst halt nicht alles haben. Jung sein und trotzdem zumindest noch die letzten Überreste von dem mitbekommen zu haben, was man „echte“ Rockmusik nennen könnte, geht nun mal nicht. Und das bringt mich zu meinem heutigen Thema (reichlich spät, ich weiß, aber wenn Du der Meinung bist, ein Blog sollte flott konsumierbar sein, dann liest Du vielleicht den falschen Blog...).
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gestern Abend auf der Terrasse (ja, schon wieder eine Terrassenstory, es ist halt Sommer) lief auf meinem Handy ein Youtube-Video von den Hall Of Fame Inductions aus dem Jahr 2004. Sollten 16-jährige unter den Lesern sein: Ja, das ist das Jahr, in dem für Euch der ganze Ärger erst losging. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tom Petty, Jeff Lynne, Prince, Steve Winwood und nicht zuletzt Dhani Harrison, George Harrisons Sohn, performen zusammen auf der Bühne den Klassiker „While my guitar gently weeps“. Natürlich ist das Hochglanzrock und All-Star-Gedudel, aber ich mochte den Song schon immer sehr, also schaue ich interessiert rein. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Um meine Nachbarn zu schonen, halte ich die Lautstärke niedrig, der Sound über die kleinen Lautsprecher des Smartphones ist ohnehin grottenschlecht, aber der Song ist es nicht. Ich höre Leuten beim musizieren zu, die ihr Leben lang nichts anderes getan haben, als eben genau das. Musik machen. Leute, die es ernst meinen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Song ist erstaunlich diszipliniert, fast schon zurückhaltend gespielt, die Backings sind auf dem Punkt, das Timing makellos, und Tom Pettys Coolness droht über den Bühnenrand zu triefen und den Damen in der ersten Reihe die Abendkleider zu versauen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich grinse und unterbreche die Wiedergabe, um mir ein Bier zu holen. Das hier verspricht wirklich nett zu werden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine Minute später sitze ich wieder vor meinem Handy und auch mein Grinsen ist wieder da. Ich gebe mir den Song noch einmal von vorne, will ihn komplett sehen. Wieder das Timing, wieder das zurückgenommene, verhaltene Spiel. Aber man spürt, dass das sicher nicht so bleiben wird. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Da baut sich was auf. Nur so zu Erklärung: Wir reden hier über eine Zeit, zu der man sich für den Aufbau eines Songs noch Zeit genommen hat. Die Älteren werden sich erinnern. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann, bei 03:28 lächelt Dhani Harrison zu Prince hinüber, ein Followspot fängt den kleinen Mann mit dem roten Hut ein, und er beginnt mit seinem Solo. Ich konnte den Typen eigentlich nie so richtig leiden, weil er einer der größten Poser vor dem Herrn war, aber heute ist mir das egal. Er nimmt seine Nobeltelecaster und beginnt, das Griffbrett zu bearbeiten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dann ist alles anders. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Band scheint zu wachsen. Der Schlagzeuger wechselt von „Bumm-Tschak“ auf „Ach, scheiß drauf“, Jeff Lynne gibt mehr Crunch auf seinen Gitarrensound, und Prince macht jetzt in seinen Designerklamotten auf Gitarren-Sexgott und rückt sich in den Mittelpunkt. Jetzt ist er von der Kette gelassen. Und auf einmal machen wir Musik. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So richtig. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Blicke fliegen hin und her, lächelnde Musiker, noch immer voll bei der Sache, noch immer sauber, noch immer diszipliniert, aber jetzt haben sie Spaß auf der Arbeit und sind – nun – irgendwie größer. Der Sound geht auf, und eine Hammondorgel liefert selbst im Jahr 2004 noch immer den Sound, den man benötigt, um das zu tun, was auf dieser Bühne gerade passiert. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Jetzt sind wir unterwegs und nehmen Fahrt auf.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Prince lacht und gniedelt sich durch den Rest des Songs, die Band liefert den Teppich, lässt ihn machen, gibt ihm seinen Raum. Rockstar mit rotem Hut und Starallüren? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So FUCKING WHAT? I LOVE IT! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Band schiebt den Song mit viel Liebe und Spaß an der Sache über die Rampe. Es ist ein simpler Song, ein wunderbarer Song, und man kann hören, dass die Jungs auf der Bühne das ebenso empfinden. Nach sechs Minuten beendet Prince das Solo und damit auch die Nummer. Dann wirft der Mann mit dem roten Hut seine Gitarre hinter sich. Er weiß, dass dort jemand steht, der die Klampfe fängt. Er geht von der Bühne, und in seinem Gesicht sieht man nicht die Spur von Freude. Kein Lächeln, kein Abschied vom Publikum, nichts. Letzter Ton, Klampfe wegwerfen, Exit Stage left.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In seiner Mine meint man zu lesen: „Nehmt das, ihr Arschgeigen. Scheiße, war ich gut.“
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Prince, eben. Ich konnte den Typen ja noch nie so richtig leiden.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber was für ein Gig! Was für eine Nummer! 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich schaue mir das Video gleich noch mal an, dann erneut und schließlich ein drittes Mal. Es ist ein Song, der irgendwie nicht langweilig wird. Ein Song, der halt ein echtes Stück Musik darstellt. Echte Musik, live auf der Bühne erschaffen von echten Musikern. Eine Huldigung an George Harrison, dessen Sohn auf der Bühne steht und mitmacht. Eine gute Coverversion sollte immer eine tiefe Verbeugung vor dem Original sein, und ich denke, George Harrison hätte seinen Spaß gehabt. Mehr geht nicht.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hat mich geärgert, dass der Song so leise war? Das mein Handy klingt, wie eine Blechdose? Das ich mir die Sache nicht in seiner ganzen Pracht auf dem Fernseher und über die Stereoanlage gegeben habe?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nicht für eine Sekunde. Ein Song kann mich nach all den Jahren noch immer in seinen Bann ziehen. Es ist der Song. Nicht der Sound. Und die Musiker, die ihn performen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wahnsinn. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich lösche die Kerze im Windlicht und gehe zurück ins Haus. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Während der Song noch immer in meinem Kopf weiterläuft, fällt mir der prinzliche Stunt mit der nach hinten geworfenen Gitarre wieder ein. Und dann ist es eine Kleinigkeit, die plötzlich mächtig Eindruck auf mich macht: Wie zum Teufel hat er den Gitarrengurt über den Kopf bekommen, ohne sich den Hut vom Schädel zu hauen?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dieser kleine Moment, in dem er supercool die Klampfe abnimmt und nach hinten wirft, war vermintes Gebiet! Hätte er die Krempe des Hutes erwischt, hätte das nicht nur das gesamte supercoole herumposen im letzten möglichen Moment komplett ins Lächerliche gezogen, dieser Fauxpas wäre ihm wahrscheinlich für den Rest seines Lebens hinterher gelaufen. Mit tausenden in der Halle und wahrscheinlich Millionen vor den Fernsehern kann so was verdammt schnell nach hinten losgehen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum also, geht man ein solches Risiko ein? Muss man doch nicht... Auch ohne den Stunt wäre der Gig von vorne bis hinten gelungen gewesen! Warum also das Coole-Sau-Image riskieren? Und das im allerletzten Moment des Songs, wenn man eigentlich schon die Ziellinie überquert hat, und das Ding nach Hause gerockt ist?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht einfach, weil er es konnte.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Weil das Coole-Sau-Image vielleicht doch nicht nur Image war. Der Mann war vielleicht eine ziemlich übertriebene Version der Gattung „Rampensau“, aber er hatte Eier. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich ziehe meinen Hut vor Prince, weil er ihn – als es wirklich darauf ankam – anbehalten hat. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Typ namens Andre Thomas kommentierte das Video mit der Aussage: „Ich denke, danach hat die Gitarre von Prince erst mal eine Zigarette gebraucht.“  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Guter Mann.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Im Wohnzimmer schalte ich gewohnheitsmäßig das Radio ein und mache mich auf den Weg in die Küche, um mein Glas wegzustellen. Dann drehe ich mich wieder um und schalte das Radio noch vor dem ersten Ton wieder aus. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich will mir doch nicht den Abend versauen, oder?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik, Leute.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Musik.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           PS: Ein alter Freund gab mir den Rat, doch einen Link zur Aufnahme anzuhängen. Auf diese Art würde man vielleicht verstehen, wovon ich hier überhaupt rede... Guter Plan, finde ich. Also bitte: 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=6SFNW5F8K9Y&amp;amp;list=RD6SFNW5F8K9Y&amp;amp;start_radio=1" target="_blank"&gt;&#xD;
        
            https://www.youtube.com/watch?v=6SFNW5F8K9Y&amp;amp;list=RD6SFNW5F8K9Y&amp;amp;start_radio=1
           &#xD;
      &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sat, 01 Aug 2020 09:44:00 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/es-sind-die-details</guid>
      <g-custom:tags type="string" />
    </item>
    <item>
      <title>Neues von der Blumenwiese</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/neues-von-der-blumenwiese</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Herr Simon wird erwachsen
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            „What's so funny about peace, love and understanding?“
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;b&gt;&#xD;
        
            Elvis Costello (1974)
           &#xD;
      &lt;/b&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hallo, Zielgruppe!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die deutschsprachige Wikipedia definiert den Begriff „Coming of Age“ als die Entwicklung des Menschen von der Kindheit hin zum vollen Erwachsensein. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Klar, als Definition mag das auf den ersten Blick schon stimmig rüber kommen, aber je länger ich mir über die Begrifflichkeit und ihre Erklärung den Kopf zerbreche, desto mehr gelange ich zu der Einsicht, dass es in Wirklichkeit gar keine solche Entwicklung gibt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Zumindest nicht in meinem Fall.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich meine, es stimmt schon, am Anfang ist man jung und doof und später ist man dann etwas älter und doof und irgendwann weicht auch das Doofe langsam aber sicher einem hoffentlich ausreichenden Fundus aus Erfahrungen, Menschenkenntnis und einer gewissen Abgeklärtheit.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch stimmt es, dass man irgendwann die Lust an liebgewordenen Tätigkeiten verliert, und andere Interessen in den Vordergrund treten. (In der roten Ecke mit einem Kampfgewicht von sechzig Kilogramm: Mein Kumpel Dirk, mit dem man total super Bud Spencer Filme schauen konnte, in der blauen Ecke die neue Schülerin aus der Parallelklasse. Dirk, mein Freund, du hattest nie eine Chance.)
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber es sind nicht diese Kleinigkeiten, die langsam ins Erwachsenenleben führen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die langsame Entwicklung vom flausenköpfigen Jungspund hin zum erwachsenen Menschen durchlebte ich an einem Donnerstagvormittag irgendwann zwischen 10:00 Uhr und 10:03 Uhr, als das Telefon klingelte, und man mir mitteilte, dass mein Vater verstorben sei. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es war keine Entwicklung, es war ein Schlag. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mein Vater – mein ganz persönlicher mit der Weltenrettung beauftragter Superheld meiner Kindheit also – war gestorben, und obwohl ich als ehemaliges Scheidungskind kaum noch Kontakt zu ihm und seiner neuen Familie hatte, hinterließ er ein Loch in meinem persönlichen Weltbild. Wer konnte ein solches Loch also füllen? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Irgendwie war da nur... na, ja. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           In diesem Moment wurde mir neben der Trauer um meinen Dad bewusst, dass ich nun in der Hierarchie – rein altersmäßig – an seine Stelle getreten war und mir wurde schlagartig klar, dass meine Generation... dass ICH nun mit großer Wahrscheinlichkeit der Nächste sein würde, der final in den sprichwörtlichen Eimer tritt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dabei wollte ich doch eigentlich später noch so viel cooles Zeug auf die Beine stellen... 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Irgendwann, halt. Später. Wenn ich mal mehr Zeit haben würde.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich spürte zum ersten Mal, dass ich der nächste in der Reihe war, und dieser Gedanke hat mir eine, Entschuldigung, Scheißangst gemacht, als ich mich eingehend mit ihm beschäftigte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mann, ging das alles schnell: Die Jugend, die Träume, die Rockbands, die Gigs, die Pläne, die Partys, die Tour nach Finnland, die Demotapes – geschnitten in kleinen Dachgeschoss-Studios, die Träume, die Campertour nach Paris in dem alten LT 28 mit knapp zwei Wochen TÜV, die Träume, die Zukunft, die Träume und die Träume. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auch, wenn ich mich wiederhole: Mann, ging das alles schnell.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
               
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es war ein klar definierbarer und kurzer Moment, der die mit Ornamenten verzierte und  mystischem Feenstaub benetzte Pforte zur Kindheit für immer zuknallte und durch die kalte Stahltür ersetzte, hinter der die neonbeleuchteten Korridore des Erwachsenenlebens verlaufen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es war diese mentale kalte Dusche, die mich zum Erwachsenen machte. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Gedanke, dass es sicherlich irgendwelche Erwachsenen gibt, die die Dinge am Ende hinbiegen, die dafür sorgen, dass am Ende alles gut wird, verschwand in dem Moment, in dem mir klar wurde, dass damit ich gemeint war. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mit einem Schlag wurde mir klar, dass ich der Erwachsene bin, auf den alle schauen, dass ich selbst dafür zu sorgen hatte, dass der Held gewinnt und der Bösewicht bestraft wird. Die Aufgaben und Pflichten der Erwachsenen waren zu diesem Zeitpunkt schon seit geraumer Zeit meine eigenen Pflichten, und die Rettung des Planeten und sämtlicher angrenzender Sonnensysteme lag nunmehr in meinem ureigenen Verantwortungsbereich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich war der Erwachsene.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Fühlte ich mich der Situation gewachsen? Hatte man mich gefragt, ob ich nun endlich so weit sei, in einer Welt voller Kinder die Rolle des erwachsenen Weltenretters zu übernehmen? Natürlich nicht.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und genau hier liegt die Crux. Auch mein Vater und dessen Vater vor ihm waren nicht gefragt worden. So laufen die Dinge einfach nicht. Irgendwann ist man einfach an der Reihe, und genau dann beginnt die Uhr zu ticken. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und was soll ich sagen? Sieht man es ungeschönt, muss man erkennen: Sie läuft rückwärts auf die Null zu.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es sind solche Momente, die aus einem Jugendlichen einen Erwachsenen machen. Keine langsame Entwicklung, liebe Wikipedia. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es sind auch Situationen, wie die, in der die Erkenntnis einschlägt, dass man Zeit seines Lebens beschissen wurde. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Egal ob von Kojak, von Quincy oder von den Straßen von San Francisco (die Älteren werden sich erinnern, für die Jüngeren sei erwähnt, dass es sich hierbei um uralte amerikanische Fernsehserien handelt), immer wurde ich verarscht. Es gab halt gute Menschen und es gab böse Menschen, und am Ende gewannen immer die guten Menschen, und die bösen Menschen wanderten in den Bau. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Alles wird gut, Rettung naht, Keine Sorge.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das war für uns immer der Stand der Dinge. Und ich wollte es glauben. Jeder wollte es glauben. Das ist nur natürlich. Menschen wollen an das Gute glauben, denn sonst werden sie verrückt, depressiv, oder sie beginnen, sich komische Frisuren zuzulegen und mitten in der Nacht auf  Friedhöfen herumzulungern und Rentner zu erschrecken. Der Mensch will immer glauben, dass am Ende alles gut wird. Deshalb gibt es Film und Fernsehen, und deshalb werden in den schönsten Märchen die Prinzessinnen gerettet und nicht vom Drachen verspeist. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Die Wahrheit jedoch ist, dass eben nicht alles gut wird. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lügen haben lange Beine, die Guten gewinnen am Ende selten, der Klügere gibt nach, bis er der Dumme ist, John McLane hätte im wirklichen Leben schon 1988 am Nakatomi-Plaza einen Tritt in den Arsch bekommen (ach, das könnt ihr googeln...), und Gier sowie Verbrechen lohnen sich eben doch (an dieser Stelle freundliche Grüße nach Wolfsburg und ein „Howdy?“ an die Pennsylvania Avenue). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Der Schritt in das Leben eines Erwachsenen ist sicherlich stark subjektiv eingefärbt und daher für jeden Menschen anders. Für mich war es der Verlust an den Glauben, das Fair über Unfair siegen wird, dass irgendwann der Intellekt die Dummheit besiegt, dass das Hirn immer über die Muckis triumphieren wird, und das wir alle am Ende auf einer Blumenwiese im Kreis stehen werden, um händchenhaltend „Oh happy day“ zu singen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und zwar mehrstimmig.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich habe gelernt: Das Leben ist kurz, und das letzte Drittel ist verdammt flott erreicht. Ich kann nur von mir selbst reden, aber der vierundzwanzigjährige Typ in meinem Kopf, und der vierundfünfzigjährige Typ in meinem Spiegel sind häufig nur sehr schwer miteinander in Einklang zu bringen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie gesagt... Vielleicht geht es nur mir so, aber der Moment, in dem die Menschen in unseren Köpfen beginnen, sich von den Menschen in unseren Spiegeln zu unterscheiden, kommt schneller, als man denkt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und dabei ist noch so verdammt viel zu tun. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein Blick in die Nachrichten genügt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich denke, einfach dran zu bleiben und dem weltfremden und trotzigen Kind in uns zu seinem Recht zu verhelfen, ist vielleicht gar kein schlechter Anfang. Wenn man es besser möchte, muss man eben auch daran glauben, dass es erreichbar und möglich ist, so schwer es manchmal auch fallen mag. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Gegen alle Wahrscheinlichkeiten, und wenn es sein muss auch gegen jede eigene Vernunft. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Resignation stärkt nur die Falschen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
             
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Entweder so, oder gar nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich hoffe, wir sehen uns auf der Blumenwiese.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Oh, happy day.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Wed, 29 Jul 2020 05:48:16 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/neues-von-der-blumenwiese</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Burkhard unplugged</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/burkhard-unplugged</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Erhellendes aus der Dunkelheit
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Täglich, nein, geradezu stündlich wird man über all den Blödsinn informiert, der sich auf der Welt zuträgt. Von der „Geburt einer Revolution in der Geschichte der Grauhaarabdeckung“, über „Die Elektrorollerpest in deutschen Innenstädten“ bis zu den aktuellen Kapriolen problemfrisierter Schulhofschubser im Weißen Haus und den „unglaublichen“ Angeboten diverser Discounterketten ist alles am Start, alles verfügbar. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ständig, dauernd, omnipräsent.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Allerdings gibt es auch Dinge, die sich durch ihre Abwesenheit in den Mittelpunkt des Interesses drängen. Elektrischer Strom, nur um mal ein Beispiel zu nennen, gehört zu diesen Dingen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich sitze mit der Frau, die mich täglich erträgt, auf der Terrasse und erfreue mich an einem nach deutschem Reinheitsgebot hergestellten Kaltgetränk. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dabei ergehe ich mich in einem meiner gefürchteten Rants bezüglich unserer Gesellschaft, sowie bezüglich des Verhaltens diverser Geschäftspartner und deren Zahlungsmoral, wobei ich langsam auf Schub komme (In solchen Momenten schalte ich auf eine Technik um, die ein Freund einmal mit dem schmissigen Begriff „Arschatmung“ umschrieben hat). Ich rede und rede, und meine Frau schweigt und schaut gedankenverloren über meine rechte Schulter hinweg in den Garten hinaus. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich beginne eben, eine interessante Parallele zwischen dem US-amerikanischen Umgang mit der Coronapandemie und der Verleugnungshaltung Drogenabhängiger zu konstruieren, da reagiert sie auf meine erhellenden und fundierten Kommentare zum Weltgeschehen mit: »Ich geh´dann gleich mal aufs Bad.«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Als ich noch überlege, ob ich diese Einlassung als Ablehnung empfinden soll, verstummt mit einem Schlag die Musik, das Licht im Haus erlischt, und selbst ich – obwohl nicht am Stromnetz angeschlossen – halte die Klappe. Hanna und Jule, unsere beiden Hunde, die neben uns auf dem Boden liegen, heben die Köpfe und schauen mich verdutzt an. Auch sie scheinen von meinem unterbrochenen Redeschwall stärker beeindruckt, als vom Ausfall des Stromnetzes. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht sollte ich bei Gelegenheit mal darüber nachdenken. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich gehe zum Sicherungskasten und drücke auf den Lichtschalter im Flur. Das Licht geht nicht an. Richtig. Stromausfall. Hatte ich vergessen. Die Handy-Taschenlampe gibt mir die Gewissheit, dass alle Sicherungen eingeschaltet sind. Offenbar liegt der Fehler nicht bei uns. So weit, so gut. Ich verlasse den Flur, schalte das Licht aus und stelle fest, dass es nicht eingeschaltet war. Richtig. Stromausfall. Hatte ich vergessen.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meine Frau, ein Mensch mit Sinn fürs Praktische, hat auf der Terrasse bereits Kerzen angezündet, und damit sowohl für Licht, als auch für Ambiente gesorgt. Ich finde das sehr schön, und will das Licht auf der Terrasse ausschalten, damit die Kerzen besser zur Geltung kommen, doch das ist nicht möglich, weil es nicht eingeschaltet ist. Richtig. Stromausfall. Hatte ich vergessen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann googele ich nach dem Grund des Stromausfalls, kann aber irgendwie nicht ins Netz, weil aufgrund eines plötzlich aufgetretenen Stromausfalls mein WLAN nicht läuft und auch die mobilen Daten nicht so recht wollen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf dem Weg in die Küche stoße ich mir im dunklen Wohnzimmer den Zeh am Fuß des Sofas. Ich fluche mir meinen Weg durch die Dunkelheit, bis ich schließlich vor dem Kühlschrank stehe. Ich öffne die Tür und bin tatsächlich verwundert, dass das Licht im Kühlschrank nicht geht, obwohl ich die ganze Zeit darüber nachdenke, wie lange der Stromausfall wohl noch andauern wird.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Irgendwie überfordert mich die ganze Angelegenheit, und ich komme zu dem Schluss, dass ich, egal wie oft ich mir den Zeh noch stoße oder auf tote Lichtschalter einprügle, exakt GAR NICHTS an der Situation ändern kann. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es liegt einfach nicht in meiner Macht.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Eine gute halbe Stunde lang sitze ich daraufhin in aller Stille mit meiner Frau auf der Terrasse und halte die Klappe. Das fehlende Licht, die fehlende Musik und die damit verbundene Atmosphäre allgemeiner Aktivität hat es tatsächlich geschafft, mir das Maul zu stopfen. Ein schwieriger Trick, auf den das E-Werk stolz sein kann. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich sitze einfach nur da, trinke ein Bier und genieße im Kerzenlicht die Stille und die Dunkelheit um uns herum. Wir schweigen. Die Ruhe, die uns umgibt, ist fast schon mit Händen zu greifen. Von der Landstraße hinter dem Hügel aus dringt das leise Geräusch eines vorbeifahrenden Autos zu uns. Ich hatte gar nicht gewusst, dass man von unserer Terrasse aus die Landstraße hören kann. Dann ist die Stille wieder da. Und mit ihr die Ruhe. Es ist Sommer, es ist angenehm warm, es ist dunkel und es ist friedlich. Das fehlende Streulicht aus den Häusern um uns herum lässt die Sterne heller wirken, als in anderen Nächten. Die Hunde liegen satt und müde da, und Hanna legt seufzend ihre Schnauze auf Jules Hinterbein ab. Ich meine, das Ticken der Wanduhr im Wohnzimmer hören zu können, und lächele.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Wie cool ist dieser Abend? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann springt der Strom wieder an. Das Licht im Wohnzimmer strahlt auf, die Musik beginnt wieder zu spielen, die Straßenbeleuchtung verbreitet wie gewohnt ihr Muster aus Licht und Schatten vor dem Haus, und die Situation ist wieder in der Realität angekommen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich nicht. Ich wäre gern noch eine Weile geblieben.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es gibt viele Dinge, die man als gegeben voraussetzt. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lesson learned: Sie sind es nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Aber manchmal, nur manchmal, ist es einfach herrlich, wenn einem der Stecker gezogen wird, wenn man mal für eine halbe Stunde die Schnauze hält und der Nacht das Wort erteilt. Vielleicht lernt man dann wieder die Dinge zu schätzen, die man hat und gewöhnt sich ab, sich über Dinge aufzuregen, die doch eigentlich nur eine hochgezogene Augenbraue und ein Schulterzucken wert sind.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich kann das wirklich nur empfehlen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
                
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sat, 25 Jul 2020 09:53:10 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>07:25 Min.</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/06-20-min</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Unglaublich, wie viel Nichts in so wenig Zeit passt.
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ein durchaus gutgemeinter Rat, der mir vor einigen Tagen erteilt wurde, lautete wie folgt: »Du solltest unbedingt mal was über deinen Tagesablauf posten. Dinge, die dir so auffallen, und so weiter. Die Leute lesen so was wirklich gern. Im Ernst!«
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ach, echt?
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Okay...
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich stehe an der Waschstraße und schaue meinem Auto dabei zu, wie es langsam sauber wird. Ich hatte bei dem Kassenmann mit dem Hals-Tattoo den Wunsch geäußert, Programm 2 käuflich zu erwerben, doch er klärte mich darüber auf, dass das viel bessere De-Luxe-Programm 1 zur Zeit im Angebot sei, und ich es daher für den Preis des popeligen Proletenprogramms 2 erhalten würde. Ich freute mich also angemessen und nahm die kostenlose Unterbodenwäsche in Empfang. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Display am Eingang der Waschanlage informiert mich darüber, dass Programm 1 genau 07:25 Min. benötigt, um komplett durchzulaufen. Ich drücke auf „Start“ und die Anlage setzt sich schnaufend in Bewegung, während auf dem Monitor die Zeit von 07:25 auf 00:00 herunterläuft. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich frage mich gerade, was für Eltern man haben muss, um einen Countdown auf einem Waschanlagenmonitor für ein unverzichtbares Feature zu halten, und ob Menschen mit solchen Eltern wohl viele Freunde haben. Bei 07:19 gelange ich zu der Ansicht, dass es solche Leute als Kind auf dem Schulhof sicherlich nicht leicht haben dürften, da fällt mir bei 07:13 ein Plakat auf.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Plakat wurde prominent neben der Einfahrt zur Waschstraße platziert und zeigt einen gutaussehenden jungen Mann, der mit seiner gutaussehenden jungen Freundin auf einem gutaussehenden alten Motorroller sitzt. Er hält mir lächelnd eine Flasche Weißwein entgegen und wirkt unglaublich italienisch und mediterran und fröhlich. Der Text weist mich darauf hin, dass mir für den Kauf des Super-Luxus-Programms 1 zum Dank eine kostenlose Flasche Wein zum Geschenk gemacht würde. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei 06:55 frage ich mich, ob ich noch einmal in den Tankstellenshop zurückgehen sollte, um den Kassenknecht mit dieser Information zu konfrontieren, und um die sofortige Herausgabe meiner Flasche „Rüdesheimer Nierentritt“ zu verlangen, doch schon bei 06:48 komme ich mir schäbig vor, weil ich doch schon das Programm 1 für den Preis von Programm 2 bekommen habe, und nicht gierig wirken will. Noch dazu beschleicht mich der Gedanke, dass ansonsten strikt gewinnorientiert arbeitende Unternehmen der Mineralölindustrie sicherlich einen guten Grund dafür haben, den Stoff für umme unters Volk schütten. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Vielleicht empfiehlt sich der Vino ja auch für die Felgenreinigung oder das Nachfüllen der Scheibenwaschanlage? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Außerdem fällt mir bei 06:24 gerade noch rechtzeitig wieder ein: Ich mag ja gar keinen Weißwein.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Ich möchte die Begriffe Weißwein und Felgenreinigung bei Google eingeben, um mir die Zeit zu vertreiben, da fällt mir bei 05:32 auf, dass mein Handy noch – für mich unerreichbar – im Wageninneren liegt. Ich bekomme augenblicklich feuchte Hände und ein leicht flaues Gefühl im Magen, stelle mich aber der Situation wie ein Mann und stecke meine Hände in die Hosentaschen, um cool zu wirken. Dann beginne ich einen nicht existenten Stein vor mir her zu kicken, jedoch fällt mir bei etwa 05:22 auf, wie scheiße das aussehen muss und lasse es wieder sein. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei 04:56 frage ich mich gerade, woran wohl die Menschen psychisch erkrankten, bevor es Smartphones gab, da bemerke ich einen guten Bekannten von mir, der an der Tankstelle vorbeifährt. Ich stelle mit Genugtuung fest, dass er mich nicht gesehen hat, und freue mich von 04:50 bis 04:12 darüber, auf diese Weise einem Tankstellengespräch entgangen zu sein (»Ich fahre ja sonst immer zu der Waschanlage unten am Bahnhof, aber da muss man immer so lange warten, und die Tussi an der Kasse riecht irgendwie nach Würstchenwasser...«). 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Tankstellengespräche sind ebenso furchtbar wie Aufzug- oder auch Bushaltestellengespräche. Es sind Gespräche, die nur deshalb stattfinden, weil Menschen, die sich zufällig treffen, zwanghaft miteinander reden müssen. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warum? Weil sie sich kennen. Nur darum. 
           &#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es ist gruselig.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mir bei 03:43 fällt mir ein, dass ich das Wort „Tankstellengespräch“ eigentlich mal googeln könnte, doch mein Handy liegt ja noch immer im Auto. Dann frage ich mich, warum zum Henker man überhaupt einen Terminus wie „Tankstellengespräch“ googeln sollte und komme mir doof vor. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei 03:38 erinnere ich mich daran, dass ich einmal auf einer Gassi-Runde mit meinen Hunden mitten in einem Wald stand und per Google den Herstellernamen der Toilette von Al Bundy ermittelt habe, weil mir der Name ums Verrecken nicht mehr einfallen wollte. Es war – nur falls Ihr an dieser Information interessiert sein solltet – eine „Ferguson“. So eine hatte sein Vater auch schon, sagte Al. Der Begriff "Nutzloses Nischenwissen" flattert mir durch den Kopf und erfüllt mich mit Stolz, denn i
           &#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ch liebe nutzloses Nischenwissen. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Lange Zeit dachte ich, nutzloses Nischenwissen eigne sich hervorragend, um mit vollkommen sinnlosen (aber gerade deshalb sehr amüsanten) Infos langweilige Partys aufzulockern. Heute werde ich nicht mehr so oft auf Partys eingeladen, und bei 03:33 wächst in mir die Befürchtung, dass diese beiden Tatsachen in einem kausalen Zusammenhang stehen könnten.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Das Display zeigt 03:13, und ich beginne zu lächeln. Als ich mich frage, warum ich gerade grenzdebil grinsend vor einer Waschanlage stehe, fällt mir ein, dass die Zahl 313 auf dem Nummernschild von Donald Ducks kleinem roten Auto stand. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bei 03:00 stelle ich mir die Frage, warum ich das weiß.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Dann denke ich an den amerikanischen Präsidenten, der den selben Vornamen wie Donald Duck trägt, und der in der Vergangenheit – genau wie sein Namensvetter – gelegentlich ohne Hosen Schlagzeilen gemacht hat. Ich finde diesen Gedanken einfach wunderbar und kichere albern in mich hinein, bis ich mir bei 02:55 aufgeht, wie dämlich das auf dem Überwachungsmonitor bei dem halsbemalten Kassentypen wirken muss. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Noch während ich darüber sinniere, warum ich in der Lage bin, fundierte Aussagen über die KFZ-Kennzeichen fiktiver amerikanischer Zeichentrickenten zu machen, ist die Anlage mit der Reinigung meines Autos fertig und fordert mich durch ein blinkendes grünes Licht auf, den Wagen herauszufahren. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Auf dem Display steht 02:12. 
           &#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Was soll ich tun? 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Warte ich darauf, dass die Uhr komplett abgelaufen ist, oder fahre ich los? Ich stehe vor der Waschanlage und entscheide mich für einen Kompromiss. Ich werde bei der Hälfte der Zeit losfahren. Etwa bei 01:06. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           So stehe ich also mutterseelenallein aber doof grinsend vor einer Autowaschanlage, ich denke an Donald Ducks Nummernschild und an Donald Trumps Hosen, ich denke an Al Bundys Toilette und an sinnlose Google-Anfragen. Ich freue mich über Gespräche, weil sie nicht stattfinden, frage mich, warum ich nicht mehr auf Partys eingeladen werde und kann es kaum erwarten, in etwa einer Minute den Begriff „Zwangsgoogeln“ bei Google einzugeben. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und so was interessiert Euch? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Na, dann: Gern geschehen. 07:25 Min. aus meinem heutigen Tag, die mir niemals jemand zurückgeben wird. Euch übrigens auch nicht. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist nicht Keats, ich weiß, aber es ist ehrlich. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Und nichts für ungut.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           B.     
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Thu, 23 Jul 2020 11:28:47 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/06-20-min</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Definitionssache</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/definitionssache</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Interessant, was heute so geht...
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Nur, um das mal klarzustellen: ich habe keinerlei Probleme mit den unterschiedlichsten Geschlechteridentitäten. 
           &#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Null. Wenn jemand im Körper eines Mannes geboren wird, sich aber eher als Frau empfindet, dann ist das seine (oder ihre) private Angelegenheit und geht mich nichts an. Es steht mir nicht zu, etwas über das Selbstbild und das innerste Empfinden eines anderen Menschen zu sagen, geschweige denn, darüber zu urteilen. Gleiches gilt natürlich auch für den umgekehrten Fall. Ich erinnere mich mit Freuden an die sehr gelungene Begrüßung, die der Sänger der Band "Placebo" einst zu Beginn eines Konzertes in der Kölner Lanxess-Arena verwendete: "Welcome ladies, welcome gentlemen, and hello to all of you, who find themselves... well... somewhere in between!" 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Es sind exakt diese Freiheiten, die unsere Gesellschaft ausmachen und auf die wir zurecht auch stolz sind, die das Leben in Deutschland 2020 vom Leben in Deutschland früherer Tage unterscheidet. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Und dann kommt Google um die Ecke, und legt die Entscheidung darüber, ob ich nun Männlein oder Weiblein bin, in die Hände meines Sexualpartners? Sollte ich das nicht selbst entscheiden dürfen?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Folgendes ist passiert: Als ich ein neues Konto anlegen wollte, stellte mir Google zunächst mal die Frage nach meinem Geburtsdatum. Ich hasse diese Frage, denn jedes Mal, wenn ich schließlich zur Eingabe des Jahres vorgedrungen bin, muss ich weiter herunterscrollen, als beim letzten Mal. Ich halte dies für eine Verschwörung international agierender Softwarefirmen, um mich wissen zu lassen, dass ich eher ein verstaubtes Artefakt mit höchstens archäologischem Interessenpotential bin, als ein ganz normaler PC-Nutzer. 
            &#xD;
        &lt;span&gt;&#xD;
          
             Schließlich kam dann die Frage auf, ob ich männlich oder weiblich sei, oder ob ich vielleicht zu dem Thema an dieser Stelle keine Angaben machen wolle. 
            &#xD;
        &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            So weit, so gut. 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Was mir jedoch nachhaltig den Tag rettete, war der letzte Punkt des Auswahlmenüs. Hier wurde, unter "männlich", "weiblich" oder "keine Angaben", noch eine weitere Möglichkeit gelistet, die ich bislang überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, nämlich: "Benutzerdefiniert".
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Benutzerdefiniert? Also über meine Geschlechterzugehörigkeit entscheide ich noch immer selbst, und nicht mein "Benutzer". Und überhaupt: Benutzer? Wie komme ich mir denn da vor? 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Ich meine, jetzt mal im Ernst, oder? 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Nein? Echt nicht? 
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Was denn?
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
    &lt;div&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            B.
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Mon, 20 Jul 2020 09:07:53 GMT</pubDate>
      <guid>https://www.wolkendreher.de/definitionssache</guid>
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    </item>
    <item>
      <title>Wolkendreher.de erblickt das Licht der Welt!</title>
      <link>https://www.wolkendreher.de/wolkendreher-de-erblickt-das-licht-der-welt</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Manchmal ist man ja auch nur zu doof
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Oder: Was lange gärt, wird endlich Wut
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Meine Autorenpage Wolkendreher.de ist nun endlich online, und ich kann kaum glauben, wie unglaublich dämlich sich ein ansonsten halbwegs vernunftbegabter Mensch anstellen kann, wenn es um solch triviale Dinge geht, wie zum Beispiel die Erstellung einer Homepage. Erwähnte ich bereits, dass ich Mitte der Sechziger geboren wurde? 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Es ist unfassbar. Erst, als ich kurz davor war, meinen Rechner mit Fußtritten die Treppe hinunter zu kegeln, gelang mir der Durchbruch in die bunte Welt dieses "Internet", von dem jetzt alle reden. 
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mache ich mich lächerlich? Ich hoffe doch sehr! Das letzte Gefühl, das ich hervorrufen möchte, ist Langeweile.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           An dieser Stelle werde ich mich zukünftig melden, wenn ich etwas zum melden habe. Das dies ziemlich regelmäßig der Fall sein wird, kann als gesichert betrachtet werden, denn es passiert IMMER ALLES.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Bruce Springsteen hat in seiner Autobiografie einmal geschrieben: "Zuallererst schreibe ich immer für mich selbst, um meinen Erfahrungen und den Dingen in meiner Umgebung einen Sinn abzugewinnen. Es ist etwas, das ich tue, um meinen Verstand zu behalten."
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Danke, Boss.
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Besser kann man es nicht ausdrücken, denke ich.  
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <pubDate>Sat, 11 Jul 2020 18:02:02 GMT</pubDate>
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